Everser Matthias Berkemeier engagiert sich nach dem Abi in Biologischer Station Lippe
Ein Jahr im Dienst der Natur

Nieheim-Eversen/Schieder-Schwalenberg (WB). Schafe füttern, Obstbäume schneiden, Amphibien umtragen oder Dämme bauen, um einen Bachlauf umzuleiten: Der Alltag des Everser Abiturienten Matthias Berkemeier ist abwechselungsreich und hat sogar zu einem geänderten Berufswunsch geführt. Der 19-Jährige absolviert seit vergangenen August ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Biologischen Station Lippe in Schieder-Schwalenberg.

Donnerstag, 02.04.2020, 03:08 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 06:58 Uhr
Matthias Berkemeier aus Eversen absolviert ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in der Biologischen Station Lippe in Schieder-Schwalenberg und hat während seiner Tätigkeit dort auch seinen Berufswunsch geändert. Foto: Sylvia Rasche

Während eines Berufs-Infotages am Gymnasium St. Xaver in Bad Driburg hörte Berkemeier erstmals von der Möglichkeit eines Freiwilligen Ökologischen Jahrs, interessiere sich und recherchierte weiter. „Ich wollte nach der Schule erst mal etwas Handfestes machen und nicht sofort ein Studium aufnehmen“, berichtet der 19-Jährige. Schnell wurde er auf die Biologische Station Lippe in Schieder-Schwalenberg aufmerksam, bewarb sich – und bekam den Job. Eine Entscheidung, die der Everser seither keinen Tag bereut hat. „Mir macht die Arbeit Spaß“, berichtet Berkemeier, der die knapp 15 Kilometer von seinem Elternhaus zur Einsatzstelle mit dem Rennrad zurücklegt.

Vier Plätze stehen zur Verfügung

Freiwlliges Ökologisches Jahr

Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) richtet sich an Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren. Es startet jährlich am 1. August und wird auch als Wartesemester angerechnet. Die Einsatzstellen sind vielfältig und reichen von praktischen Umwelt- und Naturschutzarbeiten (Landschaftspflege, Biotoppflege, Artenschutz, Gewässerpflege) über Tierpflege und Gartenpflege bis zu umweltpädagogischer Arbeit (Umweltbildung). Aktuell läuft die Bewerbungsphase für das Jahr 2020/2021. Eine Liste der Einsatzstellen der Region gibt es beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe auf www.lwl-foej-bewerbung.de/suche. Im Kreis Höxter gibt es keine Einsatzstellen, dafür aber in den Nachbarkreisen Lippe und Paderborn. Für Holzminden gibt es die Infos unter www.nna.niedersachsen.de.

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„Unsere Freiwilligen sind vor allen in der Betreuung der Tiere und in den Maßnahmen zur Landschaftspflege eingesetzt“, sagt Diplom-Biologe Matthias Füller, Leiter der Station. Seit Ende des Zivildienstes bietet die Biologische Station in Schieder das Freiwillige Ökologische Jahr und auch den Bundesfreiwilligendienst an. Insgesamt vier Plätze stehen für beide Formen des Freiwilligendienstes jährlich zur Verfügung. Einen davon belegt seit vergangen August der Everser Matthias Berkemeier. „Mein erster Arbeitstag war ausgerechnet mein 19. Geburtstag. Wir kamen gerade aus dem Urlaub, da ging es auch schon los“, erzählt der Sportler.

Um 9.30 Uhr startet für gewöhnlich der Arbeitstag in Schieder. Bis dahin hat Berkemeier, amtierender OWL-Crosslaufmeister der Junioren, schon seinen ersten langen Trainingslauf und die Radstrecke zur Station hinter sich. Dann werden die Aufgaben eingeteilt. „Ich war schon immer gerne in der Natur. Daher ist das Ökologische Jahr genau das richtige für mich“, berichtet Berkemeier, einer der schnellsten Zehn-Kilometer-Läufer des Kreises Höxter (Bestzeit: 34:49 Minuten).

Training kommt nicht zu kurz

Wenn er am späten Nachmittag wieder zu Hause ist, steht die zweite Lauf-Trainingseinheit des Tages auf dem Programm. „Ich trainiere derzeit sechsmal in der Woche. Einen Tag habe ich zur Regeneration“, so Berkemeier, der seine Zehner-Zeit gerne auf eine 33er Marke schrauben möchte. Seine Fitness kommt ihm auch in der Biologischen Station zugute,

„Wir sagen den Bewerbern schon im ersten Gespräch, dass bei uns körperlich gearbeitet wird und bieten auch immer Probetage an, damit die zukünftigen FÖJler schon mal einschätzen können, was auf sie zukommt“, sagt Matthias Füller. Allerdings werde man auf diese Probetrage in den aktuellen Corona-Zeiten verzichten müssen, ergänzt der Stations-Leiter, der das hohe Engagement und den persönlichen Einsatz der Freiwilligen lobt.

Umweltingenieurwesen ist neues Ziel

Matthias Berkemeier haben seine bisherigen acht Monate so gut gefallen, dass er sein Berufsziel gewechselt hat. Statt wie bisher in Richtung Maschinenbau zu tendieren, möchte er ab Herbst an der TH OWL in Höxter Umweltingenieurwesen studieren. Während der Seminare, die er im Rahmen des FÖJ besuchen muss, hat er sich unter anderem in den Bereich der alternativen und erneuerbaren Energien eingearbeitet.

Vier Monate liegen noch vor ihm. Vier Monate, in denen er sich zusammen mit den drei anderen Freiwilligen in Schieder-Schwalenberg um die Tiere und die Landschaftspflege kümmern wird.

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