Ann-Sophie Konermann und ­Jennifer Kempny verstärken Warburger Rettungsdienst Zwei taffe Frauen im Einsatz

Warburg (WB). Wenn der Melder piepst, regiert das Adrenalin. Dann hasten Ann-Sophie Konermann und ­Jennifer Kempny zu ihrem Rettungswagen, ­rasen los und retten Leben. Alltag im Berufsleben eines Rettungssanitäters. Und doch sind die beiden 20-Jährigen etwas Besonderes. Sie sind die ersten Frauen, die im Rettungsdienst der Hansestadt arbeiten.

Von Daniel Lüns
Ann-Sophie Konermann (links) und ­Jennifer Kempny (beide 20) ­verstärken seit Anfang März das Team der Rettungswache Warburg. Dort arbeiten die ­beiden Frauen mit 18 männlichen Kollegen zusammen.
Ann-Sophie Konermann (links) und ­Jennifer Kempny (beide 20) ­verstärken seit Anfang März das Team der Rettungswache Warburg. Dort arbeiten die ­beiden Frauen mit 18 männlichen Kollegen zusammen. Foto: Daniel Lüns

Der Neubau der Rettungswache an der Industriestraße machte das möglich. Mit dem Gebäude stehen erstmals separate Umkleideräume und Sanitärräume für Frauen zur Verfügung. »Zwei Monate haben wir die alte Wache noch kennengelernt«, erinnert sich Konermann. Dort war von den Gemeinschaftsräumen provisorisch ein Teil abgetrennt worden, um den Damen Platz zu machen: »Mit zwei Frauen hat das vielleicht noch gepasst. Dann wäre es aber schon eng geworden.« Mit dem Umzug waren diese Probleme ­passé.

Weibliche Retter sind im Kreis Höxter rar

Im Neubau stehen in einem Damentrakt nun zwölf Spinde zur Verfügung. Zwei belegen die beiden 20-Jährigen, in zwei Spinden haben vorübergehend Notärztinnen, die häufiger im Einsatz sind, ihre Sachen abgelegt. Bleibt also reichlich Platz für weitere Mitarbeiterinnen. Matthias Kämpfer, Fachbereichsleiter Öffentliche Sicherheit und Straßenverkehr des Kreises Höxter, würde sich freuen, wenn weitere Damen dazukämen. Obwohl sich immer mehr Frauen bewerben würden, seien weibliche Retter im Kreisgebiet rar. Auf der Wache in Warburg stehen Ann-Sophie Konermann und ­Jennifer Kempny 18 männlichen Kollegen zur Seite, kreisweit rücken im Notfall 13 Frauen und 109 Männer aus.

im Dienst stehen die Damen ihren Mann

»Als wir dazukamen, war es ja auch für die Kollegen eine Veränderung. Sie haben erstmals mit Frauen zusammengearbeitet«, erklärt Konermann. Mittlerweile sei man aber zu einem Team zusammengewachsen. »Klar kriege ich zwischendurch mal einen Spruch zu hören. Wegen meiner Körpergröße von 1,60 Meter zum Beispiel. Aber dann sagt man halt etwas zurück. Das ist alles freundschaftlich.«

Auch im Dienst stehen die Damen ihren Mann. Sie leisten, wie ihre Kollegen auch, Zwölf- und ­24-Stunden-Schichten, desinfizieren Fahrzeuge, schreiben Dokumentationen. Zudem sitzen die 20-Jährigen hinterm Steuer der Rettungswagen oder übernehmen Krankentransporte.

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