Steinheim startet in die neue Badesaison – Auflagen wegen Corona
Freizeitspaß in zwei Schichten

Steinheim (WB). „Ich hatte überhaupt keine Bedenken herzukommen. Denn wenn es kein vernünftiges Konzept gäbe, hätten sie wohl kaum aufgemacht!“ So wie Stammgast Luca Ernst es am vergangenen Sonntag auf den Punkt brachte, waren die meisten der Besucher im Steinheimer Freibad eingestellt. Richtig voll wurde es zum Saisonstart allerdings nicht, doch das war wohl auch den teilweise noch frühlingshaften Temperaturen geschuldet.

Montag, 01.06.2020, 22:04 Uhr aktualisiert: 01.06.2020, 22:10 Uhr
Das Schwimmerbecken ist in drei Bahnen unterteilt, in denen stets gegen den Uhrzeigersinn geschwommen wird. Der 22-jährige Luca Ernst ist dankbar, dass das Bad überhaupt seine Pforten geöffnet hat. Die Sprungtürme und Rutschen in Steinheim bleiben wegen der Corona-Auflagen noch gesperrt.

Der 22-Jährige ist im Sommer eigentlich fast jeden Tag in der Steinheimer „Batze“ und wollte am Wochenende gemeinsam mit einem Kumpel zunächst einmal austesten, wie sich der Ablauf unter erschwerten Corona-Bedingungen gestaltet. „Test bestanden!“, stellte er am Ende seines Besuchs zufrieden gegenüber dem WESTFALEN-BLATT fest.

Neben dem Tragen des Mundschutzes am Eingangsbereich und in den Innenräumen müssen die Besucher sich vor allem im Schwimmer-Becken umstellen: Es ist in drei Doppelbahnen aufgeteilt, in welchen man gegen den Uhrzeigersinn schwimmt.

Felder für Volleyball

Auch der Sprungturm, die Startblöcke und Rutschen sind noch geschlossen. „Wenn ein Kind hier vorne mal vom Rand springt, geht das aber schon in Ordnung. Der Spaß soll schließlich auch da sein. Alles verbieten ist doof“, berichtete Udo Lachnicht, der seine Tätigkeit als Bademeister ebenfalls den Bedingungen anpassen muss. Am Eröffnungstag, waren knapp 70 Besucher vor Ort – 200 pro Schicht hätten es sein dürfen.

Einige Meter weiter im Nichtschwimmerbecken waren Markus Gessinger-Blume und Sohn Bjarne zugegen. Ob sie gezögert haben, unter diesen Bedingungen herzukommen? „Nein, für uns war das direkt klar“, sagte Gessinger-Blume. Für die Kinder sei das Freibad immer ein Erlebnis, die Auflagen würden kaum stören. Das ganze Becken für sich hatte das Vater-Sohn-Duo in den vergangenen Jahren auch noch nie. „Das ist echt cool“, befand der fünfjährige Bjarne. Auch auf den Beachvolleyballfeldern war bereits Betrieb – allerdings mit besonderen Regeln: „Wir blocken zum Beispiel nicht – dabei kommt man sich einfach zu nah“, erzählten Lukas Wakup, Jana Kros, Katharina Pott und Gerrit Wiechers.

Die jungen Sportler nutzten das Eröffnungswochenende voll aus: „Wir haben schon begonnen, die Felder wiederherzurichten. Das machen wir Volleyballer immer selbst“. Als Belohnung wurden dann selbstverständlich auch einige Partien gespielt. Bloß ein Manko bleibt: „Es ist blöd, dass wir nur für eine Schicht hierbleiben können“. Doch auch wenn diese vier Gäste lieber den ganzen Tag dort verbringen würden, betonen sie: „Die Hauptsache ist, dass das Freibad wieder für alle auf hat!“

Kurz darauf knackte es auch schon in den Lautsprechern und eine Durchsage ertönte: „Liebe Badegäste. Ich weise Sie darauf hin, dass die erste Schwimmeinheit um 16.30 Uhr endet. Bitte richten Sie sich darauf ein, das Freibadgelände bis dahin verlassen zu haben!“ Der Schichtbetrieb sei für das Freibad unumgänglich.

Halbstündige Schließung

Nach zweieinhalb Stunden Badebetrieb folgt eine halbstündige Schließung, bevor sich die zweite Schicht anschließt. Pause haben die Mitarbeiter jedoch nicht. Im Gegenteil: Handläufe, Toiletten, Schlüsselbänder und sämtliche weitere Kontaktflächen müssen gereinigt sein, bevor die nächsten Gäste kommen.

„Wir hatten Glück und haben frühzeitig noch recht günstiges Desinfektionsmittel ergattern können“, berichtete Udo Lachnicht, während er sich mit der Sprühflasche seinen Weg rund ums Becken bahnte.

Auf der Terrasse neben dem Freibad-Kiosk sucht man einen Desinfektionsmittelspender vergebens, es gibt eine andere Lösung. Inhaber Volker Brüß geht nämlich lieber auf Nummer sicher: Um zu garantieren, dass wirklich jeder Gast seine Hände desinfiziert, verteilen die Mitarbeiter das Mittel aus Sprühflaschen selbst auf den Händen der Gäste. Auch die Personalien müssen in der Gastronomie erneut erfasst werden. „Wir gehen dabei einfach mit noch mehr Freundlichkeit auf die Leute zu als sowieso schon. Das funktioniert bisher ganz gut“, so Brüß.

Freibad Steinheim: Start in die neue Saison

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  • Freibad Steinheim: Start in  die neue Saison
Foto: Greta Wiedemeier
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Vor dem Eingangstor des Freibads warteten beim Schichtwechsel schon die nächsten Schwimmer – darunter Christina Sondermann mit ihrer Tochter Tessa. Die Sechsjährige wollte ursprünglich an Ostern ihr „Bronzenes Schwimmabzeichen“ in einem Hallenbad der Region ablegen, doch Corona machte dort den Schwimmstunden einen Strich durch die Rechnung. „Nun üben wir eben hier weiter“, sagte sie.

Wie sich das Konzept an wärmeren Tagen bewährt, das bleibt abzuwarten – bis zur Mitte der Woche sollen die Temperaturen schließlich kräftig steigen und sorgen so womöglich auch für eine volle Auslastung der Besuchergrenzen. Den Betreibern wäre es zu wünschen: Noch war genügend Platz in den Becken, um unbesorgt seine Runden drehen zu können. Am Pfingstmontag waren es bereits 110 Gäste in der ersten Schicht des Steinheimer Bades.

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