Nicht genug Fahrgäste für Verbindungen von Höxter nach Warburg und Blomberg
Aus für geplante Schnellbus-Linien

Höxter -

Der Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter (NPH) hat Pläne für Schnellbuslinien von Höxter nach Warburg und nach Blomberg auf Eis gelegt. Für beide Verbindungen sei das Fahrgastaufkommen nicht groß genug, teilt Verbandssprecherin Isabell Pessara auf Anfrage mit.

Freitag, 05.02.2021, 04:49 Uhr
Am Busbahnhof in Warburg fährt derzeit ein Schnellbus nach Paderborn ab. Eine Verbindung nach Höxter gibt es allerdings nicht. Foto: Jürgen Vahle

Im Herbst 2019 waren die Pläne für die beiden Schnellbuslinien öffentlich geworden. Auf der Linie Höxter-Warburg sollten die Busse von Höxter-Bahnhof über Stadthaus, Godelheim, Beverungen, Dalhausen, Borgentreich und Dössel nach Warburg geführt werden. Dort war sowohl die Bedienung des Bahnhofes als auch des Busbahnhofes am Krankenhaus vorgesehen.

Während der weiteren Planungen habe sich im vergangenen Jahr ergeben, dass das Potenzial an Fahrgästen bereits von den vorhandenen Linien R35 Warburg-Borgentreich, R36 Borgentreich-Beverungen und R22 Beverungen-Höxter abgedeckt werde. „Ein zusätzlicher Schnellbus würde diese Linien kannibalisieren“, bringt es Pessara auf den Punkt. Zwischen Höxter und Warburg sind nach Angaben des Nahverkehrsverbundes aus Vor-Corona-Zeiten an jedem Werktag knapp 5500 Fahrgast-Bewegungen zu verzeichnen – zu wenig, um eine zusätzliche Schnellbuslinie zu rechtfertigen. Darüber hinaus hätte die Linie rund 600.000 Euro Zuschussbedarf pro Jahr ausgelöst. In der vergangenen Woche hatte die Warburger CDU gefordert, die Schnellbuspläne zwischen den beiden großen Städten im Kreis wieder aufzunehmen. Auch wenn die Chancen derzeit schlecht stehen, hält Warburgs CDU-Chef Hubertus Kuhaupt an seiner Forderung fest. Wenn die Linienbündel neu ausgeschrieben würden, müsse das Thema auf die Tagesordnung, sagte der Politiker aus Welda am Donnerstag.

Handydaten ausgewertet

Die zweite Schnellbusverbindung von Höxter über Blomberg und von dort weiter nach Lemgo sollte eigentlich helfen, die beiden Standorte der Technischen Hochschule OWL stärker zu vernetzen. Eine Auswertung der Semesteranschriften der Studierenden Ende 2019 ergab allerdings, dass etwa 150 Studierende der Hochschule Lemgo und 40 Studierende der Hochschule Höxter ihren Wohnort entlang der Strecke haben. Studenten, die in Höxter oder Lemgo selbst wohnen, wurden dabei allerdings nicht berücksichtigt – zu wenig, um eine zusätzliche Schnellbuslinie zu rechtfertigen. Das ergab auch die Auswertung von Handydaten. So habe es auf der Verbindung Höxter-Marienmünster-Steinheim-Blomberg-Lemgo etwa 1900 Bewegungen pro Werktag gegeben, in der Gegenrichtung rund 1300. „Diese Zahlen entsprechen nicht den Förderkriterium einer nachweisbar hohen überörtlichen Verkehrsbeziehung‘“, hieß es bereits im Dezember 2019 in einer vom Nahverkehrsverbund veröffentlichten Informationsvorlage für die Verbandsversammlung. Auch sehe die Hochschule keinen Bedarf, weil es keine dauerhaften Pendler zwischen den Standorten gebe. Lediglich einige Blockseminare am Samstag würden von Studenten beider Standorte besucht.

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