SPD unterstützt parteiunabhängige Kandidatin (31) für Bürgermeisterwahl in Nieheim
Jana Katharina Reineke will ins Rathaus

Nieheim (WB). „Ich heiße Jana Katharina Reineke, bin 31 Jahre alt, möchte Verantwortung übernehmen und bewerbe mich um das Bürgermeisteramt in Nieheim.“ Mit klaren Worten stellte sie sich am Nikolaustag im Sackmuseum als parteiunabhängige Kandidatin für die Wahl in 2020 vor.

Freitag, 06.12.2019, 21:06 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 22:00 Uhr
Als parteiunabhängige Kandidatin will Jana Katharina Reineke Bürgermeisterin in Nieheim werden. Die SPD-Unterstützung mit dem Ortsvereinsvorsitzenden Wolfgang Kuckuk hat sie. Foto: Heinz Wilfert

Ihre Motivation zieht sie aus der Verwurzelung in Nieheim, wo sie einen großen Teil ihrer Jugend verbrachte. Sie ist die Tochter des stellvertretenden Landrats Johannes Reineke (SPD-Kreistagsmitglied) und Enkelin des früheren Stadtdirektors Ferdinand Reineke. Das Politische liegt ihr im Blut. Die SPD um den Ortsvereinsvorsitzenden Wolfgang Kuckuk hat ihr die Unterstützung zugesagt – auch wenn die Bewerberin ihren eigenen Weg einschlagen möchte.

Nach dem Abitur am Grabbe-Gymnasium in Detmold hat Jana Katharina Reineke nach eigenen Angaben Sozialwissenschaften und Germanistik studiert.

Bei „Melitta“ in Minden beschäftigt

Als Personalreferentin bei dem Unternehmen „Melitta“ in Minden startete sie 2010 ins Berufsleben. Seit fünf Jahren ist sie dort im Unternehmen als Leiterin eines Teams für die Gewinnung von neuen Fachkräften, die Repräsentation als Arbeitgeber und das Standortmarketing zuständig. In Nieheim habe sie aber einen Zweitwohnsitz, betonte Reineke.

Wolfgang Kuckuk (SPD-Chef in Nieheim) sieht in der Kandidatur ein starkes Zeichen für die jüngere Generation,. „Eine junge Frau will sich mit erfrischenden Ideen in der Politik einmischen.“

Ende der Ära Vidal

Mit dem „Ende der Ära Vidal“ sieht der Ortsvereinsvorsitzende die Chance für einen Neuanfang. Jung und weiblich – das sei im Kreis Höxter neu. „Ich will anpacken, gestalten und gemeinsam mit der Bürgerschaft und der Politik konkrete Ideen entwickeln. Was eignet sich dafür besser als das der Bürgermeisterin“, formuliert sie im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT ihren Politikansatz, den sie einer Vorbildwirkung auf Augenhöhe in einer liebenswerten Stadt umsetzen möchte – und das nicht in oder für eine Partei, sondern für die Stadt Nieheim.

Das Wahlprogramm will sie in den kommenden Monaten formen und ausarbeiten. Dazu soll das intensive Gespräch mit dem Bürger, aber auch mit Vertretern von Vereinen, Institutionen und anderen Multiplikatoren gesucht werden.

Das künftige Wahlprogramm werde nicht „weichgespült“ sein, sondern die ihrer Ansicht nach für Nieheim wichtigen Felder unter dem Programm „5 plus 1“ aufgreifen.

Programm „5 plus 1“

Damit die Ortschaften attraktiv bleiben und ihre Strukturen behalten, gehe es ihr um die Dorfgemeinschaften, die Feuerwehrgerätehäuser, die Internetanbindung und die Lebensqualität. Gut vorstellen könne sie sich eine Verbraucherberatung, auch auf digitalem Weg. Das Ehrenamt müsse für viele Bereiche eine wichtige Säule bleiben. Der historische Stadtkern Nieheims soll erhalten bleiben. Leerstand bestehe bereits jetzt. „Mein Ziel ist ein lebendiger Stadtkern – auch mit Blick auf Nieheims geplante neue Mitte Richterplatz“, so Reineke. Um den demografischen Wandel in den Fokus zu rücken, müssten die richtigen Impulse kommen.

Anbindung und Mobilität

Noch mehr Busse bedeuteten dabei nicht die Lösung. Das Augenmerk müsste auf die Verbindung zwischen den Ortschaften und dem Stadtkern gelegt werden. Auch die Anbindung an die Nachbarstädte und die Region Ostwestfalen-Lippe sei wichtig. Für Freizeitaktivitäten sollten größere Städte wie Paderborn oder Detmold ohne Auto erreichbar sein, lautet ihr Plädoyer für den Klimaschutz. Große Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Digitalisierung, Klimawandel (Car-Sharing als Modell) und Integration von Flüchtligen bräuchten künftig eine bessere Vernetzung. „Hier müssen wir die Herausforderungen als Chance begreifen!“

Und wenn große Unternehmen Wohnraum benötigten, warum dann nicht in Nieheim?

Standortvoraussetzungen

Nieheim verfüge über große wirtschaftliche Vielfalt. Nur eine gut strukturierte Einkaufslandschaft und ein Gewerbegebiet würden auf Dauer den Ausbau von Handwerks- und Industrieunternehmen gewährleisten. „Ich möchte in einem Nieheim-Plan 20/25 Leerstands-Management, Start Up´s, Stadtentwicklung und Wohnungsbau zu einem Schwerpunkt meiner künftigen Arbeit machen.“

Dazu gehöre auch die Zukunft der Stadthalle, wenn sich die Bürger für deren Erhalt aussprechen. Geprüft werden müsse, ob der Bau einer zusätzlichen Sporthalle sinnvoll und finanzierbar ist.

Krönung des Programms „5 plus 1“ soll der kleinste Nieheimer sein – der kleine Runde. „Mit der Käserei und allen anderen Förderern will ich mich für dieses Markenzeichen einsetzen.“ Grundsätzlich will Jana Katharina Reineke nicht auf jeden Zug aufspringen, sondern stets bedarfsgerecht agieren und vor allem kein Geld verbrennen. „Nah beim Bürger“ soll ihr Motto sein. Im Wahlkampf will sie deshalb mit vielen Bürgern ins Gespräch kommen, auf sie zugehen und sie mitnehmen. Wegen möglicher Unterstützung aus anderen Parteien sollen noch Gespräche geführt werden.

Erste Kandidatin im Kreis Höxter

Mit Reineke gibt es nun drei Personen, die als Leitung der Verwaltung ins Nieheimer Rathaus wollen: Elmar Kleine (51, CDU) aus Oeynhausen und der parteiunabhängige Johannes Schlütz (49, „www. buergermeister-fuer-nieheim.de“) aus Holzhausen. Jana Katharina Reineke ist kreisweit derzeit die erste BGM-Kandidatin.

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