Lucas Wienhold berichtet von brutalem Angriff am Mittwochmorgen Messerattacke am Bahnhof

Steinheim (WB). Lucas Wienhold (25) steht verängstigt an der Bushaltestelle am Steinheimer Bahnhof. An der Wand des Unterstandes klebt immer noch sein Blut. Er ist am frühen Mittwochmorgen Opfer einer hinterlistigen Messerattacke geworden, die er mit Glück überlebt hat.

Von Dennis Pape und Isabell Waschkies
Lucas Wienhold zeigt am Tatort seine verbundene Hand, auf die ein Mann mit einem Messer am frühen Mittwochmorgen mehrfach eingestochen hat. Bei dem Überfall am Steinheimer Bahnhof erlitt der 25-Jährige auch eine Verletzung am Gesäß.
Lucas Wienhold zeigt am Tatort seine verbundene Hand, auf die ein Mann mit einem Messer am frühen Mittwochmorgen mehrfach eingestochen hat. Bei dem Überfall am Steinheimer Bahnhof erlitt der 25-Jährige auch eine Verletzung am Gesäß. Foto: Dennis Pape

»Todesangst« auf dem Boden der Haltestelle

Der Steinheimer war nachts um 1 Uhr in der Dunkelheit auf dem Weg zum Bahnhof, um zunächst Geld abzuheben und dann Zigaretten zu holen. Am Freitag schilderte er dem WESTFALEN-BLATT am Tatort die schreckliche Situation, in die er zwei Tage zuvor geraten war: »Es war dunkel, lediglich eine Laterne spendete etwas Licht. Plötzlich hörte ich Schritte hinter mir, ich habe mich aber nicht umgedreht. Dann habe ich einen Stich in mein Gesäß gespürt und hinter mir einen Mann mit einem 30 Zentimeter großen Küchenmesser gesehen. Er warf mich zu Boden und schrie in gebrochenem Deutsch immer wieder ›Ich bring’ Dich um!‹« Der 25-Jährige lag mit »Todesangst« auf dem Boden an der Bushaltestelle. Er sei dem Mann, der nach Aussage des Opfers lange dunkle Haare und einen kurzen Bart hatte sowie gut gekleidet war, ausgeliefert gewesen – er habe noch drei weitere Messer dabei gehabt, schildert das Opfer.

Geflüchtet während Täter seelenruhig raucht

»Der Mann hatte puren Hass im Gesicht und brüllte immer wieder, dass er mich umbringen werde. Dann trat er mir ins Gesicht und vor die Schulter, anschließend stach er mir noch mehrere Male in die Hand und ins Schienbein«, erzählte Lucas Wienhold, dem beim Sturz auf den Boden eine Schachtel mit Zigaretten, sein Ausweis und sein Handy aus der Jackentasche fiel. »Plötzlich ließ der Mann von mir ab, nahm eine Zigarette aus der Schachtel und rauchte seelenruhig in ein paar Metern Entfernung. Diese Situation habe ich genutzt, um zu flüchten.«

Nachdem der Steinheimer von zu Hause die Polizei verständigt hatte, wurde er bereits im Krankenwagen vor der Haustür – dort wurden seine Wunden behandelt – von den Beamten verhört. »Ich habe den Mann schon mehrfach bei Spaziergängen gesehen und weiß wo er lebt«, berichtete der 25-Jährige. Die Polizei habe das Opfer später informiert, dass sie den mutmaßlichen Täter ermittelt und mit auf die Wache genommen habe. Bei ihm habe sie unter anderem auch das Handy von Lucas Wienhold gefunden.

Rettungsdienst behandelt Schnittwunden

Diesen Aspekt konnte die Polizei am Freitagnachmittag jedoch nicht bestätigen, die Pressestelle war nicht mehr zu erreichen. »Zum Täter können wir derzeit keine weiteren Angaben machen. Auch nicht, ob er sich derzeit noch in Gewahrsam befindet«, sagte Alfred Menzel von der Polizei-Leitstelle auf Nachfrage. Seinen Angaben zufolge habe das Opfer durch den Angriff »leichte Schnittwunden« an der Hand erlitten, die vom Rettungsdienst vor Ort behandelt werden mussten.

»Tagelang nicht aus dem Haus getraut«

Wienhold klagt dagegen auch über eine nach seinen Angaben zwei Zentimeter tiefe Wunde am Gesäß, beim Laufen habe er Schmerzen. Tiefer seien jedoch anderen Wunden, wie er sagt: »Die Stichverletzungen verheilen. Seit dem Überfall habe ich mich aber tagelang nicht aus dem Haus getraut. Wenn ich einschlafe, werde ich nach wenigen Minuten wieder wach – weil ich immer wieder das Gesicht des Mannes sehe, der mich in dieser Nacht mit seinen Messern abstechen wollte.«

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