Bundesgesundheitsminister besucht Suchtklinik Annenhof am Donnerstagmorgen
Jens Spahns Stippvisite in Steinheim

Steinheim (WB). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bei einem Besuch der Steinheimer Annenhof-Klinik am Donnerstag angekündigt, die Ausbildungssituation von Ergo- und Physiotherapeuten sowie Logopäden zu verbessern.

Donnerstag, 27.08.2020, 16:46 Uhr
Mit Mundschutz durch die Annenhofklinik (von links): Steinheims Bürgermeister Carsten Torke, CDU-Landratskandidat Michael Stickeln, Europaabgeordneter Peter Liese, Bundestagsmitglied Christian Haase, Jens Spahn und Rüdiger Zimmermann.

Vertreter der Heil- und Gesundheitsberufe hatten den Minister dort auf den teilweise eklatanten Fachkräftemangel in ihren Bereichen aufmerksam gemacht. Eine Ergotherapeutin zeigte auf, das vor allem das Schulgeld eine Hürde für junge Menschen sei, diesen Beruf zu ergreifen. Spahn stellte in Aussicht, die Ausbildungsregeln für diese Gesundheitsberufe zu überarbeiten, die zum Teil noch aus den 1970er Jahren stammten. Im gleichen Zug sollten auch die Themen Schulgeldabschaffung und Ausbildungsvergütung angegangen werden. Für die sogenannten Berufe der Technischen Assitenz in der Medizin (MTA) hat Spahn bereits einen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem das Schulgeld bald Geschichte sein könnte.

Wenig Kritik

Der Bundesgesundheitsminister war auf Einladung des CDU-Stadtverbandes nach Steinheim gereist. Während er am Tag zuvor in Hövelhof noch den Hintereingang zur Veranstaltungshalle nehmen musste, um Demonstranten gegen die Maskenpflicht aus dem Weg zu gehen, war die Lage in Steinheim ruhig. Lediglich eine kritische Anmerkung zu den Corona-Schutzmaßnahmen musste sich der Minister im Gespräch mit gut 30 von der CDU eingeladenen Gästen in der Annenhof-Klinik gefallen lassen.

50 Reha-Plätze

Deren Geschäftsführer Rüdiger Zimmermann hatte den Minister sowie CDU-Landratskandidat Michael Stickeln zuvor durch die Klinik geführt. Das Therapiezentrum für Abhängigkeitserkrankungen verfügt über 50 Reha-Plätze, von denen regelmäßig etwa 40 belegt seien. Nach den corona-bedingten Einschränkungen sei der Betrieb wieder angelaufen, derzeit würden dort 35 Patienten behandelt.

Die Klinik ist eine einem ausgebauten ehemaligen Gutshof an der Schiederstraße untergebracht. Behandelt werden dort Männer und Frauen ab 18 Jahren, die nach einer Drogenabhängigkeit frisch aus dem Entzug kommen. Es können auch Menschen mit so genannten Doppeldiagnosen (Persönlichkeitsstörung oder Psychosen) behandelt werden. Nach Zimmermanns Angaben bleiben die Patienten sechs bis 22 Wochen in Steinheim. „40 bis 50 Prozent schaffen es am Ende, von der Droge loszukommen“, erläuterte Rüdiger Zimmermann.

Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf Verhaltens- und Psychotherapie. Es gibt Einzel- und Gruppengespräche, Sport- und Beschäftigungstherapie. Um die Patienten wieder fit für den Arbeitsmarkt zu machen, wird auch ein Arbeitplatztraining angeboten. Wichtiger Bezugspunkt für die Abhängigen, die vorwiegend aus dem östlichen Ruhrgebiet nach Steinheim kommen, sind auch die Pferde, Ziegen, Katzen und Schweine, die auf dem klinikeigenen Gnadenhof versorgt werden.

Ehemaligentreffen

Regelmäßig einmal jährlich kommen Ehemalige, die in Steinheim behandelt wurden, zu einem Fest zusammen. „Das ist sowohl für die Patienten als auch für unsere Mitarbeiter ein wichtiger Termin“, erläutert Zimmermann. In der Klinik arbeiten Fachärzte für Psychiatrie, Psychotherapie, Innere- und Allgemeinmedizin. Ebenso Psychologen, Therapeuten und Krankenschwestern.

Corona-Schutz

Jens Spahn brach am Ende seines Besuches noch einmal eine Lanze für die Corona-Schutzmaßnahmen. Alles in allen sei das Gesundheitssystem stabil durch die Krise gekommen. Den Handel würde er aber kein zweites Mal so stark herunterfahren wollen. Der Minister dankte den Bürgern, die sich nicht durch Demonstrationen verunsichern ließen und die Maßnahmen mittragen.

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