Gemischte Mannschaften beweisen Teamgeist – Steinheimer Gymnasiasten planen weitere Aktionen Erstes Fußballturnier mit Flüchtlingen

Steinheim (WB). »Das ist  ein Ausdruck echter Solidarität und Willkommenskultur gewesen«, freut sich Ulrike von der Linden nach Abschluss der Sportbegegnung von Schülern der Oberstufe des Städtischen Gymnasiums Steinheim mit Flüchtlingen, die in Billerbeck untergebracht sind. »Wir wollten damit ein Zeichen setzen«, so die Lehrerin, die sich spontan zu der Aktion entschlossen und bei ihren Schülern und der Schülervertretung offene Ohren gefunden hatte.

Gemischte Mannschaften sind beim ersten Fußballturnier des Steinheimer Gymnasiums mit Flüchtlingen angetreten, das am Ende nur Sieger kannte. Die Asylbewerber leben derzeit in einer Unterkunft in Billerbeck. Die Steinheimer wollen sie weiter unterstützen.
Gemischte Mannschaften sind beim ersten Fußballturnier des Steinheimer Gymnasiums mit Flüchtlingen angetreten, das am Ende nur Sieger kannte. Die Asylbewerber leben derzeit in einer Unterkunft in Billerbeck. Die Steinheimer wollen sie weiter unterstützen. Foto: H. Wilfert

»Ich bin begeisterte Griechenlandurlauberin und habe vor wenigen Wochen erlebt, wie auf Samos die Flüchtlingswelle hereinbrach«, schildert die Sportlehrerin ihre Eindrücke gegenüber dieser Zeitung. Sogar einen Teil ihrer Kleidung habe sie angesichts der Not dort gelassen. Dazu kam, dass Ulrike von der Linden seit Beginn des neuen Schuljahres auf ihrem täglichen Weg in die Schule an der Unterkunft in Billerbeck vorbeifährt.

Dort sind seit kurzem in einem ehemaligen Hotel in 40 Zimmern einer Notunterkunft 200 Flüchtlinge untergebracht. Das Gebäude soll die Flüchtlinge nach bisheriger Planung bis Februar 2016 beherbergen. Die Bezirksregierung hat das Gebäude im Auftrag des Landes NRW angemietet. Auf einer Tafel waren in verschiedenen Sprachen nicht nur Willkommensgrüße geschrieben. Die Flüchtlinge konnten auf einer großen Wandkarte ihre Herkunftsländer markieren.

n einer großen Wandkarte haben die Flüchtlinge markiert, aus welchen Ländern sie kommen. Die meisten stammen aus Bürgerkriegsregionen im Irak und aus Syrien, betont Schulleiter Herman Brak. Foto: H. Wilfert

Die meisten sind aus den Bürgerkriegsregionen in Syrien und dem Irak gekommen, wo sie vor Verfolgung und Elend geflohen sind. Bewusst wurde beim Fußballturnier in gemischten Mannschaften aus Schülern und Flüchtlingen gespielt. »Es ist uns nicht um Konkurrenzdenken, sondern um Gemeinschaft gegangen«, so von der Linden. Verständnisschwierigkeiten habe es keine gegeben – wie die Händedrücke nach den Begegnungen gezeigt haben. Kuchen und Getränke wurden gespendet.

Die Schüler hatten sogar Sportschuhe organisiert, um den 42 Asylbewerbern einen vernünftigen Spielbetrieb zu ermöglichen. Die Betreuer der Einrichtung in Billerbeck halten zwar Freizeit- und Beschäftigungsangebote vor, was aber meistens nicht reiche, hieß es. Sie brauchten auch solche weitergehenden Kontakte und die Möglichkeiten der Begegnung. Die Schüler des Gymnasiums Steinheim wollen es aber nicht bei dieser einmaligen Aktion belassen und haben schon neue Ideen.

»Wir rufen die Schüler jetzt zu einer Sammlung von Kleidern, Schuhen, Kinderkleidung und auch Spielzeug auf«, kündigte beispielsweise Lehrer Marcus Grahn an, der mit der Schülervertretung bereits die nächste Aktivität im Auge hat.
In Billerbeck seien nämlich viele Familien mit Kindern untergebracht. Marcus Grahn: »Sie besitzen oft das Nötigste nicht und haben nur mit dem ihr Land verlassen, was sie auf dem Leib getragen haben.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.