NRW-Staatssekretär zeichnet in Düsseldorf Engagement der Nieheimer aus
Kulturerbe: Flechthecke wird geschätzt

Düsseldorf/Nieheim (WB). Es ist so schön wie ein Ritterschlag: Die Nieheimer haben in Düsseldorf die Urkunde zur Anerkennung der »Nieheimer Flechthecke« als Immaterielles Kulturerbe von NRW entgegengenommen.

Freitag, 26.10.2018, 10:10 Uhr aktualisiert: 26.10.2018, 11:16 Uhr
Großer Moment im »Johannes-Rau-Saal« in der Landeshauptstadt Düsseldorf: Staatssekretär Klaus Kaiser (links) überreicht der Delegation mit Ulrich Pieper (Heimatverein), Agnes Sternschulte (Freilichtmuseum) und Wilfried Erbsland die Urkunde. Foto: NRW-Stiftung

»Das war ein großer Moment für uns und belohnt unsere jahrelangen Bemühungen, das Thema Hecke weiter in den Fokus der Öffentlichkeit zu bringen«, sagte ein zufriedener Stadtheimatpfleger Ulrich Pieper, der zugleich erster Vorsitzender des Heimatvereins Nieheim ( Antragssteller ) ist, dem WESTFALEN-BLATT.

LWL-Freilichtmuseum Detmold

Mit ihm hatten sich auch die Landschaftsökologin Agnes Sternschulte vom Freilichtmuseum Detmold und der erfahrene Heckenflechter Wilfried Erbsland per Bahn auf den Weg zur Feier gemacht. Der parlamentarische Staatssekretär für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, Klaus Kaiser, ließ in seinem Grußwort keinen Zweifel daran, dass er die Bemühungen der Heimatfreunde sehr schätze. Auch weitere Preisträger aus NRW gehörten dazu. Kaiser: »Heute ehren wir fünf Kulturformen, die typisch für Nordrhein-Westfalen sind – die Anlage und Pflege von Flechthecken, die Bolzplatzkultur, das Brieftaubenwesen, die Haubergswirtschaft im Siegerland und in angrenzenden Regionen die Martinstradition.«

»Kulturelle Ausdrucksform«

Mit dem Beitritt zum UNESCO-Übereinkommen habe die Bundesrepublik sich verpflichtet, Maßnahmen zum Erhalt des Immateriellen Kulturerbes zu ergreifen. Zu diesen Maßnahmen zähle vor allem die Ermittlung solcher Kulturformen mit Hilfe von Gruppen und »einschlägigen nichtstaatlichen Organisationen«. Gruppen, die eine kulturelle Ausdrucksform tatsächlich ausüben, konnten sich in ihrem Bundesland um die Aufnahme in das »Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes« bewerben.

Landesinventar

Auf die Ermittlung folgt gemäß der UNESCO-Konvention die Dokumentation. Nordrhein-Westfalen führt daher ein Landesinventar des Immateriellen Kulturerbes , das jeder auf der Internetseite des Ministeriums einsehen könne. Nach drei Bewerbungsrunden umfasst es inzwischen zehn Einträge – neben der »Nieheimer Flechthecke« ist aus OWL bislang nur der »Osterräderlauf« in Lügde im Inventar aufgelistet.

Kaiser: »Es trägt dazu bei, dass der kulturelle Reichtum im Land sichtbar wird und würdigt die Bedeutung der Bräuche und Rituale.« Die Nieheimer Flechthecken würden Bodenerosion verhindern und den Lebensraum für viele Insektenarten, Feldtiere, Vögel und Pflanzen bilden. Kaiser dankte daher den Nieheimern: »Sie ergreifen Maßnahmen, um die Traditionen zu erhalten und aktiv an zukünftige Generationen weiterzugeben.«

Wie Ulrich Pieper dem WESTFALEN-BLATT sagte, habe die »Juprona« (Jugend pro Natur) als engagierte Gruppe im Heimatverein großen Anteil am Erfolg: »Inzwischen sind rund 18 Kilometer Hecke angelegt, auch die Ortschaften machen mit!«

Agnes Sternschulte vom LWL-Freilichtmuseum Detmold (dort ist auch die Flechthecke zu sehen) ergänzte: »Es ist toll, dass in Nieheim die schwierige Technik an die Jugend weitergereicht wird.«

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