Gerd und Conny Peine regieren die Narren in Nieheim Ein Traum wird wahr

Nieheim (WB). Die Überraschung ist beim Proklamationsabend der Nieheimer Karnevalsgesellschaft perfekt gelungen, als das große Geheimnis endlich gelüftet wurde. Zu Beginn saß der neue Prinz im Kreise der Rotjacken noch unerkannt auf der Bühne. Beim Einmarsch des neuen Prinzenpaars wurde dann Gerd Peine mit seiner Ehefrau Conny frenetisch gefeiert.

Von Heinz Wilfert
Das große Geheimnis ist gelüftet: Prinz Gerd (»der engagiert Melkende«) und Prinzessin Conny (»die laufend Vollbringende«) sind das gefeierte Prinzenpaar der NKG. Sie sind echte Sympathieträger im Nieheimer Karneval.
Das große Geheimnis ist gelüftet: Prinz Gerd (»der engagiert Melkende«) und Prinzessin Conny (»die laufend Vollbringende«) sind das gefeierte Prinzenpaar der NKG. Sie sind echte Sympathieträger im Nieheimer Karneval. Foto: Heinz Wilfert

Das Prinzenpaar ist seit dem Wochenende der ganze Stolz der NKG. Der Prinz ist ein echtes Nieheimer Kind, das nicht nur dem Karneval seit langen als Ressortleiter und Wagenbauer eng verbunden ist. Als Jungschütze war er bis zur Hochzeit mit seiner Ehefrau deren Kommandeur. Seit 1999 Rottmeister der Alten Schützengesellschaft, wurde er 2015 zum Adjutanten gewählt. Der 52-Jährige Landwirt führt mit 120 Hektar einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 150 Milchkühen, von deren Milch unter anderem der leckere Nieheimer Käse und andere Sorten in der Schaukäserei Menne erzeugt werden. Dem Prinzen wurde bei der Proklamation der Titel Prinz Gerd »der engagiert Melkende« verliehen.

Prinzessin stammt aus Pömbsen

Die aus Pömbsen stammende Prinzessin ist Hebamme, sie arbeitet seit mehr als 25 Jahren im Kreißsaal des St.-Ansgar-Krankenhauses in Höxter und hat 1500 neuen Erdenbürgern zur Geburt verholfen. Als freiberufliche Hebamme betreut sie mit viel Herzblut junge Mütter in Nieheim und Umgebung. Kennengelernt hat sich das Paar beim Altschützenfest in Nieheim, es wohnt in der Langen Brede – einer echten Prinzenallee, aus der schon mehrere Prinzenpaare und Kinderprinzen her stammen. Conny ist Mitglied im Kegelclub »Rumkugeln«, der schon manchen närrischen Auftritt vor allen beim Frauenkarneval hatte – den sie als Mitglied des Frauenkarnevalskomitees auch in diesem Jahr vorbereitete. NKG-Präsident Josef Schunicht verlieh der sportlichen Prinzessin den Titel Conny »die laufend Vollbringende«. Das Prinzenpaar hat drei Töchter im Alter von 18, 16 und 13 Jahren.

Sympathieträger im Nieheimer Karneval

»Auf diesen Augenblick warten wir schon seit 15 Jahren«, bekannten die beiden Sympathieträger im Nieheimer Karneval, die in der kurzen Session zwar kurz, aber knackig feiern wollen. »Weil wir feiern können«, versprachen die neuen Regenten, die jetzt mit Volldampf in die fünfte Jahreszeit in Nieheim starten und froh sind, dass sie niemand mehr anflunkern müssen. Härtesten Widerstand kündigte Bürgermeister Rainer Vidal an, der am Rosenmontag die Schlüssel beim Sturm auf’s Rathaus nicht kampflos herausrücken möchte. Herzlich dankten das scheidende Prinzenpaar Daniel und Jana allen, die ihre Regentschaft unvergesslich gemacht hatten. Besonders beeindruckend sei der Karneval in Pömbsen gewesen, der zum Heimspiel für die Prinzessin wurde.

Rassiges Programm

Eingebettet war die Proklamation in der ausverkauften Stadthalle in ein rassiges Programm mit Auftritten der Juniorengarde, dem Tanzpaar Dylain Pahle und Luca Peters, dem Solomariechen Sophie Pruys, der Nöhm’schen Brut mit »Fiesta Mexicana« und den Emmersingers, die mit einem neuen Lied »Nieheim, du bist meine Stadt« eine musikalische Liebeserklärung zum 775-jährige Stadtjubiläum machten. Den furiosen Schlusspunkt setzte die Prinzengarde mit ihrem neuesten Schautanz in fantastischen Kostümen, die wieder von Karin Potthast, der Trägerin des diesjährigen Katzenordens genäht wurden.

Einiges zu erzählen hatte Uli, der Postbote aus dem Delbrücker Land, der vom Rednerseminar in Köln kam, aber nicht zu anonymen Alkoholikern geht, weil er nicht mit Leuten trinkt, die er nicht kennt. Einen tollen Auftritt hatte als Bauchredner »Master Me« (Michael Schürkamp) mit seinen beiden frechen Puppen »Opa Oskar«, der seine Frau zur Silberhochzeit eine Reise, die Rückreise aber erst zur Goldenen Hochzeit schenkt, und »Elvira im Standkörbchen«, die genau weiß, was »Frau« braucht: einen Pelz zum Anziehen, einen Jaguar zum Fahren und einen alten Esel, der alles bezahlt. »Master Me« fand auch nachdenkliche Worte, forderte den Respekt im Karneval ein und sagte, »man müsse auf die innere Stimme hören«.

Zum Proklamationsabend hatte Präsident Josef Schunicht zahlreiche karnevalistische Abordnungen begrüßt, die ihre Prinzen oder Prinzenpaare mitgebracht hatten und mit ihren Schlachtrufen empfangen wurden: die Blau-Weiße Garde aus Beverungen, aus Peckelsheim, von Pümissen wui wui, die Rot-Weiße Garde Bad Driburg, Brakel Radau, Merlsheim, Ovenhausen, Eversen, die StKG Steinheim und die Heimatbühne Paderborn. Herzlich empfangen wurde das diesjährige Goldprinzenpaar Fritz und Anne Rodemeier mit dem Silberprinzenpaar Gerd Stamm und Jutta Nagel.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.