Heimatwerker: Ackerbürgerhaus ist noch nicht ganz fertig
Neues Domizil für Kleiderstube

Nieheim (WB). Das Ackerbürgerhaus in der Lüttge Straße in Nieheim, das derzeit von Flüchtlingen saniert wird, könnte eine Anschluss-Nutzung als Sitz der Caritas-Kleiderstube erfahren. Diese Idee ist jetzt im Nieheimer Bildungsausschuss diskutiert worden.

Freitag, 01.02.2019, 12:19 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 12:34 Uhr
Studentin Esma Karkukli (27) hält den Projektstart am Ackerbürgerhaus im September 2016 in einem Selfie fest. In der zweiten Jahreshälfte soll die Kleiderstube in das von Flüchtlingen sanierte Gebäude einziehen. Foto: Linda Bögelein

Provisorium Schäferstraße

Bislang befindet sich die Kleiderstube in einem ansonsten leerstehenden Ladenlokal in der Nieheimer Schäferstraße. »Das ist allerdings ein Provisorium«, erläuterte Bürgermeister Rainer Vidal im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Am bisherigen Standort gebe es nur einen Raum im Erdgeschoss. Im neuen Domizil würde deutlich mehr Platz sein.

Begegnungszentrum

Wenn die Pläne umgesetzt werden, könnte in dem alten Ackerbürgerhaus wie geplant ein Begegnungszentrum entstehen. »Die Kleiderkammer wird nämlich nicht nur von Flüchtlingen genutzt«, berichtete Vidal weiter. Darüber hinaus sei geplant, in dem Gebäude an der Lüttge Straße ein Textilprojekt für geflüchtete Frauen anzubieten. Dieses würde in Zusammenarbeit mit Studentinnen der Hochschule OWL konzipiert. In dieser Textilwerkstatt könnten dann gebrauchte Kleidungsstücke nötigenfalls aufgearbeitet werden.

Umsetzung in diesem Jahr

Umgesetzt werden soll die Idee voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte. Einen genauen Zeitplan gibt es noch nicht. Dieser könnte aber bis zur Hauptausschusssitzung in der kommenden Woche vorliegen.

Projekt Heimatwerker

Das Ackerbürgerhaus in Nieheim wird seit Ende 2016 gemeinsam mit Flüchtlingen saniert. Es nennt sich »Heimatwerker«, weil die Flüchtlinge zum einen ihre handwerklichen Fähigkeiten einbringen und ausbauen sollen, zum anderen dabei aber auch in ihrer neuen Heimat ankommen sollen. Eigentlich sollten die Arbeiten Ende 2018 abgeschlossen sein. Da aber wegen häufiger Wegzüge weniger Flüchtlinge arbeiten konnten, als ursprünglich geplant, wurde das Projekt bis Mitte 2019 verlängert. »Wir haben gerade auch die Gewerke Elektro und Sanitär ausgeschrieben, die nur von Fachfirmen ausgeführt werden können«, sagte Rainer Vidal.

Ministerbesuch

Es handelt sich dabei um ein NRW-weites Pilotprojekt, das wegen öffentlicher finanzieller Förderungen in den vergangenen Jahren auch immer wieder Aufmerksamkeit aus dem politischen Raum erfuhr. So besuchte der ehemalige Bauminister Michael Groschek (CDU) Nieheim zum Projektstart. Etwa ein Jahr später machte sich nach dem Regierungswechsel in Düsseldorf die CDU-Heimatministerin Ina Scharrenbach in Nieheim ein Bild vom Fortgang der Arbeiten.

Beitrag für Nieheim

Das Haus an der Lüttge Straße wird von einer Erbengemeinschaft für die Dauer von zehn Jahren kostenlos und ohne wirtschaftliche Gewinnabsichten zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise möchten die Eigentümer die sozialen und kulturellen Ziele des Projektes unterstützen und einen Beitrag für die Entwicklung ihrer Heimatstadt Nieheim leisten.

Projektidee

Diese Idee für »Heimatwerker« wurde in einer gemeinsamen Projektwoche entwickelt, an der Geflüchtete, Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie ehrenamtlich aktive Nieheimer mitwirkten. An der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur, einem Fachbereich der Hochschule Ostwestfalen-Lippe, wurde das Konzept weiter ausgearbeitet. Während der Realisierung begleitet die Hochschule das Projekt wissenschaftlich.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6362234?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851053%2F
Kitas im Kreis Gütersloh nehmen Regelbetrieb wieder auf
Im Kreis Gütersloh dürfen Kitas von Mittwoch, 8. Juli, an wieder öffnen. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker