Kollerbecker muss sich wegen Totschlags vor dem Schwurgericht verantworten
Ließ der Sohn seine Mutter ertrinken?

Kollerbeck -

Wegen Totschlags muss sich ein 54-jähriger Kollerbecker vom kommenden Monat an vor dem Schwurgericht in Paderborn verantworten. Dem Mann wird vorgeworfen, für den Tod seiner Mutter verantwortlich zu sein.

Donnerstag, 28.01.2021, 06:39 Uhr aktualisiert: 28.01.2021, 06:46 Uhr
In diesem Haus in Kollerbeck ist am 11. August eine 79-Jährige in der Badewanne ertrunken. Foto: Dennis Pape

Wie Staatsanwalt Ralf Meyer auf Nachfrage des WESTFALEN-BLATTES mitteilte, sind vier Verhandlungstage angesetzt: am Montag, 8. Februar, Dienstag, 16. Februar, Mittwoch, 24. Februar, und Freitag, 5. März.

Wie Dr. Oliver Neuwinger, Vorsitzender Richter am Landgericht Paderborn und Sprecher der Behörde, berichtet, wird dem Mann vorgeworfen, am 11. August seine schwerstpflegebedürftige und schwerkranke 79-jährige Mutter, mit der er in einem gemeinsamen Haushalt lebte, in eine gefüllte Badewanne gesetzt zu haben, obwohl er damit rechnen musste, dass seine Mutter aufgrund ihres Gesundheitszustandes nicht sicher in der Wanne sitzen konnte und jederzeit unter die Wasserlinie rutschen konnte.

Seit Mitte August sitzt der Tatverdächtige in einem Gefängnis in Bielefeld in Untersuchungshaft.

Der Sohn hatte am 11. August selbst die Rettungskräfte gerufen. Weil die aber Zweifel an einer natürlichen Todesursache hatten, nahm die Kriminalpolizei Ermittlungen auf.

Im Verlauf einer ersten Vernehmung am möglichen Tatort verstrickte sich der Sohn in Widersprüche, sodass die Ermittler davon ausgehen mussten, dass er für den Tod seiner Mutter verantwortlich ist. Am 12. August ist der Mann festgenommen worden.

Nach Informationen des WESTFALEN-BLATTES sollen Mutter und Sohn vor etwa fünf Jahren das Haus in Kollerbeck gekauft und bezogen haben. Sie sollen ursprünglich aus Hamm stammen.

Im Ort sollen Mutter und Sohn abgeschottet gelebt haben. Versuche, beide ins Dorfleben zu integrieren, sind nach Schilderungen von Nachbarn gescheitert.

Nachdem die Mutter vor etwa drei Jahren bei einem Spaziergang zusammengebrochen war, hat man sie im Ort praktisch nicht mehr gesehen. Vielen kam das seltsam vor.

Der Verdächtige soll am Tattag kurz verschwunden gewesen und anschließend wieder im Dorf mit seinem Hund gesichtet worden sein. Seit dem Polizeieinsatz hat es viele Spekulationen gegeben. Nachbarn haben berichtet, auch Angst um ihre Kinder gehabt zu haben.

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