Mit 100 Motorrädern durch die Kreise Höxter und Lippe »Nicht rasen, sondern genießen«

Warburg (WB). Lautes Motorengeknatter schallte durch das sonst so stille Hammerbachtal bei Scherfede: 100 Motorräder sind dort bei der Saisoneröffnungsfahrt des »Kulturlandes Kreis Höxter« zu einer 150 Kilometer langen Ausfahrt gestartet. Zuvor hatten sich die Teilnehmer bei einem Frühstück im Waldinformationszentrum »Hammerhof« gestärkt.

Von Ulrich Schlottmann
100 Motorräder gingen bei der 13. Saisoneröffnungsfahrt der »Bikerregion Kreis Höxter« auf eine 150 Kilometer lange Strecke durch die Kreise Höxter und Lippe.
100 Motorräder gingen bei der 13. Saisoneröffnungsfahrt der »Bikerregion Kreis Höxter« auf eine 150 Kilometer lange Strecke durch die Kreise Höxter und Lippe. Foto: Ulrich Schlottmann

Michael Stolte, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (GfW), deren Touristiksparte diese Fahrt bereits zum 13. Mal veranstaltete, begrüßte die Teilnehmer vor dem »Hammerhof«, bevor es auf die Strecke durch die Kreise Höxter und Lippe ging. An den Externsteinen legten die Motorradfahrer eine einstündige Rast ein. Am frühen Nachmittag trafen sie wieder am Ausgangsort ein.

Genuss am Fahren steht im Vordergrund

Nach den Worten von Katja Krajewski von der GfW ist das ­Inter­esse an der Saisoneröffnungsfahrt ungebrochen groß. Der Teilnehmerkreis stamme überwiegend aus den Kreisen Höxter und Lippe sowie aus dem angrenzenden Niedersachsen, es seien diesmal aber auch Biker aus Ludwigshafen und auch Mönchengladbach dabei gewesen, berichtete sie.

Ziel der Saisoneröffnungsfahrt sei es, den Kreis Höxter mit seinen schönen, teils kurvenreichen Strecken, den vielen Sehenswürdigkeiten und den bekannten Biker-Treffpunkten weiter als Motorradregion zu profilieren, sagte Michael Stolte.

So stand bei der Ausfahrt der Genuss am Fahren und an der schönen Landschaft im Vordergrund, aber auch Sicherheitsaspekte wurden von der Kreispolizeibehörde, die in diesem Rahmen ihren Motorradaktionstag veranstaltete, angesprochen.

108 Unfälle mit motorisierten Zweirädern im Kreis Höxter

Wie wichtig dies ist, unterstrich Norbert Lammers, Leiter der Direktion Verkehr, anhand von Zahlen: Im vergangenen Jahr hat es im Kreis Höxter 108 Unfälle mit motorisierten Zweirädern (darunter fallen auch Mofas und Roller) gegeben. Bei diesen Unfällen waren zwei Tote zu beklagen, 67 Personen wurden verletzt, davon 29 schwer.

»Diese Zahlen zeigen, dass es bei den meisten Motorradunfällen zu Personenschäden kommt. Deshalb ist die Prävention so wichtig«, sagte Lammers. Die Kreispolizeibehörde wolle dabei helfen, die richtige Einstellung zum genussreichen Motorradfahren zu vermitteln. Die überwiegende Zahl der Biker beherzige dies bereits, betonte er.

Polizei geht konsequent gegen Raser vor

Gegen Raser – selbstverständlich nicht nur bei den Motorradfahrern – will die Polizei nach den Worten von Lammers weiterhin konsequent vorgehen. So soll verstärkt eine neue Messtechnik zum Einsatz kommen, die Fotos von vorn und von hinten anfertigt, denn nur die Hinterkamera kann das Kennzeichen erfassen.

Geraten die Motorradraser in eine herkömmliche stationäre Messanlage und werden nach der Messung nicht von der Polizei angehalten, kommen sie ungeschoren davon. Im Einsatz ist in dieser Bikersaison nach Lammers Angaben auch wieder das Provideo-Krad der Polizei, mit dem Tempoverstöße aufgezeichnet und dann geahndet werden können. »Dann werden oft ganz schnell Fahrverbote fällig« weiß Lammers.

Gut nachgefragt waren beim Aktionstag auch wieder die Fahrsicherheitstrainings, die Fahrlehrer Stefan Debus aus Scherfede und Fahrsicherheitstrainer Johannes Ungefug aus Bonenburg zu den Themen »bremsen« und »Kurven fahren« anboten.

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