Aula im Schulzentrum ihrer Bestimmung übergeben – »Leuchtturm« im Schulleben
Ein Jahr »ohne« ist vorbei

Steinheim (WB). Bratengeruch und Geschirrgeklapper bei der Begrüßung, trockene Atmosphäre bei Ehrungen in der Sporthalle, zig Umzugskartons beim »Auswärtsspiel« im Schafstall – humorvoll beschreibt Schulleiter Marko Harazim das Fehlen der Aula im Schulzentrum Steinheim. Seit Montag ist diese Zeit vorbei.

Dienstag, 04.06.2019, 09:26 Uhr aktualisiert: 04.06.2019, 09:54 Uhr
Bei der symbolischen Schlüsselübergabe (von links): Bürgermeister Carsten Torke, Realschulrektorin Verena Speer-Ramlow, Marko Harazim, Direktor des Gymnasiums, und Bauleiter Jürgen Hansel freuen sich über den gelungenen Umbau. Foto: Ralf Brakemeier

Viele glückliche Gesichter waren am Montag in der neuen Aula von Realschule und Gymnasium Steinheim auszumachen. Bauleiter Jürgen Hansel konnte offiziell die Schlüssel für das neue Veranstaltungszentrum an Bürgermeister Carsten Torke sowie die Schulleiter Verena Speer-Ramlow (Realschule) und Marko Harazim (Gymnasium) übergeben.

»Wie wichtig die Aula für das Schulleben ist, merkte man erst, als sie fehlte«, spielte Harazim auf das Jahr ohne Aula an. Zehn Monate haben die umfangreichen Bauarbeiten gedauert, 1,2 Millionen Euro war der Kostenrahmen, der auch eingehalten werden konnte.

Mehr als 50 Jahre haben Schulzentrum und Aula »auf dem Buckel«. Ein Grund, warum die Umbauarbeiten deutlich aufwendiger wurden, als zunächst geplant. Die energetische Sanierung bedingte eine neue Statik und die wiederum ein neues Flachdach für den Gebäudeteil.

Auch das Schall- und Lichtkonzept führte zu größeren Baumaßnahmen. Dass dies alles bei »laufendem Betrieb« umgesetzt werden konnte, dafür bedankte sich Bürgermeister Torke vor allem bei Lehrern und Schülern der Realschule, die von den Bau-Beeinträchtigungen am meisten betroffen waren.

Erste Veranstaltung ist eine Theateraufführung

»Wir hatten schon unsere Bedenken«, gibt Rektorin Verena Speer-Ramlow angesichts von Kränen und Baumaschinen auf dem Schulhof zu. Die Baumaßnahmen hätten aber »gut geklappt« und weniger Unannehmlichkeiten verursacht, als befürchtet. Mit der Aula hätten die Schulen dafür einen weiteren »Leuchtturm« in ihrer Bildungsarbeit hinzugewonnen, so Speer-Ramlow.

Schon am Mittwoch wird die Aula zum ersten Mal »in Betrieb genommen«. Die Theatergruppe des Gymnasiums führt ein Shakespeare-Stück auf. »Sommerkonzert, Jugendtheater und die Übergabe der Abi-Zeugnisse folgen in den kommenden Wochen«, ist Marko Harazim froh, die Aula nun wieder nutzen zu können.

Für die feierliche Atmosphäre bei der offiziellen Einweihung waren Schüler beider Schulen zuständig. Luisa Koch und Nele Krugmann, beide aus der 8c der Realschule, sorgten für die humorvolle Moderation, Giuliana Ernst am Klavier, der Oberstufenchor des Gymnasiums und ein Saxophon-Duo aus der »Young Band« für die musikalische Untermalung.

»Im Miteinander unschlagbar.« Diese Worte von Bürgermeister Carsten Torke galten nicht nur für die Handwerker, die Planer und die Verwaltung, die das Projekt fristgerecht umgesetzt haben. Auch die Kombination aus Aula, Friedrich-Wilhelm-Weber-Zentrum und Stadthalle – hier erfolgt das Richtfest in der kommenden Woche – als drei Veranstaltungsorte mit unterschiedlichen Schwerpunkten sei unschlagbar und vorbildlich, so der Bürgermeister. Er wünscht sich, dass die neue Aula wieder für Generationen von Schülern ein Ort der Musik, des Theaters und der Literatur werde.

Kommentar

Eine moderne Aula, das neue Kulturzentrum und eine durchsanierte Stadthalle – um die Möglichkeiten, die Steinheim seinen Bürgern, den Vereinen, den Schülern von Realschule und Gymnasium bietet, wird die Stadt sicher von vielen Gemeinden beneidet. Vom Himmel gefallen sind diese Errungenschaften, die zu den immer wichtiger werdenden so genannten »weichen Standortfaktoren« zählen, aber nicht. Neben viel Sachverstand in der Verwaltung und dem nötigen Kleingeld in der Stadtkasse, machte diese positive Entwicklung vor allem der Zusammenhalt in der Politik möglich. Nicht ein Gegeneinander aus parteitaktischen Erwägungen, sondern ein Miteinander für die Bürgerinnen und Bürger der Emmerstadt prägt seit Jahren den Politikstil in Steinheim. Mit Erfolg, wie die jüngsten Meilensteine in der Stadtentwicklung zeigen. Über kurz oder lang, so die Hoffnung auch von Bürgermeister Carsten Torke, wird sich das auch in Arbeitsplätzen und Neubürgern auszahlen.

Von Ralf Brakemeier

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