Michaela Gemkes Leidenschaft begann mit einer verdreckten Puppe Ein Herz für Barbies

Steinheim-Rolfzen (WB). Seit 1959 lässt die hübsche Blondine Kinderherzen höher schlagen und steht über Generation hinweg auf dem Wunschzettel: Barbie hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Kultfigur entwickelt. Michaela Gemke aus Rolfzen sammelt seit mehr als 18 Jahren Barbiepuppen.

Von Sarah Schünemann

Hier hält Michaela Gemke eine »Kelly« aus dem Jahre 1972, eine der ältesten ihrer 1000 Exemplare. Foto: Sarah Schünemann

Wenn Michaela Gemke sich an ihre Kindheit erinnert, kommen ihr vor allem Szenen in den Kopf, in denen sie mit ihrer Barbiepuppe spielt. »Ich hatte eine einzige echte Barbie von Martell. Die anderen Puppen waren Petras und später Steffis«, erzählt die 45-Jährige. Als Jugendliche hat sie die Puppen dann abgegeben – und vor 18 Jahren ihre Leidenschaft auf einem Flohmarkt neu entfacht.

Das erste Sammlerstück

»Die Barbie lag dort zum Verkauf. Sie war total verdreckt, also hab ich sie mit nach Hause genommen«, erinnert sie sich an ihre erstes Sammlerstück zurück. Die Bauzeichnerin reinigte die Puppe gründlich.

Ausstellung

Die Barbiesammlung von Michaela Gemke wird ab Sonntag, 8. April, bis einschließlich dem 29. April zum ersten Mal ausgestellt. Die Puppen aus den letzten 59 Jahren werden im Teddymuseum Steinheim, Höxterstraße 11, ausgestellt. Die Eröffnung ist am 8. April um 15 Uhr. Das Museum ist regelmäßig mittwochs, donnerstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet

Ein Kleid trug sie aber nicht. Deshalb fuhr sie auf den nächsten Flohmarkt, um ihr Kleidung zu kaufen. Die Händlerin verkaufte aber nur eine ganze Kiste mit Sachen. Darin waren neben Unmengen an Kleidung zwei weitere Barbies.

»Das eine führte zum anderen, und jetzt habe ich fast 1000 Stück verteilt auf unsere Regale und verpackt in Kartons«, sagt sie lachend.

Die teuerste Puppe, meint sie, werde momentan mit 800 Dollar auf dem US-Markt gehandelt. Dort sei die Fangemeinde größer als in Deutschland.

»Ich habe aber auch schnell gemerkt, dass ich hier nicht die einzige mit diesem ›Knall‹ bin«, erzählt sie. Eine ihrer Freundinnen sammelt beispielsweise nur Barbie-Pferde. Gemke ist bei ihren Sammlerstücken aber nicht festgelegt. Sie hat Pferde, Hunde und viele andere Accessoires zu den Puppen.

Frau Frankenstein

»Manche sammeln nur Barbies mit einer bestimmten Haarfarbe oder aus einer gewissen Zeit. Mir müssen sie einfach nur gefallen«, erzählt die Rolfzerin. Nach einem Modell hat sie dann aber doch explizit gesucht: Die Barbie aus ihrer Kindheit sollte es sein. Lange blonde Haare und ein blaues Spitzenkleid, die Puppe hält die Erinnerungen an diese Zeit wach.

Aus ihrer Sammelleidenschaft hat sich ein richtiges Hobby entwickelt. Dazu gehört auch die Reparatur. Dazu tauscht sie kaputte Arme oder Köpfe aus und zieht sogar Haare ein. Das Einziehen der feinen Kunsthaare erfordert Geschick und Geduld. »Das dauert um die acht Stunden«, sagt sie.

»Manchmal komme ich mir vor wie Frau Frankenstein«, ergänzt sie und lacht. Auch die Anziehsachen der kleinen Puppen näht sie größtenteils selber. Ob Kleid, Schlaghose oder Gürtel – Michaela Gemke hübscht alle ihre Barbies wieder auf.

Die Kultblondine hat zugelegt

Im nächsten Jahr feiert die Kultblondine ihren 60. Geburtstag. Die erste Puppe rollte im März 1959 über das Laufband. Das älteste Modell von Gemke stammt aus den 60er Jahren. »Das Aussehen hat sich mit den Jahren deutlich verändert«, erklärt die 45-Jährige.

Seit der Jahrhundertwende sei die Taille nicht mehr so extrem schlank, und sie habe einen richtigen Bauchnabel bekommen. Einige Serien haben inzwischen richtige Gelenke, sodass sogar Hände und Füße bewegt werden können. Barbies Gatte Ken ist im übrigen erst zwei Jahre später entstanden. »Ziemlich fortschrittlich für die 50er Jahre«, sagt Michaela Gemke scherzend und setzt eine der Puppen zurück in den Aufsteller.

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