»Weidenköppen«: Waldjugend trotzt widriger Witterung Gemeinsam für die Natur aktiv

Steinheim (WB). Wind, Regen, Kälte und sogar Hochwasser hielten die Mitglieder der Steinheimer Waldjugend in den vergangenen Wochen nicht davon ab, ehrenamtlichen Natur- und Umweltschutz zu betreiben. Bereits seit 1975 kümmert sich die Waldjugend um die Erhaltung der Kopfweidenbestände und Hecken in der Emmerstadt.

Von Greta Wiedemeier
Mitten in den »geköppten« Weiden: Die Mitglieder der Steinheimer Waldjugend haben Durchhaltevermögen bewiesen und fast 40 Weiden zurückgeschnitten: (von links) Ahmad Ambar, »Sheriff« Helmut Struck, Philipp Schriegel, Christian Galler, Jana Schriegel, Jan Bockelkamp, Waldjugendleiter Torsten Struck, Robin Lohre, Maximilian Pott, John Regier und Lucas Brandt.
Mitten in den »geköppten« Weiden: Die Mitglieder der Steinheimer Waldjugend haben Durchhaltevermögen bewiesen und fast 40 Weiden zurückgeschnitten: (von links) Ahmad Ambar, »Sheriff« Helmut Struck, Philipp Schriegel, Christian Galler, Jana Schriegel, Jan Bockelkamp, Waldjugendleiter Torsten Struck, Robin Lohre, Maximilian Pott, John Regier und Lucas Brandt. Foto: Greta Wiedemeier

Diese sind ein wertvoller und landschaftsprägender Bestandteil an Bächen und Flüssen und müssen alle sieben bis zehn Jahre zurückgeschnitten werden. Mit dieser Aufgabe haben bereits nach den Weihnachtsfeiertagen die älteren Mitglieder unter der Leitung von Torsten Struck begonnen.

31 Weiden bis zum Dreikönigstag

Ganz ungefährlich ist die Arbeit nicht: Es kommt vor, dass das lange Weidengeäst, auf dessen Stamm man erst einmal einen geeigneten Sägeplatz finden muss, nicht immer genau dahin fällt, wo man es gern haben möchte. Doch diese Gefahr kann durch langjährige Erfahrung minimiert werden: Viele der Mitglieder haben im Voraus an verschiedenen Motorsägenlehrgängen teilgenommen und konnten ihr dort erworbenes Fachwissen zu Fällmethoden und Schutzausrüstung nun in die Praxis umsetzen. Bis zum Dreikönigstag waren bereits 31 Weiden geschafft, die restlichen folgten am vergangenen Samstag. Damit ist die Arbeit aber noch nicht getan: Es folgen noch einige weitere Forsteinsätze mit Aufräumarbeiten. Das abgeschnittene Astwerk muss an die Wirtschaftswege gerückt und restliche Äste müssen aufgesammelt werden, um die Weideflächen wieder nutzbar zu machen.

Kosten übernimmt Stiftung

Dabei bekommen auch die jüngsten Mitglieder die Chance, diese wichtige Arbeit im Natur- und Umweltschutz kennenzulernen. »Die Kinder können auch uns Gruppenleiter immer mit Fragen löchern, denn es gibt viel zu entdecken in den alten Köpfen der Weidenbäume«, erzählt »Sheriff« Helmut Struck. Die Kostendeckung für die Forsteinsätze übernahm die Stiftung für Natur, Heimat und Kultur im Steinheimer Becken. Durch den Zuschuss kann für die Gerätschaften und die Verpflegung der Helfer gesorgt werden.

Hilfe aus Hiddenhausen

Unterstützung gab es in diesem Jahr nicht nur aus Steinheim: Ein Motorsägenführer aus der Waldjugendgruppe Hiddenhausen bot seine Hilfe an. Als Gegenleistung werden einige Steinheimer im März zu einem Forsteinsatz nach Hiddenhausen fahren und dort mit anpacken. Im Anschluss an die Kopfweidenpflege steht noch die Läuterung eines Feldgehölzes an. Auch dies soll zügig angegangen werden, damit die Arbeiten fristgerecht bis Ende Februar abgeschlossen werden können.

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