Verein ruft zu Spenden am Palmsonntag auf Kollekte fehlt im Heiligen Land

Steinheim/Jerusalem (WB). Diakon Markus Jux aus Steinheim blickt gemeinsam mit dem Deutschen Verein vom Heiligen Lande (DVHL) mit Sorge in die Region Jerusalem: „Wie soll die immer größer werdende Not der Menschen im Heiligen Land gemildert werden, wenn die Haupteinnahmequelle, die Palmsonntagskollekte in den Gottesdiensten in Deutschland, wegen Corona ausfällt?“, fragt er sich. Statt Kollekte gibt es jetzt ein Spendenkonto.

Von Dennis Pape
Stephan Wahl hat dieses Bild am Freitagmorgen für das WESTFALEN-BLATT gemacht – die Heilige Stadt ist praktisch ausgestorben.
Stephan Wahl hat dieses Bild am Freitagmorgen für das WESTFALEN-BLATT gemacht – die Heilige Stadt ist praktisch ausgestorben.

Für die Menschen im Heiligen Land sei es von existenzieller Bedeutung, dass trotz Ausfall der Gottesdienste gespendet werde – in diesem Jahr per Überweisung statt in den Klingelbeutel. Diakon Jux hat selbst eine besondere Beziehung zum Heiligen Land, hat die Region bereits zehn Mal besucht – zuletzt im Dezember mit einer Reisegruppe aus dem Kreis Höxter. Im Fokus seiner Reisen stehen auch immer die zahlreichen sozialen Einrichtungen, deren Statthalter der DVHL ist und die zu 90 Prozent durch Spenden finanziert werden.

In der Schmidt-Schule des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande erhalten arabische Mädchen einen guten Start ins Leben. Sie hoffen auch in diesem Jahr auf Spenden. Foto: DVHL

„Die heimischen Christen werden dort zwischen Muslimen und Juden zerrieben. Viele junge Menschen wandern aus diesem Grund aus – und dem soll entgegengewirkt werden“, erläutert Jux: „Neben zwei Pilgerhäusern gibt es unter anderem auch eine Mädchenschule, die bis zum deutschen Abitur führen kann. Außerdem gibt es ein Altenheim für Frauen im palästinensischen Gebiet, die keine Familie mehr haben – sie würden ansonsten auf der Straße verhungern“, führt der 51-Jährige aus.

Fehlende Kollekte gefährdert Vereinsarbeit

Weitere Einrichtungen seien unter anderem ein Hospiz in Jerusalem für alle Konfessionen sowie verschiedene Werkstätten für Menschen mit Behinderungen – eine davon direkt in Bethlehem. Darüber hinaus gebe es Direkthilfen für sozial benachteiligte christliche Familien. „Für sie ist es eine Existenzgrundlage – ansonsten müssen sie das Land verlassen“, beschreibt Jux die Situation.

„Der Wegfall der Palmsonntagskollekte gefährdet unsere gesamte Arbeit“, betont auch Heinz Thiel, Generalsekretär des DVHL: „Hinzu kommt, dass der durch die Corona-Krise ausgelöste volkswirtschaftliche Schaden auch im Heiligen Land enorm ist und dass die Christen dort noch deutlich mehr als bisher auf unsere Hilfe und Solidarität angewiesen sein werden.“

Das bestätigt auch der Steinheimer Markus Jux, der gute Kontakte in das Heilige Land pflegt: „Derzeit gibt es eine Ausgangssperre, einen Einreisestopp für Ausländer und natürlich auch keine öffentlichen Feierlichkeiten am Palmsonntag. Ich bin selbst schon zu diesem Anlass vom Ölberg herunter in die Altstadt gezogen – leider wird es das in diesem Jahr nicht geben.“ Auch die Christen aus dem Westjordanland, die nur einmal im Jahr nach Jerusalem dürfen, hätten keine Einreisegenehmigung.

Die Kontoverbindung des Sonderkontos lautet: Deutscher Verein vom Heiligen Lande; Pax-Bank: IBAN: DE13 3706 0193 2020 2020 10; Stichwort: Spende zu Palmsonntag.

Gespendet werden kann auch im Internet.

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