Schulleiter Frank Scholle unterzeichnet Urkunde Marianum ist jetzt Erdcharta-Schule

Warburg(WB). Das Gymnasium Marianum hat jetzt eine Vereinbarung mit der deutschen Erdchartavertretung unterzeichnet. Es ist damit offiziell Erdcharta-Schule.

Ulrike Berghahn und Paulander Hausmann (Zweiter von rechts) von der Erdcharta-Bewegung waren nach Warburg gekommen, um mit Schulleiter Frank Scholle (links) die Urkunde zu unterzeichnen. Rechts Biologielehrer Jürgen Fischer, der die Projekttage koordiniert hatte.
Ulrike Berghahn und Paulander Hausmann (Zweiter von rechts) von der Erdcharta-Bewegung waren nach Warburg gekommen, um mit Schulleiter Frank Scholle (links) die Urkunde zu unterzeichnen. Rechts Biologielehrer Jürgen Fischer, der die Projekttage koordiniert hatte.

»Die Urkunde ist wichtig, wichtiger ist aber, dass ihr sie mit Leben füllt«, sagte Schulleiter Frank Scholle in der Aula des Gymnasium Marianum an die Schüler der Klassenstufen 8 und 9 gewandt. Diese hatten sich zuvor an Projekttagen intensiv mit konkreten Inhalten der Erdcharta auseinandergesetzt und ihre Ergebnisse in einer Ausstellung der Schulöffentlichkeit präsentiert.

Die Projektthemen

Die Projektthemen waren vielfältig und reichten vom Bau eines Bienenhotels im Schulgarten und einer Photovoltaikanlage sowie der Herstellung von Schmuck und Kleidungsstücken aus gebrauchten Materialien über die Herstellung von veganen Lebensmitteln und Naturkosmetik bis hin zu einem Spendenlauf für Afrika, der weit mehr als 500 Euro für ein Hilfsprojekt erwirtschaftete.

»Wichtig war uns bei der Planung, dass unsere Schüler auch Lernfelder außerhalb der Schule kennenlernen«, erläuterte Biologielehrer Jürgen Fischer, der die Projekttage in enger Zusammenarbeit mit Lehrkräften der Fächer Chemie, Physik, Kunst, Politik, Erdkunde und Religion koordinierte. So besuchte eine Gruppe die Biogasanlage im Bioenergiedorf Wettesingen, andere Schüler machten sich auf die Spuren des Wolfes im Scherfeder Hammerhof, eine dritte Arbeitsgruppe veranstaltete einen Spielenachmittag mit Flüchtlingskindern.

Paulander Hausmann fasst vor Unterzeichnung des Kooperationsvertrags für die Schüler in der Aula noch einmal zentrale Gedanken der Erdcharta zusammen: »Die wichtigsten Anliegen der Erdcharta findet ihr an ihrem Anfang und am Ende. Es sind die Achtung vor dem Leben, die Sorge für die Gemeinschaft des Lebens, Demokratie, Gewaltfreiheit und Frieden«. Ulrike Berghahn ergänzt die weiteren Anliegen. »Unter den Begriff ökologische Ganzheit verstehen wir vor allem Aspekte des nachhaltigen Natur- und Umweltschutzes. Hinzu tritt als zentraler Punkt noch der Einsatz für soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit.« Sie lobt das Engagement des Warburger Gymnasiums: »Es ist schön, dass sich hier eine ganze Schule auf den Weg macht, ein Bewusstsein für globale Probleme zu entwickeln und die Welt ein bisschen besser zu machen«. Hausmann und Berghahn sind Mitarbeiter der ökumenischen Initiative »Eine Welt«, die seit 2001 als deutsche Koordinierungsstelle der internationalen Erd-Charta-Bewegung fungiert. 

Unterzeichnung des Vertrags

Durch die Unterzeichnung des Vertrags ist das Marianum nun offiziell Erdcharta-Schule. Im unterzeichneten Vertrag heißt es: »Das Gymnasium Marianum fühlt sich im Rahmen seines Bildungsauftrags der Vermittlung der in der Erdcharta verankerten Gedanken gegenüber seinen Schülerinnen und Schülern verpflichtet. Insofern bilden die Themen der Erdcharta ein permanentes Leitbild sowohl der unterrichtlichen als auch außerunterrichtlichen Schulentwicklung«. Wichtig sei dem Marianum, dass die Schüler nicht nur in einmaligen Aktionen mit den Themen Erdcharta in Kontakt gebracht werden, sondern dass diese Aspekte in alltäglichen und konkreten Unterrichtsthemen bei ihnen ankommen, erläuterte Schulleiter Frank Scholle die konkreten Ziele. »Hierzu haben alle Fachkonferenzen Unterrichtsgegenstände ausgewählt, an denen Prinzipien der Erdcharta erarbeitet werden. Diese durchziehen dann in einem Erdcharta-Curriculum in verschiedenen Fächern sämtliche Jahrgangsstufen. Nur durch anschauliche, greifbare und wiederkehrende Thematisierung kann man eine persönliches Erdcharta-Bewusstsein bei den Schülern ausbilden«, meinte Scholle.

Die Ausstellung der Projekttagsergebnisse solle als bewusstes Signal auch am ersten Schultag den neuen Fünftklässler und ihren Eltern gezeigt werden. »So erhält die Projektarbeit noch einmal zusätzliche Wertschätzung und für unsere neuen Schüler und deren Eltern ist es ein deutliches Symbol, dass Warburg, zusammen mit Heidelberg und München, eine der drei ersten Erdcharta-Städte Deutschlands, nun auch ein Erdcharta-Gymnasium hat«, sagte Frank Scholle.

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