Warburger Kälkenfest mit dem Umzug der Gerber eröffnet Wohlfühlstunden in der Altstadt

Warburg (WB). Mit dem traditionellen Umzug der Gerber vom Kälkenplatz zum Festgelände auf dem Altstadt-Marktplatz und der Festproklamation durch  den Herold der Stadt hat das 39. Warburger Kälkenfest gestern Abend seinen Auftakt genommen.

Von Ulrich Schlottmann
Der Umzug der Gerber durch die  Altstadt erinnert daran, dass das Fest seinen Ursprung auf dem sogenannten Kälken an der Diemel hatte. Dort befanden sich die Kalkgruben der Handwerker. An die Zukunft erinnert das vor elf Jahren eingeweihte Gerberdenkmal.
Der Umzug der Gerber durch die Altstadt erinnert daran, dass das Fest seinen Ursprung auf dem sogenannten Kälken an der Diemel hatte. Dort befanden sich die Kalkgruben der Handwerker. An die Zukunft erinnert das vor elf Jahren eingeweihte Gerberdenkmal. Foto: Ralf Benner

So manch  einer der Aktiven wird sich angesichts   des tropisch schwülwarmen Wetters wohl gewünscht  haben, die Wasserwippe stände schon auf dem Programm. Doch an Abkühlung war zunächst  einmal nicht  zu denken. So sind die Gerber und die anderen Bürgerspieler in ihren Kostümen beim Weg vom Gerber-Denkmal zum Kälken und wieder zurück zum Festplatz mächtig ins Schwitzen gekommen.

Herold Reinhold Middeke hat die Festproklamation vorgenommen.

Klaus Stalze,  Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins,   begrüßte die  Gäste auf dem Festplatz vor dem malerischen Altstädter Rathaus und wünschte frohe und unbeschwerte Stunden. Stalze erinnerte daran, dass sich der Heimat- und Verkehrsverein seit nunmehr über sechs Jahrzehnten  ehrenamtlich  für die Erhaltung und Pflege des städtisches Kulturgutes sowie  das Wachhalten der Geschichte  einsetzt. Dies solle nicht nur den Warburgern selbst  zugute kommen, sondern auch Gäste in die Stadt locken. »Diese Besucher brauchen keine kostspielige Infrastruktur, sondern eher interessante Themen und kompetente Betreuung.«
Das alljährliche Kälkenfest sei  ein weiterer  Mosaikstein der Vereinsaktivitäten. Mit den beliebten Bürgerspielen, Musik, Tanz sowie bester Bewirtung wolle der Heimat- und Verkehrsverein  den Festbesuchern  angenehme und unterhaltsame Stunden bieten. Besonderen Dank sprach Stalze den Bürgerspielern  um Winni und Lena Volmert  aus: »Erst durch ihre Beiträge bekommt das Kälkenfest seinen besonderen Reiz.«
Von »Wohlfühlstunden« sprach auch Bürgermeister Michael Stickeln  in seinem Grußwort. Traditionen wie das alljährliche Kälkenfest hielten  etwas  Unverwechselbares fest. Sie prägten damit sichtbar eine Stadt oder eine  Region, sagte der Bürgermeister.

Im Bollerwagen sind die Kleinsten der Bürgerspielgruppe beim Gerberumzug dabei gewesen.

Festzustellen sei, dass sich in Zeiten der Globalisierung die Lebensarten  immer mehr annäherten. »Eine kulturelle Beliebigkeit wollen wir aber nicht. Das Spezielle darf es schon sein«, so  der Bürgermeister. Und für dieses Spezielle und Einzigartige sorge das Kälkenfest.

Als erstes Bürgerspiel stand das Stück  »Warburger Mist« auf dem Programm. Er  erzählt, wie im  30-jährigen Krieg  das Stadttor Hellepforte mit mehreren Fudern Mist verstärkt  worden ist, damit  es den Angriffen der Truppen des Herzogs von Braunschweig standhält. Den Abend und  die Nacht genossen danach viele Hundert  Menschen  auf dem wunderschönen Festplatz. Die Altstädter Welt war dort wieder einmal in Ordnung.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.