Informationsabend zum Mehrgenerationenwohnen: Projekt in Steinheim steht ganz am Anfang »Oven-Haus« in Steinheim stellt sich vor

Steinheim (WB/nf). Der demografische Wandel mit seinen Herausforderungen stellt in Deutschland auch an das Wohnen neue Ansprüche. Wenn über alternative Wohnformen diskutiert wird, taucht immer wieder das Mehrgenerationenwohnen auf. Auch in Steinheim existiert die Idee, eine derartige Wohnform umzusetzen.

Das Mehrgenerationenwohnen wurde anhand der Beispiele in Lemgo und Höxter vorgestellt (von links): Steinheims Demografiebeauftragter Alexander Rauer, Antje Ovenhausen, Anita Bönte, Karin Sielemann, Klaus Ovenhausen und Jens Conrad.
Das Mehrgenerationenwohnen wurde anhand der Beispiele in Lemgo und Höxter vorgestellt (von links): Steinheims Demografiebeauftragter Alexander Rauer, Antje Ovenhausen, Anita Bönte, Karin Sielemann, Klaus Ovenhausen und Jens Conrad. Foto: Heinz Wilfert

Ein öffentlicher Informationsabend zum Mehrgenerationenwohnen in Steinheim stieß bei mehr als 60 Interessierten auf Resonanz. Vorgestellt wurden die beiden Projekte »Pöstenhof« Lemgo und »Papenstraße« Höxter. Mehrgenerationenwohnen bedeutet, dass mehrere Haushalte unter einem Dach in separaten Wohnungen leben, sich aber für das gemeinschaftliche Leben, für eine gegenseitige Unterstützung oder die Verfolgung gemeinsamer Lebensgrundsätze entschieden haben. Insbesondere aktive Senioren können hier ein Betätigungsfeld zur Unterstützung älterer und jüngerer Generationen finden.

Unterschiedliche Wohnungsgrößen

Die unterschiedlichen Größen, Strukturen und Konzepte machten deutlich, wie breit nachbarschaftliche Wohnkonzepte gedacht werden können. In Lemgo wurde eine ehemalige Fabrik über eine Wohnungsbaugesellschaft zum Mehrgenerationenwohnen umgebaut. Faszinierend daran: Unter einem Dach leben neben älteren Personen auch viele Kinder. »Senioren haben ihre Häuser verkauft und sind glücklich in ihrem neuen Umfeld, das kein Altersheim ist«, so Anita Bönte und Jens Conrad.

Das Objekt in Höxter besteht aus Eigentums- und vermieteten Wohnungen, barrierefrei und mit Aufzug. Selbst zukunftsfähige Modelle seien bereits selbstverständlich. Fünf Personen teilen sich ein Auto – und das funktioniere sehr gut. Wer sich für ein alternatives Wohnmodell entscheiden möchte, für den hatte Karin Sielemann (Papenstraße Höxter) einen Tipp: »Man muss dafür brennen und selbst die Initiative ergreifen.« Betont wurde auch, dass es in den Häusern eigene Wohneinheiten gäbe. »Mit Kommune hat das nichts zu tun«, betonte Sielemann. Die Projekte oder Wohngruppen werden in den wesentlichen Bereichen von den Bewohnern selbst organisiert. Genutzt werden können die Gemeinschaftseinrichtungen, aber unter dem Motto »jeder kann, keiner muss«.

Mehrgenerationenkonzept

Besonderes Interesse galt an diesem Abend der Vorstellung der Projektidee von Antje und Klaus Ovenhausen, die in ihrem Haus in der Gartenstraße Steinheim ein Mehrgenerationenkonzept verwirklichen können und dafür Mitstreiter suchen. Das Konzept steht noch ganz am Anfang, soll nun aber in die nächste Phase gehen. Am Mittwoch, 27. November, findet ein Treffen im Saal des Hotels am Markt statt, um das Projekt unter dem Thema »Oven-Haus« weiterzuverfolgen. Beginn ist um 19 Uhr. Alle Interessierten sind eingeladen.

Für die Kommune bedeutet Mehrgenerationenwohnen einen wichtigen Baustein zur Angebotsausweitung auf dem Wohnungsmarkt sowie zur Verwirklichung individueller Wohn- und Lebensvorstellungen, aber auch einen guten Beitrag zum Wohnen im Alter und um junge Menschen am Ort zu halten. Von derartigen Wohnprojekten können Impulse zur Stadtentwicklung, zur sozialen Stabilisierung von Quartieren und die Förderung bürgerschaftlichen Engagements ausgehen. Zahlen der demografischen Entwicklung für Steinheim untermauern das: Zwischen 2018 und 2040 nimmt der Anteil der 65- bis 80-Jährigen um 50,6 Prozent zu, der Anteil der über 80-Jährigen steigt sogar um über 90 Prozent, während der Anteil der Jüngeren drastisch abnimmt. Für die Emmerstadt sind 2040 11.300 Einwohner prognostiziert, 4400 (fast 40 Prozent) sind dann 65 Jahre und älter.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7087294?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851055%2F