Unternehmerin: Bluttat in Steinheim hat nichts mit heimischer Spedition zu tun Messerattacke: Kollege im Verdacht

Steinheim (WB). Mit schweren Stichverletzungen in der Brust ist am Samstag in Steinheim ein Mann aus dem Führerhaus seines Lastwagens gestürzt . Über den genauen Tathergang und den Gesundheitszustands des Opfers wollte die Polizei Bielefeld gestern noch keine Auskunft geben. Am Sonntag galten die Stichverletzungen des 44-Jährigen als lebensbedrohlich.

Von Ralf Brakemeier
Auf der Freifläche unterhalb der Gebäude der Firma Mahlmann ist die Tat verübt worden. Das Opfer wurde durch einen Stich in die Brust, bei dem auch die Lunge durchbohrt wurde, schwer verletzt. Unter Verdacht steht ein Berufskollege.
Auf der Freifläche unterhalb der Gebäude der Firma Mahlmann ist die Tat verübt worden. Das Opfer wurde durch einen Stich in die Brust, bei dem auch die Lunge durchbohrt wurde, schwer verletzt. Unter Verdacht steht ein Berufskollege. Foto: Ralf Brakemeier

Mahlmann tritt Gerüchten entgegen

Ein 54-jähriger Berufskollege, der ebenso wie das Opfer aus der Ukraine zu stammen scheint, wurde unter dringendem Tatverdacht in Untersuchungshaft genommen. Beide Fahrer waren am Samstag mit ihren schweren Lkw auf dem Gelände der Speditionsfirma Mahlmann angekommen. „Wir kennen die Fahrer und auch die Spedition nicht. Sie sind nicht in unserem Auftrag unterwegs gewesen und haben uns auch keine Waren angeliefert“, stellt Andrea Mahlmann klar. Im Internet habe es bereits anders lautende Gerüchte gegeben, beklagt die Unternehmerin, die Wert darauf legt festzustellen: „Unsere Fahrer sind alle fest bei uns angestellt, wir beschäftigen keine ‚Osteuropäer zu Hungerlöhnen‘.“

Um ihre Ruhezeiten einzuhalten und den Lkw-freien Sonntag zu überbrücken, hätten die beiden Fahrer auf dem Gelände der Firma Mahlmann an der Steinheimer Industriestraße übernachten wollen. „Unser Mitarbeiter vor Ort hat sie dann angewiesen, nicht direkt vor unseren Rolltoren, sondern etwas weiter unterhalb auf einer Freifläche zu parken“, berichtet Andrea Mahlmann. Der Mitarbeiter sei selbst Lkw-Fahrer und wisse, wie schwierig es für die Brummipiloten sei, einen entsprechenden Stellplatz am Wochenende zu finden. So kämen immer wieder auswärtige Lkw, die im Steinheimer Industriegebiet ihre Ruhezeiten absolvierten. „Solange sie niemanden behindern, ist das für uns auch kein Problem. Das konnte unser Mitarbeiter so entscheiden“, sagt die Firmenchefin.

Verdächtiger und Opfer kannten sich offenbar

Beide Lkw seien von der gleichen, der Firma Mahlmann aber unbekannten, tschechischen Spedition gewesen. Dieser Umstand und auch die Tatsache, dass Opfer und mutmaßlicher Täter aus dem selben Land stammen, legt den Verdacht nahe, dass beide sich kannten.

„Derzeit gibt es keine neuen Erkenntnisse. Die Ermittlungen gehen aber natürlich weiter“, teilte Sonja Rehmert, Pressesprecherin der ermittelnden Polizei in Bielefeld auf Anfrage gestern mit.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7395229?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851055%2F