Grünen-Politikerin Jutta Fritzsche lebt seit mehr als einem halben Jahr in einem Mobil in Papenhöfen
Ein Winter im Wohnwagen

Marienmünster-Papenhöfen -

Überwintern in einem Wohnwagen? Für viele unvorstellbar! Jutta Fritzsche macht genau das – sie lebt seit Juni mit ihrem Rauhaardackel Goethe in einem Mobil in Papenhöfen. Die Kreistagsfrau und Vorsitzende des Grünen-Stadtverbandes Marienmünster wartet derzeit auf den Baustart ihres Hauses und hat aus der „Not“ eine Tugend gemacht.

Dienstag, 08.12.2020, 04:18 Uhr aktualisiert: 08.12.2020, 06:40 Uhr
Jutta Fritzsche und der Rauhaardackel Goethe leben derzeit im Wohnwagen. In der kleinen Sitzecke werden auch Kreistags- und Ratssitzungen vorbereitet. Foto: Dennis Pape

 

Auf dem Grundstück, auf dem bald ihr neues Haus entstehen soll, hat sich Jutta Fritzsche bereits im Sommer bestens und bemerkenswert gemütlich eingerichtet: Das Mobil an sich – etwa 2,30 mal sieben Meter groß – ist mit Dusche, Herdplatte und Schlafbereich ausgestattet. „Natürlich ist alles etwas enger, aber daran haben Goethe und ich uns gewöhnt“, sagt sie, während der Dackel artig in seinem kleinen Gemach auf dem Boden Platz nimmt. Geheizt wird mit Gas, so könne man es auch im Winter bei „muckeligen“ 23 Grad durchaus aushalten.

In einer kleinen Sitzecke werden unter anderem Kreistags- und Ratssitzungen vorbereitet. Tablet, Laptop, Handy und Drucker kommen zum Einsatz – „mobile office“ in der ostwestfälischen Variante. „Als Fraktionssitzungen noch möglich waren, haben wir uns aber woanders getroffen“, sagt Jutta Fritzsche und muss herzlich lachen.

In einem ebenfalls beheizten Vorzelt lagern nicht nur Kleidung und Dokumente für die politische Arbeit, hier ist auch die eigentliche Küche inklusive Kühlschrank sowie einem kleinen Herd mit Kochplatten. „Hier bereite ich mir meine Mahlzeiten zu, im Wohnwagen würde das zu stark riechen“, sagt sie. Im Sommer sei oft auf der eigens angelegten Holzterrasse gegrillt worden – das Plateau wirkt mit Pflanzen und Bänken einladend. „Ohnehin ändern sich die Prioritäten, wenn man einfacher lebt – für mich ist das ein echter Wohlfühleffekt. Man hat einfach weniger Ablenkung und mehr Zeit für Dinge, die wirklich wichtig sind. Auch die Nähe zur Natur gibt mir viel – das war gerade im Sommer schon ein besonderes Gefühl“, erzählt die Grünen-Vorsitzende. Der für die Landschaft so wichtige Regen sei überhaupt kein Problem, nur der Westwind mache ihr manchmal Sorgen. „Ich war mal ein paar Tage weg, da hat es mir die Stangen des Vorzeltes verzogen“, berichtet sie. „Sollte es heftigen Sturm geben, kann ich auch bei Freunden unterkommen.“

Bei eben diesen Freunden trocknet und lagert Jutta Fritzsche auch Teile der Kleidung, die sie in ihrem an den Wohnwagen angrenzenden Toilettenhäuschen wäscht. Angeschlossen wurde es an die Leitung für das zukünftige Haus – „es funktioniert auch so“. Ein Nachbar stellt Strom über einen separaten Zähler zur Verfügung, denn „auf dem Dorf kann man sich noch aufeinander verlassen“, wie die Rentnerin betont.

Doch warum ist die Papenhöfenerin überhaupt in den Wohnwagen gezogen? „Mein Haus habe ich verkauft, weil es für mich zu groß geworden ist. Da sich der Bau des neuen Hauses leider verzögert hat, kann ich dieses erst im Sommer beziehen.“ Und weil sie nicht der Typ für Mietwohnungen sei, habe sie den Wohnwagen von Freunden gekauft. „In Gedanken wohne ich bereits hier in meinem neuen Haus – darauf freue ich mich sehr. Und der schicke Wohnwagen wird dann später vielleicht eine Art Gästezimmer.“

Jutta Fritzsche Wohnwagen Papenhöfen

Jutta Fritzsche Wohnwagen Papenhöfen Foto: Dennis Pape

 

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7712973?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851045%2F
Lockdown wohl bis Februar
Ein menschenleerer Platz ist in der Innenstadt Gifhorn in Niedersachen zu sehen. Hier gilt bereits zwischen 20.00 Uhr und 5.00 Uhr bis Ende Januar die Ausgangsbeschränkung.
Nachrichten-Ticker