100 Jahre Unabhängigkeit: Grüße an die Freunde in Kirkonkylä Hagedorn gratuliert Finnland

Steinheim-Hagedorn (WB). Die Finnen können ein großes Jubiläum feiern: Sie erlangten vor 100 Jahren ihre Unabhängigkeit. Die Hagedorner möchten über das WESTFALEN-BLATT nun die herzlichsten Glückwünsche an ihre finnischen Freunde im Partnerdorf Kirkonkylä senden. Diese Verbindung steht bereits seit 2001 für eine echte Erfolgsstory – über Länder- und Sprachgrenzen hinweg.

Von Harald Iding
Ein Kuchen mit Kerzen zum Jubiläum der finnischen Freunde im Partnerdorf Kirkonkylä (von links): die Hagedorner Brigitte Brand, Melanie Thiedecke, Kai Richtsmeier, Annette Helmes und Maria Frese gratulieren zum 100. Unabhängigkeitstag.
Ein Kuchen mit Kerzen zum Jubiläum der finnischen Freunde im Partnerdorf Kirkonkylä (von links): die Hagedorner Brigitte Brand, Melanie Thiedecke, Kai Richtsmeier, Annette Helmes und Maria Frese gratulieren zum 100. Unabhängigkeitstag. Foto: Harald Iding

Von 1809 bis zur Unabhängigkeit war Finnland ein autonomes Großfürstentum des Russischen Zarenreichs – bis die Finnen die gesellschaftlichen und administrativen Voraussetzungen schafften, um sich 1917 von den Russen zu lösen. »Gemeinsam« – so lautet das Motto des Festjahres in Finnland, das am 6. Dezember mit dem Unabhängigkeitstag und Feierlichkeiten seinen Höhepunkt erreicht. »Wir freuen uns gemeinsam mit Finnland und unserem Partnerdorf Kirkonkylä auf das Jubiläum«, betonte Brigitte Brand (64), die gemeinsam mit Maria Frese (68) zu den treuesten »Fans« des kleinen, aber feinen Dorfes Kirkonkylä, an einem großen See gelegen, zählt. Sie erinnern sich gerne an die Anfänge dieser starken Verbindung: »Wir haben uns im September 2001 mit einer großen Gruppe, zu der Vertreter der Stadt und Teilnehmer aus Nachbarorten gehörten, offiziell auf den Weg nach Kirkonkylä in der Region Pyhäsalmi gemacht. Der erste Empfang war sofort von echter Herzlichkeit geprägt.«

Zuvor gab es schon erste Begegnungen von kleinen Delegationen auf beiden Seiten. Als »Europäisches Musterdorf« hatte sich damals das kleinste Dorf der Großgemeinde Steinheim für das Leaderprojekt beworben und qualifiziert. Auch der etwa 1600 Kilometer (Luftlinie) weit entfernte Ort Kirkonkylä zeigte sofort Interesse an einen intensiven Austausch.

Generationen leben Freundschaft

Aus diesem zarten Pflänzchen ist ein stattlicher Baum geworden. Inzwischen sind viele Hagedorner schon etliche Male dort gewesen und auch Finnen besuchen regelmäßig die Region und ihre Freunde in Hagedorn. Und die junge Generation setzt diesen europäischen Gedanken der Freundschaft fort – wie der 27-jährige Kai Richtsmeier. »Mein Opa Fritz schwärmte damals von dem Austausch und der Partnerschaft, als ich gerade zehn Jahre alt war. Es musste also etwas Besonderes sein – das war mir sofort klar. Beim Gegenbesuch der Gäste hier bekamen wir große Augen. Es war fast wie ein Kontakt mit ›Alien‹. Wir Kinder hatten zuvor noch nie Finnen gesehen oder sprechen hören. Gemerkt habe ich aber gleich, dass sie herzlich und nett sind!«

Voneinander lernen

Dann ist er als 15-Jähriger und zwei Jahre später noch einmal mit einer Gruppe von jungen Bürgern nach Finnland gereist. Jedes Mal sei die Beziehung zum Land und zu den Leuten intensiver geworden. Er empfindet es heute als echte Bereicherung für sein Leben. 2017 hat die Rettungsassistentin Melanie Thiedecke (36) in einer sechsköpfigen »Frauenrunde« erstmalig das Leben im finnischen Partnerort kennengelernt. »Es war überwältigend. Die Finnen strahlen eine große Gelassenheit aus. Ich habe mich gleich super aufgehoben gefühlt – wie in einer Familie. Es war wunderbar!«

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