Versuchtes Tötungsdelikt in Steinheim – Polizei sucht Zeugen
Auf Lkw-Fahrer eingestochen

Steinheim (WB/vah). Nach einer Messerattacke am Samstag auf dem Gelände einer Spedition an der Steinheimer Industriestraße schwebt ein 44-jähriger ukrainischer Lastwagenfahrer in Lebensgefahr.

Sonntag, 03.05.2020, 17:28 Uhr aktualisiert: 05.05.2020, 06:42 Uhr
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Verdächtig ist ein 54-jähriger Berufskollege, der ebenfalls aus der Ukraine stammt und mittlerweile in Untersuchungshaft sitzt. Die Polizei sucht aber dringend einen Zeugen.

Polizei sowie Rettungskräfte waren am Samstag gegen 18 Uhr zum Gelände der Spedition an der Industriestraße gerufen worden, berichten Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntagabend in einer gemeinsamen Presseerklärung. Auf dem Hof der Spedition standen zu dem Zeitpunkt zwei Lkw nebeneinander. Zwei Zeugen beobachteten, wie plötzlich aus einem der beiden Lastwagen eine Person aus dem Führerhaus auf den Asphalt stürzte.

Stichwunde im Brustkorb

Die von den Zeugen alarmierten Rettungskräfte stellen kurz darauf fest, dass der 44-Jährige eine blutende Verletzung im Brustbereich hatte. Das Opfer wurde zunächst ins Krankenhaus nach Höxter gebracht, wo er umgehend operiert werden musste. Die Ärzte diagnostizierten eine Stichwunde im Brustkorb mit schweren Lungenverletzungen. Aufgrund des sich verschlechternden Gesundheitszustandes wurde der Ukrainer später in ein Paderborner Krankenhaus verlegt. „Derzeit besteht akute Lebensgefahr“, heißt es in der Presseerklärung.

Zeuge gesucht

Die Polizei sucht dringend einen weiteren Zeugen. Einer der beiden Männer, die die Rettungskräfte alarmiert hatten, entfernte sich nach Eintreffen des Notarztes und ist den Ermittlern derzeit nicht bekannt. Dieser Zeuge, ein etwa 70 Jahre alter Mann, der eine Mercedes A-Klasse fuhr, wird dringend gebeten, sich mit der Mordkommission in Verbindung zu setzen. Es wird auch um weitere Zeugenhinweise an die Polizei Bielefeld (0521/5450) oder die Polizei Höxter (05271/9620) gebeten.

...

Noch in der Nacht zu Sonntag bildete das für Mordermittlungen zuständige Polizeipräsidium Bielefeld gemeinsam mit Ermittlern der Polizei Höxter die 16-köpfige Mordkommission „Industrie“ unter der Leitung von Kriminalhauptkommissars Jürgen Kollien aus Bielefeld. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf den Fahrer des zweiten Lkw, einen 54-jährigen ukrainischen Lastwagenfahrer.

Nach Not-OP weiter in Lebensgefahr

Die beiden Ukrainer waren am Freitag mit ihren Lastwagen auf dem Gelände der Firma angekommen und haben höchstwahrscheinlich den Tag zusammen verbracht. Eine Äußerung, die der Verletzte noch kurz vor seiner Not-OP machen konnte, erhärtet einen Tatverdacht gegen den 54-Jährigen, berichtet die Polizei. Der mutmaßliche Messerstecher lässt sich inzwischen anwaltlich vertreten und äußert sich nicht zur Sache. Wie es zu dem Messerstich kam, ist derzeit noch unklar.

Verdächtiger in Untersuchungshaft

Die beiden Lkw wurden zur Spurensicherung sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft führte den 54-jährigen Verdächtigen am Sonntagnachmittag dem Haftrichter am Amtsgericht Warburg vor. Der verhängte Untersuchungshaft wegen des Verdachts des versuchten Totschlags.

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