Aktion in Steinheim: Bilder, Gedichte und Geschichten für Senioren „Ihr seid nicht vergessen“

Steinheim (WB). „Alles wird gut.“ Die zehnjährige Lisa hat einen schönen Regenbogen ausgemalt auf dem „Wir bleiben zuhause“ vermerkt ist und ihre Hoffnung in diese drei Worte gefasst. Finja ist acht Jahre alt und hat passend zur Jahreszeit ein grünes Osterei ausgeschnitten und eine kleine Geschichte geschrieben.

Von Ralf Brakemeier
Waltraud Pott (vorne) und Marita Kaufmann rufen alle Steinheimer dazu auf, für die Bewohner der örtlichen Seniorenheime, die derzeit keinen Besuch bekommen, Bilder zu malen, Geschichten oder Gedichte zu schreiben, um so ihre Verbundenheit zu zeigen.
Waltraud Pott (vorne) und Marita Kaufmann rufen alle Steinheimer dazu auf, für die Bewohner der örtlichen Seniorenheime, die derzeit keinen Besuch bekommen, Bilder zu malen, Geschichten oder Gedichte zu schreiben, um so ihre Verbundenheit zu zeigen. Foto: Ralf Brakemeier

Die beiden Steinheimer Mädchen gehören zu den ersten, die an einer besonderen Aktion für die Bewohner der Steinheimer Seniorenheime teilnehmen. Den Anstoß dazu hat Waltraud Pott gegeben: „Wir möchten den Menschen im St. Rochus Seniorenhaus und im Helene Schweitzer-Zentrum Nähe geben und ihnen sagen: ‚Ihr seid nicht vergessen‘.“

Alle Steinheimer sind aufgerufen, ein Bild zu malen, eine Geschichte oder ein Gedicht zu schreiben. Die Werke können dann in den Steinheimer Apotheken St. Rochus, Markt- und Engel Apotheke abgegeben werden. „Einmal in der Woche werden Frau Pott oder ich die Kisten abholen und sie kontaktlos in eines der beiden Seniorenheime bringen“, erklärt Marita Kaufmann, Vorsitzende des Vereins „Junge Kultur Steinheim“, der sich spontan an der Aktion beteiligt.

Seit mehr als zwei Wochen gilt für alle Bewohner von Alten- und Pflegeheimen eine Kontaktsperre, auch nächste Angehörige dürfen ihre Lieben aus verständlichen Gründen nicht mehr besuchen. Wie der Fall eines Wolfsburger Seniorenheims gezeigt hat, sind die alten Menschen durch den Coronavirus besonders bedroht ­(gestern war die Zahl der Toten auf 17 angestiegen).

„Wir wollen ein Zeichen setzen, dass wir an ältere und schutzbedürftige Menschen denken“, sagt Waltraud Pott, die im Bekanntenkreis durch einen schweren Corona-Fall betroffen ist und mit ihrem Mann selbst für zehn Tage in Quarantäne war. „Es ist unheimlich schwer, wenn man seine eigenen Enkelkinder nicht mehr in die Arme schließen darf“, weiß sie aus eigener Erfahrung. Mit den Einrichtungsleiterinnen Bernadette Linhoff und Annette Wennrich habe man Abmachungen getroffen, die Kisten mit den gesammelten Werken abzustellen. Die Bilder und Schriftstücke werden dann von geschützten Mitarbeitern in die Wohnbereiche gebracht. Marita Kaufmann: „Später sollen die Bilder laminiert und im Garten oder bei einer Freiluft-Kunstausstellung präsentiert werden. Die beiden Frauen arbeiten bereits in der Steinheimer „GeiSt“-Gruppe „Gemeinsam statt einsam“ zusammen.

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