Gemeinwohl-Zertifikat überreicht
Deutschland schaut auf Steinheim

Steinheim (WB/nf). Deutschland hat am Mittwoch auf Steinheim geschaut, als Christian Felber, österreichischer Aktivist, Begründer und Botschafter der Gemeinwohl-Idee, in einem Festakt in der Stadthalle die Zertifikatsurkunde einer Gemeinwohlbilanzierten Stadt an Heinz-Josef Senneka übergeben hat, der den erkrankten Bürgermeister Carsten Torke vertrat. Die Emmerstadt ist die erste Stadt in Deutschland, die eine Gemein-wohlbilanz erstellt hat und der diese Auszeichnung überreicht wurde.

Mittwoch, 02.09.2020, 18:46 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 17:54 Uhr
Heinz-Josef Senneka (rechts/allgemeiner Vertereter des Bürgermeisters) nimmt die Urkunde von Christian Felber entgegen. Foto: Heinz Wilfert

Felber war vor drei Jahren mit der Reineccius-Medaille in Steinheim ausgezeichnet worden und hat den Impuls gegeben, Gemeinwohl-Kommune zu werden. Das von Felber initiierte Modell wird inzwischen in mehr als 35 Staaten und 3000 Unterneh-men gelebt. „Wir gehen die Gemeinwohlökonomie an“, hatte Bürgermeister Carsten Torke vor zwei Jahren versprochen. Und er hat Wort gehalten. Es war ein langer Weg, den die Emmerstadt konsequent verfolgt und mit dem die Stadt eine Vorreiterrolle übernommen hat, um auch zur Blaupause für andere Kommunen, aber auch für Un-ternehmen zu werden.

Werte

Gemeinwohl-Ökonomie steht für ein Wirtschaftssystem, das aus gemeinwohlfördernden Werten aufgebaut ist. Felber: „Diese Bewegung wird damit zum Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Ebene, eine alternative Wirtschaftsordnung und eine ethische Marktwirtschaft, die nicht auf Gewinnstreben und Konkurrenz, sondern auf einem neuen Denken auf-baut.“ Ansatz der Gemeinwohlökonomie ist, dass jedes ökonomische Handeln Folgen hat, die unter dem Aspekt der Gemeinwohlorientierung und dem eigenen Handeln betrachtet werden müssen. Beurteilt werden Themenfelder wie Ökologie, demokratische Mitbestimmung, soziale Gerechtigkeit oder der Beitrag zum Gemeinwesen. In der Bilanz lässt sich überprüfen, wie sich die Kommune auf den Feldern Menschenwürde, Solidarität, soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit oder Transparenz darstellt, um so ihre Anziehungskraft und Attraktivität zu erhöhen.

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