Städtische Realschule Steinheim erhält besondere Auszeichnung „Eine Schule mit Courage“

Steinheim (WB). Über die Titelverleihung zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ darf sich die Schulgemeinschaft der Städtischen Realschule Steinheim freuen. Im Rahmen einer Feierstunde, an der neben Schüler- und Elternvertretern auch Steinheims Bürgermeister Carsten Torke teilnahm, wurde dieser Titel durch Rüdiger Gleisberg von der regionalen Koordinierungsstelle des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Höxter übergeben. Damit gehört die Realschule Steinheim jetzt einem Netzwerk von 2800 Schulen an, die es sich zur Selbstverpflichtung machen, Demokratie, Menschenwürde und ein solidarisches Miteinander in besonderer Weise in den Schulalltag zu integrieren.

Die Realschule Steinheim freut sich über die Auszeichnung. Es sei eine Leistungen aller Beteiligten.
Die Realschule Steinheim freut sich über die Auszeichnung. Es sei eine Leistungen aller Beteiligten. Foto: Realschule Steinheim

Im diesem Licht sieht auch Schulleiterin Verena Speer-Ramlow die Auszeichnung: „Ich denke, wir alle hier in der Schule sind uns einig, dass wir dies sein möchten, eine Schule mit Courage. Werte wie Toleranz, Wertschätzung und Respekt sollen oberste Priorität in unserer bunten Schulgemeinschaft und unserem täglichen Miteinander haben.“

Auf einen einjährigen Weg mit vielen Stunden Arbeit, vor allem auch außerhalb des Unterrichts, schaut die Initiativgruppe zurück, die den ersten Impuls zum Erhalt der Auszeichnung gab. Diese setzt sich aus Schülern der Jahrgangsstufe 10 zusammen und bildete sich, nachdem im Religionsunterricht das Thema Ausgrenzung und dessen Folgen behandelt wurde. Unterstützung fand die Gruppe von Anfang an bei Schulpfarrerin Christiane Neumann und Religionslehrer Benjamin Scholand, die das Engagement der Schüler begrüßten. „Um die Auszeichnung zu erhalten, müssen 70 Prozent der Schüler, Lehrer und des weiteren Schulpersonals eine Erklärung unterschreiben, in der sie sich dazu bereit erklären, gegen Rassismus und Diskriminierungen vorzugehen“, berichtet Yannick Beks und Jana Langer ergänzt stolz: „Wir haben 90 Prozent überzeugen können. Dafür haben wir sogar zwei Filme gedreht und mit den Schülern jeder Klasse diskutiert!“ Bundeligaprofi Sebastian Schonlau vom SC Paderborn 07, der die Patenschaft für das Projekt übernommen hat, konnte nicht persönlich anwesend sein, gratulierte jedoch per Videobotschaft und fand auch nachdenkliche Worte, indem er mahnte „dass das Wir im Mittelpunkt steht und nicht die Anderen!“ So sei es schließlich auch auf dem Fußballplatz, wo man gemeinsam im Team viel stärker sei und voneinander profitiere.

Ein Leuchtturm der Schule

Bürgermeister Carsten Torke gratulierte in seiner Ansprache allen Beteiligten für die enge Zusammenarbeit und stärkte den engagierten Schülern den Rücken, indem er feststellte, dass diese Auszeichnung ein „Alleinstellungsmerkmal und somit ein weiterer Leuchtturm der Realschule Steinheim“ sei. Torke mahnte aber auch, dass Vorfälle, wie es sie in Mölln, Hoyerswerda oder Rostock zu Beginn der 90er-Jahre gegeben habe und die zur Gründung des Netzwerkes geführt haben, gerade in der heutigen Zeit nicht in Vergessenheit geraten dürfen. „Es erfordert viel Mut, couragiert zu handeln“, so Torke, „aber es geht immer um den Menschen!“

Die Schülersprecher Chiara Giesbrecht und Erik Bosselmann verglichen in ihrer Rede sehr bildlich die 570 Realschüler mit Puzzleteilen, die alle unterschiedlich sind. “Erst wenn alle Puzzleteile zusammengesetzt sind, wird ein schönes Bild daraus!“, stellten sie den nötigen Zusammenhalt der Schülerschaft dar.

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