Beschäftigte der Warburger Fabrik fordern 4,5 Prozent mehr Lohn Zucker-Arbeiter sind sauer

Warburg (WB). Die Beschäftigten des Warburger Zuckerwerkes, dem kleinsten Betrieb der Südzucker AG, haben am Dienstag vor den Werkstoren für mehr Lohn gestreikt. Zum Warnstreik aufgerufen hatte sie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG).

Von Ralf Benner
Beschäftigte der Warburger Zuckerfabrik sind am Dienstag in einen dreistündigen Warnstreik getreten. Aufgerufen hatte dazu die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten. Die Fabrikarbeiter fordern 4,5 Prozent mehr Lohn. Morgen verhandeln die Tarifparteien in Hannover.
Beschäftigte der Warburger Zuckerfabrik sind am Dienstag in einen dreistündigen Warnstreik getreten. Aufgerufen hatte dazu die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten. Die Fabrikarbeiter fordern 4,5 Prozent mehr Lohn. Morgen verhandeln die Tarifparteien in Hannover. Foto: NGG

Für drei Stunden legten rund 25 Beschäftigte die Arbeit nieder. »Das ist etwa die Hälfte der Belegschaft«, freute sich Betriebsratsvorsitzender Michael Beyer, der auch Mitglied der Tarifkommission ist. Das liege an dem »grottenschlechten« Angebot der Arbeitgeber, sagte Armin Wiese von der Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG). »Wir fordern 4,5 Prozent mehr Lohn für zwölf Monate. Das Angebot der Arbeitgeber liegt bei 2,8 Prozent für zwei Jahre«, erklärte Wiese.

Die Gewerkschaft will vor der vierten Verhandlung für die rund 5000 Beschäftigten in der deutschen Zuckerindustrie am Donnerstag, 30. Juni, in Hannover mit massiven Warnstreiks und Demonstrationen Druck aufbauen. Auch am Standort des Unternehmens Pfeifer und Langen in Lage haben sich die Beschäftigten in dieser Woche mit eigenen Aktionen daran beteiligt.

Besonders verärgert zeigte sich Armin Wiese darüber, dass bei Südzucker die Dividenden um 20 Prozent erhöht werden. »Gleichzeitig sollen die Arbeiter aber von der Einkommensentwicklung abgekoppelt werden«, so Wiese.

Gewerkschaft will Druck aufbauen

Auch wenn das Ende der Zuckerquote im kommenden Jahr einen Einschnitt bedeute, blicke Südzucker nach Ansicht des Betriebsratsvorsitzenden Michael Beyer optimistisch in die Zukunft. »Weltweit sinken die Zuckerbestände, daher sind eine deutliche Verknappung und steigende Zuckerpreise zu erwarten«, sagte Beyer. Gründe dafür seien Schlechtwetterperioden in vielen Ländern sowie der vermehrte Einsatz von Zucker bei der Energiegewinnung.

Die Südzucker AG sei derzeit dabei, langfristige Verträge mit den Landwirten auszuhandeln, teilte Beyer mit. »Neben festen Preisen für den Ertrag an Zuckerrüben soll es nun zusätzlich eine Aufstockung der Beträge bei hohen Zuckerpreisen geben«, berichtete der Betriebsratsvorsitzende.

»Sollten die Arbeitgeber nicht einlenken, werden wir weiter streiken, auch dann, wenn die Rüben bereits auf dem Hof liegen und die Rüben-Kampagne starten soll«, gab sich Beyer kämpferisch.

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