Unterstützung für den Steinheimer Tisch – Neues Crowdfunding-Projekt
„Vor allem Kinder liegen uns am Herzen“

Steinheim(WB). Fast 120 Haushalte, 340 Personen, sind in Steinheim von den Spenden des Steinheimer Tisches abhängig. Seit mehr als 15 Jahren kümmern sich die Ehrenamtlichen unter dem Dach der evangelischen Kirche um Bedürftige in Steinheim: kinderreiche Familien, Senioren, die mit der knappen Rente nicht über den Monat kommen, Flüchtlinge. Durch Corona muss die übliche dienstägliche Ausgabe der Spenden seit Monaten ausfallen. Schwierige Zeiten für Helfer und Bedürftige gleichermaßen.

Dienstag, 02.06.2020, 22:58 Uhr aktualisiert: 02.06.2020, 23:00 Uhr
Der Steinheimer Tisch erfährt in diesen Tagen viel Unterstützung (von links): Melanie Diekmann (Tisch), Antje Ovenhausen (Hilfsprojekt), Matin Reza Rezaei, Roswitha Altemeier, Gabi Valentin (Sprecherin Steinheimer Tisch) und Melanie Peters mit Lilli und Alexander. Foto: Ralf Brakemeier

Crowdfunding bei der Volksbank

Schon seit Wochen hilft Antje Ovenhausen mit einer Aktion dem Steinheimer Tisch. Solidaritäts-Aufsteller sind in vielen Steinheimer Geschäften gegen eine Spende erhältlich, das Geld wird anschließend in Warengutscheine umgewandelt, die in den Steinheimer Supermärkten eingelöst werden können (das WB berichtete). Nun haben sich Antje Ovenhausen und die Verantwortlichen des Steinheimer Tisches eine neue Aktion ausgedacht. Ihr Projekt wurde im Crowdfunding-Förderprogramm der Vereinigten Volksbank aufgenommen. Auf der Plattform www.v-vb.viele-schaffen-mehr.de können die Steinheimer ihren Tisch unterstützen. Alle Spenden bis zu einer Höhe von 25 Euro werden von der Bank verdoppelt. „Wir sind sehr froh, dass unsere Hilfsaktion ausgewählt wurde“, freut sich Initiatorin Antje Ovenhausen. Der „Grundstock“ von 1000 Euro sei ebenfalls von der Vereinigten Volksbank in Steinheim übernommen worden. Gabi Valentin, Sprecherin des Steinheimer Tisches, ist erleichtert: „Das ist eine Riesen-Unterstützung für uns“.

Seit Wochen packen die Helfer jede Woche mehr als 100 Kisten. Die Hilfsbedürftigen werden dann der Reihe nach angerufen und können sich ihre Waren abholen. Neben Nudeln, Reis oder Margarine gehören aus Käse, Wurst und Milch zum Angebot. Für die Helfer bedeutet Corona deutlich mehr Arbeit. Die Ausgabe läuft nun über einen ganzen Tag. „Zum Glück können wir weiter Waren bekommen, vieles wird vom Steinheimer Tisch dazu gekauft“, berichtet Gabi Valentin.

Immer mehr Ältere kommen

Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist in Steinheim alternativlos. Die Zahl der Bedürftigen habe sich nach dem starken Anstieg 2015 durch zahlreiche Flüchtlinge zwar wieder normalisiert – die meisten Flüchtlinge haben inzwischen Arbeit und sind nicht mehr auf den Tisch angewiesen – dafür, so beobachtet auch Helferin Melanie Diekmann, steigt die Zahl der älteren Menschen, die nur eine kleine Rente beziehen. Weiterhin sind auch in Steinheim etliche Familien mit kleinen Kindern von Armut betroffen. Sie trifft die wochenlange weitgehende Schließung von Schulen und Kindergärten besonders hart. „Die Kinder liegen uns vor allem am Herzen“, sagt Gabi Valentin. Ihre Not sei es 2004 auch gewesen, die zur Gründung des Steinheimer Tisches geführt habe.

Matin Reza Rezaei kam vor Jahren als Hilfesuchender zum Steinheimer Tisch. Inzwischen hat der Afghane die Seiten gewechselt, gehört immer wieder zu den fleißigen Helfern. Melanie Peters (25) ist Mutter von zwei kleinen Kindern und auf die wöchentliche Hilfe angewiesen. „Damit für die Kinder wenigstens ab und zu etwas Besonderes übrig bleibt“, sagt sie. Auch Roswitha Altemeier ist regelmäßige Kundin am Martin Luther-Gemeindezentrum an der Pyrmonter Straße: „Ich kann für die große Unterstützung der Helfer einfach nur danke sagen.“ 1396 Euro zeigte das „Spendenbarometer“ beim Projekt „Lebensmittel für Hilfsbedürftige“ gestern. Noch 25 Tage läuft die Aktion zugunsten des Steinheimer Tisches.

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