Quartiersarbeit: Nieheimer helfen Mitbürgern – bewusste Entscheidung gegen App Börse verbindet Generationen

Nieheim (WB). In Nieheim ist im Rahmen der Quartiersarbeit unter dem Aufruf »Nieheimer helfen Nieheimern« eine Hilfe- und Taschengeldbörse gestartet worden. Es handelt sich um ein Projekt, das alle Generationen einschließt.

Von Heinz Wilfert
Im Zuge der Quartiersbildung in Nieheim ist im Nahkauf die Taschengeld- und Hilfsbörse eröffnet worden. Unter den beiden Rubriken »Ich suche« und »Ich biete« können vielfältige Dienstleistungen zwischen Jung und Alt ausgetauscht werden (von links): Marita Krikken, Carolin Strizysio, Sabrina Weppler und Helmut Wiegelmann. Es ist ein Projekt für alle Generationen.
Im Zuge der Quartiersbildung in Nieheim ist im Nahkauf die Taschengeld- und Hilfsbörse eröffnet worden. Unter den beiden Rubriken »Ich suche« und »Ich biete« können vielfältige Dienstleistungen zwischen Jung und Alt ausgetauscht werden (von links): Marita Krikken, Carolin Strizysio, Sabrina Weppler und Helmut Wiegelmann. Es ist ein Projekt für alle Generationen. Foto: Heinz Wilfert

Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Nieheim gemeinsam mit dem Kreis Höxter und dem altengerechten Quartier eine Umfrage bei den über 60-jährigen Nieheimern zum Thema »Gemeinsam alt werden in Nieheim« durchgeführt. Anschließend gründeten die Quartiersentwicklerinnen Stephanie Klein und Sabrina Weppler zusammen mit Sandra Elsner vom Seniorenbüro der Stadt Nieheim und Bürgerinnen und Bürgern der Stadt einen »Runden Tisch«. Unter dem Motto »Gemeinsamkeiten entdecken – Handlungsschritte aufspüren« sollten die Umfrageergebnisse umgesetzt werden.

Entscheidung gegen App

Schon nach der ersten gemeinsamen Sitzung am »Runden Tisch« kristallisierten sich als drei entscheidende Bereiche Mobilität, Informationen und Hilfebedarf heraus. Nach fünf Monaten intensiver Diskussion und Planung konnte nun das erste Projekt »Nieheimer helfen Nieheimern – Taschengeldbörse in Nieheim« an den Start gehen. Bewusst fiel dabei die Entscheidung gegen eine App, wie sie in anderen Kommunen praktiziert wird. In Nieheim wurde dafür im Nahkauf im Herzen der Stadt eine magnetische Pinnwand für die Nieheimer Taschengeldbörse mit den Rubriken »Ich suche« und »Ich biete« eingerichtet.

Ortschaften verknüpfen

Hier können alle Bürgerinnen und Bürger sämtlicher Altersgruppe nach dem Prinzip »Jung hilft Alt« und »Alt hilft Jung« Dienste anbieten oder in der Rubrik »Ich suche« Hilfe anfragen. Der Standort Nahkauf ist bewusst gewählt. »Der Markt ist schon seit längerem ein Treffpunkt und Ort der Kommunikation geworden«, bestätigt die stellvertretende Marktleiterin Carolin Strizysio. Die Taschengeldbörse soll Möglichkeiten für Informationen, Austausch und Kommunikation schaffen, aber auch die Ortschaften verknüpfen, lauten die Ziele.

Unterstützungsmöglichkeiten

Bei den Hilfsangeboten und -gesuchen kann es sich um die Unterstützung bei Hausaufgaben oder bei kleineren Gartenarbeiten und beim Rasenmähen, Mülltonnen an die Straße stellen, Hilfe bei der Kinderbetreuung oder die Begleitung beim Einkauf handeln. Möglich ist auch, älteren Menschen Zeit für Betreuung, Begleitung oder für Gespräche zu schenken. »Die Taschengeldbörse will die Generationen verbinden. Jugendliche sollen für ihren Hilfseinsatz einen Obolus erhalten, der direkt mit dem Hilfesuchenden verabredet wird«, erklärt Sabrina Weppler das neue Angebot.

Neben dem Nahkauf in der Marktstraße gibt es für die Taschengeldbörse im Jugendtreff »Time out« (Marienstraße 6) einen zweiten Standort.

Fragen und Hilfebedarf

Die Pinnwand der Taschengeldbörse wird in der Woche zweimal – jeweils dienstags und donnerstags – gepflegt und aktualisiert. Private Verkaufs- oder Suchangebote sollen hier keinen Platz haben, sie werden von der Pinnwand entfernt. Gerne dürfen aber Veranstaltungen angekündigt werden. Bei Fragen zum Hilfebedarf stehen Sabrina Weppler (Büro »Altengerechtes Quartier Nieheim«, Telefon 05274/981103) oder Sandra Elsner (Telefon 05274/982131) zur Verfügung.

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