Verlegung der Lother Straße: Interessen sollen in Einklang gebracht werden
Landwirte werden beteiligt

Steinheim(WB). Um die Stadtentwicklung im Osten Steinheims und die Perspektiven für die Landwirtschaft ging es bei einer Informationsveranstaltung im Friedrich-Wilhelm-Weber-Forum.

Donnerstag, 05.03.2020, 09:26 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 09:30 Uhr
Um diesen Bereich geht es bei der „Agrarstrukturellen Entwicklung“ in Steinheim: In einem transparenten Prozess sollen die Interessen aller Beteiligten einfließen und in Einklang gebracht werden – im Vordergrund die Lother Straße, die umgelegt werden soll. Foto: Heinz Wilfert

„Konkreter Anlass für die Untersuchung sind die geplante Verlegung der Lother Straße mit begleitendem Bodenordnungsverfahren, die mögliche Umgehungsstraße vom Schorrberg und die weitere bauliche Entwicklung in diesem Bereich,“ führte Rainer Runte, Planungsdezernent im Dezernat 33 bei der Bezirksregierung Detmold, in die Veranstaltung ein.

Im Wesentlichen ging es um die „Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung“. Im Auftrag der Bezirksregierung Detmold hat das Planungsbüro Sweco (Bremen) die Aufgabe, die unterschiedlichen Interessen in Einklang zu bringen. Mitarbeiter des Büros informierten Landwirte, Grundstückseigentümer und interessierte Zuhörer über die Inhalte, Ziele und die Vorgehensweise ihres Gutachtens.

Vereinbarkeit von Belangen der Eigentümer und Stadtentwicklung

Die Planer haben den Auftrag, alle Planungen und Entwicklungen in diesem von der Landwirtschaft geprägten Bereich zu erfassen, mögliche Konflikte zu untersuchen und Vorschläge zur Problemlösung zu entwickeln. Die zentrale Aufgabe besteht darin, die Belange der Grundstückseigentümer mit den Erfordernissen der Stadtentwicklung unter einen Hut zu bringen.

Die Ergebnisse des Gutachtens seien von zentraler Bedeutung, weil es sonst zu wenig Erkenntnisse gebe, um die Auswirkungen für die Grundstückseigentümer zu minimieren, so Runte. Mit der Untersuchung schaffe man die Voraussetzung und das Instrumentarium für die Planung sowie ein ausgereiftes Gutachten.

„Die Aufgabenstellung der Agrarstrukturellen Entwicklung (AEP) Steinheim Ost liegt in der vorausschauenden Betrachtung der agrarischen Situation und Entwicklung im gesamten östlichen Stadtgebiet zur Harmonisierung der städtebaulichen sowie der agrarstrukturellen Entwicklung,“ lautet die Aufgabenbeschreibung für die Sweco-Experten, um eine solide Entscheidungsgrundlage mit Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.

Transparenter Prozess wird angestrebt

Sweco Deutschland gibt es seit mehr als 60 Jahren. Das Unternehmen hieß vormals GfL Bremen. Mit diesem hatte Steinheim bereits gute Erfahrungen gesammelt. Sweco hat 35 Standorte in Deutschland, über 1600 Mitarbeiter erwirtschaften mit Tochtergesellschaften einen Umsatz von 141 Millionen Euro.

Durchgeführt wird die AEP über eine Bestandsaufnahme und Analyse, Zielformulierungen und Entwicklungsvorschlägen mit Handlungsempfehlungen. „Das geschieht in einem transparenten Prozess und unter Beteiligung der relevanten Akteure im Planungsgebiet – Landwirte, Grundstückseigentümer und der Träger öffentlicher Belange,“ erklärte Sweco-Projektleiter und Agraringenieur Roland Stahn das Vorgehen.

Zu betrachten und zu berücksichtigen sei auch die durch die Realteilung erfolgte Kleinteiligkeit der Flächen und die starke Besitzzersplitterung mit mehr als 300 Eigentümern und 1572 Flurstücken.

Verfahren beginnt Ende März

Das Untersuchungsgebiet erstreckt sich auf insgesamt 1344 Hektar. Diese Fläche stelle allerdings kein Dogma dar und könne jederzeit verändert werden. Stahn machte deutlich, dass die untersuchten Flächen ein landwirtschaftliches Kerngebiet darstellten und auch bleiben sollen. Betrachtet werden für das Konzept neben dem Naturschutz, die Problematik von Erosionen und die Wasserwirtschaft, aber auch agrarstrukturelle Defizite wie die schlechten Wegezustände.

Das Verfahren soll Ende März beginnen. Weil die Planung nur mit der Landwirtschaft möglich sei, setzen die Planer auf ein Höchstmaß an Transparenz und viele Gespräche. „Wir sprechen mit jedem Landwirt und Betriebsleiter,“ kündigte Stahn an. Zu einem wichtigen Instrument wird ein runder Tisch mit sämtlichen Gruppen – Landwirten, Stadt, Bezirksregierung, Kreis und Naturschutzvertreter.

Auch die Anlieger sollen in den Prozess eingebunden werden. In einem Workshop werde weiter analysiert und über konkrete Ergebnisse beraten. Im Ergebnis soll ein abgestimmtes Planungs- und Handlungskonzept auf der Grundlage von belastbaren Zahlen und Fakten zu einvernehmlichen Zielvorstellungen führen, mit denen auch Aussagen zu einem möglichen Bodenordnungsverfahren getroffen werden können. „Es wird ‚Ihr‘ Gutachten. Wir leisten eigentlich nur Hilfestellung,“ sagte Sweco-Projektleiter Robert Stahn den Zuhörern in Steinheim.

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