Steinheimer Verein »Äthiopienhilfe« finanziert Projekte in Afrika Hilfe zur Selbsthilfe

Steinheim (WB/nf). Der Einsatz der »Äthiopienhilfe Steinheim« für das afrikanische Land wird ungebrochen fortgesetzt. Neben den drei unterstützten Kliniken geht es dem Verein jetzt vor allem um Investitionen in Bildung, aber auch um die Ausbildung von qualifiziertem medizinischen Personal.

Hilfe, die ankommt« – das garantiert die »Äthiopienhilfe Steinheim«, hier mit einem neuen Kalender (von links): Cornelia Düwel-Westphal, Bernhard Nalbach und Heike Nalbach
Hilfe, die ankommt« – das garantiert die »Äthiopienhilfe Steinheim«, hier mit einem neuen Kalender (von links): Cornelia Düwel-Westphal, Bernhard Nalbach und Heike Nalbach Foto: Heinz Wilfert

Dass der kleine Verein etwas richtig »Großes« leistet, zeigt sich an den enormen Finanzleistungen. Zwischen 70.000 und 100.000 Euro wurden Jahr für Jahr seit acht Jahren gesammelt und direkt nach Äthiopien überwiesen – für den Betrieb der Kliniken in Burat, Dakuna und Galiye Rogda, für Frauenprojekte, den Bau eines Schulkindergartens mit der Schulspeisung, die Ausbildung von Pflegern und medizinischen Kräften.

»Konzept hat Hand und Fuß«

»Unser Konzept hat Hand und Fuß. Um das Budget müssen wir aber stetig kämpfen«, beschreibt Dr. Bernhard Nalbach im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT die Erfolge. Die könnten allerdings nur gesichert werden, wenn die Mittel weiter zur Verfügung gestellt werden. Zum Erfolg trage bei, dass die katholische Kirche mit ihrem Bischof die Projekte in Äthiopien mit unterstützt und so die Kontinuität in einem einigermaßen stabilen und sicheren Land bewahrt werde.

Politische Verantwortung

Hilfe für Afrika müsse ständig ins Bewusstsein rücken, weil es in Deutschland auch eine politische Verantwortung gäbe. Wenn man der nicht gerecht werden, hätten diese Länder kaum eine Chance. Dafür tragen bereits viele Menschen mit kleinen und größeren Spenden bei, weil sie wissen, die Hilfe aus Steinheim ist eine, die tatsächlich wirkt, »weil jeder gespendete Euro eins zu eins ankommt«. Das habe für die ganze Region Auswirkungen, denn davon profitieren auch die Handwerker, weiß Nalbach. Weil die Gehälter steigen, was durchaus wünschenswert sei, würden aber auch die Aufwendungen steigen. Dennoch träumen die Mediziner bereits vom Bau eines weiteren Schulkindergartens in Wogepeda – in der Nähe von Burat, wo kaum Infrastruktur vorhanden sei, also weder Strom noch Toiletten.

In Bildung investieren

In Bildung zu investieren sei der wichtigste Schritt, damit sich Entwicklungsländer wie Äthiopien erfolgreich entwickeln können. Für ihre Ziele tut die Äthiopienhilfe sehr viel und sorgt für permanente Transparenz. »Steinheim identifiziert sich mit unserer Verantwortung für Äthiopien«, stellt Nalbach fest, der sich aber noch mehr vorstellen kann, um die Hilfe auf eine langfristige Basis zu stellen, etwas Vergleichbares wie Kalemie – ohne dann in Konkurrenz zur Steinheimer Patenstation im Kongo zu treten. »Wir können unsere Freunde nicht im Stich lassen«, klingt wie ein Versprechen von Nalbach.

Sponsorenläufe der Schulen helfen

Dass sie auf junge Menschen hier vor Ort setzten können, beweisen die Sponsorenläufe von Schulen. 2018 starten die Realschule und das Gymnasium Steinheim solche Aktionen und auch die Realschule Nieheim ist wieder dabei. Mit der Stadt Steinheim würde die Äthiopienhilfe gerne Ideen entwickeln, um ihr Projekt langfristig zu sichern. Bürgermeister Carsten Torke stünde dem grundsätzlich offen gegenüber.

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