Vinsebecker Spielmannszug blickt auf 70-jährige Geschichte – Konzert und Rundmarsch in der Steinheimer Ortschaft
Reichsgraf stiftete Tambourstab

Steinheim (WB). In der Vinsebecker Gastwirtschaft Müller kamen im Juli 1949 junge Männer zusammen, um ein Tambourkorps zu gründen. Bernhard Horstmann wurde zum Vorsitzenden gewählt, Bernhard Schumacher zum Schriftführer und Kassierer. Seit sieben Jahrzehnten setzen die Musiker in der Region Ausrufezeichen. Am Wochenende (7. und 8. September) feiern sie das 70-jährige Bestehen.

Freitag, 06.09.2019, 13:16 Uhr aktualisiert: 06.09.2019, 13:18 Uhr
So fing alles an: 1949 wurde in Vinsebeck der Spielmannszug gegründet, der 1950 beim Schützenfest seinen ersten Auftritt hatte. Foto: Vereinsarchiv

Am Samstag, 7. September, findet um 18 Uhr ein Konzert des Spielmannszuges mit Märschen und Konzertstücken statt – Dirigentin ist Sarah Schäfer und der Tambour Wolfgang Jacke. Um 21 Uhr steigt die Jubiläumsparty mit der Band »Impuls«. Am Sonntag, 8. September, werden um 13 Uhr 15 Gastvereine empfangen, um 13.30 Uhr folgt die Stabführerbesprechung sowie um 14 Uhr der Rundmarsch mit Festrede und das abschließende Gemeinschaftsspiel. Um 15 Uhr wird das Bühnenspiel der Gastvereine eröffnet. »Feiern Sie mit uns einige gesellige Stunden«, heißt es beim Jubelverein am Wochenende.

Die ersten Jahre des jungen Spielmannszuges waren hart, manche Schwierigkeit mussten gemeistert werden, weil sechs der Gründungsmitglieder schon im ersten Jahr das Handtuch warfen. Den übrigen zehn Mitgliedern gelang es aber, Instrumente zu besorgen. Auch der erste Sponsor war bald gefunden: »Zimmer-Stellmachermeister« Anton Böddecker spendierte vier Tische, an denen die Trommler Samstagabends unter der Leitung des Vorsitzenden die ersten Stücke üben konnten.

Erster Auftritt in 1950

Die Flötisten erlernten ihr Spiel unter der Leitung von Reinhold Lause. Schon nach kurzer Zeit hatte der Verein fünf Märsche im Repertoire: Den Torgauer Marsch, den Lieben-Marsch, den Armeemarsch 113 sowie Locke und Zapfenstreich.

Noch im Dezember des Gründungsjahres entschied sich der junge Verein für eine gold-blaue Uniform. Reichsgraf Wolff Metternich stiftete »in liebevoller Weise« (so die Überlieferung) einen Tambourstab. Damit war der Spielmannszug für seinen ersten öffentlichen Auftritt beim Schützenfest Pfingsten 1950 gerüstet.

Teilnahme am Rosenmontagszug

Seither setzen die Vinsebecker Musiker bei den Umzügen vieler Feste die musikalischen Akzente. Schon 1952 kam es zur ersten Teilnahme am Steinheimer Rosenmontagszug, den sie seither ununterbrochen begleiten.

1955 wurden mehrere Fanfaren angeschafft. In den 70e-Jahren erlebte der Spielmannszug eine Blüte: 1971 hatte der Spielmannszug die in der Geschichte des Vereins einmalige Zahl von 60 aktiven Mitgliedern erreicht, darunter waren allein 14 Mädchen.

Moderne Stücke über Samba bis Polka

Was zu Beginn der langen Vereinsgeschichte als »Knüppelmusik« belächelt wurde, gilt längst nicht mehr. Der Spielmannszug Vinsebeck hat sich musikalisch immer weiter entwickelt. Gespielt werden heute nicht nur Märsche, sondern auch diverse Bühnenstücke und moderne Stücke über Samba bis zur Polka.

Der Jugend werden die Grundlagen der Notenlehre vermittelt. Bei Probenwochenenden werden neue Stücke einstudiert. Heute macht den Verein der Mix aus jungen und älteren Mitspielern, ein umfangreiches musikalisches Repertoire, hoch motivierte humorvolle Musikanten und die lockere zwanglose Vereinsatmosphäre aus.

Übungsabende in der Grundschule

Im Jubeljahr besteht der Spielmannszug aus 29 aktiven und 29 passiven Mitgliedern. Zwei Jugendliche befinden sich in der Ausbildung als Trommler. »Wer Spaß an der Musik hat und ein Instrument erlernen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen«, heißt es beim Vorstand. Die Übungsabende finden immer montags ab 20 Uhr im Probenraum in der Grundschule Vinsebeck statt.

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