Bürgermeisterkandidaten Kai Schöttler und Josef Suermann geben einen Einblick
Pläne für die ersten 100 Tage

Marienmünster (WB). Der Countdown zur Stichwahl läuft – am kommenden Sonntag, 27. September, entscheiden die Bürgerinnen und Bürger in Marienmünster zwischen Kai Schöttler (CDU) und Einzelbewerber Josef Suermann. Im ersten Wahlgang hatte Suermann mit 47,4 Prozent aller Stimmen vor Schöttler (38,9 Prozent) gelegen. Was hat sich jeder der beiden Kandidaten für den Fall, dass er Bürgermeister wird, für die ersten 100 Tage vorgenommen? Was wollen sie zügig anpacken?

Donnerstag, 24.09.2020, 05:37 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 05:40 Uhr
Kai Schöttler (links) und Josef Suermann wollen der neue Chef im Marienmünsteraner Rathaus werden. Foto: Dennis Pape

Wir veröffentlichen die beiden Beiträge der Bürgermeisterkandidaten in alphabetischer Reihenfolge und beginnen mit Kai Schöttler.

Kai Schöttler

„Ich befürchte, dass das Thema Corona auch in 100 Tagen leider noch allgegenwärtig sein wird. Hier gilt es, die Stadt Marienmünster sicher durch die Krise zu begleiten.

Da allerdings der Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern deshalb noch eingeschränkt sein wird, möchte ich einen Bürgermeisterblog einführen, in dem ich regelmäßig über die neuesten Entwicklungen im Rathaus informiere – Transparenz und der Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern ist mir hier absolut wichtig. Eine Erreichbarkeit per Telefon ist natürlich auch selbstverständlich.

Die Bildung des Rates und der Ortsausschüsse, um den Beginn der politischen Arbeit einzuläuten, wird einer der ersten Schritte sein.

Ein weiterer Schwerpunkt wird die Aufstellung und Verabschiedung des Haushaltes 2021, der für mich als (dann ehemaliger) Kämmerer natürlich Priorität hat und den ich auch als Bürgermeister intensiv begleiten werde. Hier muss es unser Ziel sein, möglichst viele Fördermittel für die Realisierung wichtiger Projekte – wie zum Beispiel Feuerwehrinfrastruktur, Dorfgemeinschaftshäuser, Sportentwicklung und vieles mehr – nach Marienmünster zu holen, da die Haushalte 2021 und 2022 im Zeichen der Coronakrise schwierige Rahmenbedingungen bieten werden.

Ich werde die Erhöhung der Ortspauschale auf den Weg bringen, damit das Ehrenamt an der Basis Mittel zur Verfügung hat.

Ferner werde ich Gespräche mit den Unternehmern und Gewerbetreibenden im Stadtgebiet führen, um Entwicklungsmöglichkeiten auszuloten und auf den Weg zu bringen und Bedarfe festzustellen. Hieraus sollten sich regelmäßige Treffen entwickeln. In den Dialog möchte ich auch mit den Landwirten vor Ort treten, denn sie pflegen unsere Kulturlandschaft und versorgen uns mit Lebensmitteln.

2021 wird für die Stadt Marienmünster unter dem Zeichen der Feuerwehr- und Sportstättenentwicklung stehen. Bei den Sportstätten gilt es, die gefassten Beschlüsse umzusetzen und weitere Entwicklungsmöglichkeiten in Zusammenarbeit mit den Vereinen herauszuarbeiten. Bei der Feuerwehr müssen die Sanierungen und Optimierungen an den Gerätehäusern umgesetzt werden. Ferner sollten im engen Dialog mit der Wehrführung und den Löschgruppen weitere zukunftsfähige Lösungen gefunden werden.

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist es mir, die Digitalisierung in Zusammenarbeit mit den anderen Kommunen und dem Kreis Höxter weiter voranzubringen, um unser Ziel, Glasfaser bis in jedes Haus, zu erreichen. Hier gilt es, keine Zeit zu verlieren und schnell Gespräche aufzunehmen. Was auch hinsichtlich des Mobilfunknetzausbaus mit 5G gilt. Mobiles Arbeiten und Homeoffice können dafür sorgen, dass Marienmünster als Wohnort für junge Menschen noch attraktiver wird.

Josef Suermann

„Sofort werde ich Gespräche mit den Fraktionen führen, um die erste Sitzung des neuen Rates vorzubereiten, in der unter anderem die Ausschüsse gebildet und die stellvertretenden Bürgermeisterinnen oder Bürgermeister gewählt werden. Erst nach der konstituierenden Sitzung sind wir mit der Politik arbeitsfähig.

Der nächste Schritt ist die zügige Aufstellung des Haushaltsplans, damit wir im nächsten Jahr schnell handlungsfähig werden. Wichtig ist mir, dass Haushaltsmittel für die Erstellung eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) bereitgestellt werden. Das Konzept ist Grundvoraussetzung für den Erhalt von Städtebaufördermitteln.

Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen werden uns sicher noch einige Zeit weiter begleiten.

Ich möchte zeitnah mit den Bürgerinnen und Bürgern, ehrenamtlichen Akteuren und Gewerbetreibenden ins Gespräch kommen und werde eine regelmäßige Bürgermeistersprechstunde anbieten. Natürlich steht auch so meine Tür weiterhin für alle offen.

Die bereits angestoßenen Maßnahmen müssen fortgesetzt werden. Dabei denke ich zum Beispiel an die Fördermaßnahmen in den Bereichen Feuerwehr, Dorfgemeinschaftshäuser, Abriss von Häusern zur Ortskernverbesserung und an die Sportstättenentwicklung.

Ich werde kurzfristig die Sportvereine einladen, um mit Ihnen die näheren Modalitäten zum Abschluss von Nutzungsvereinbarungen zu besprechen. Erst nach Abschluss der Vereinbarungen haben wir die Aussicht auf Fördergelder aus dem Landesprogramm „Moderne Sportstätte 2022“.

Auf dem Programm steht eine neue Homepage mit einer Bürger-App. Interessierte Bürger können hierüber Neuigkeiten und Bekanntmachungen als sogenannte Push-Nachrichten abonnieren. Wir gehen damit einen Schritt in Richtung „mehr Transparenz“ der Verwaltung.

Die Digitalisierung der Verwaltung werde ich weiter vorantreiben und die nötigen Verhandlungen mit unserem Rechenzentrum führen.

Gemeinsam mit den Nachbarstädten Nieheim und Schieder-Schwalenberg beteiligen wir uns an einem Förderprogramm zur Kleinstadtentwicklung. Mit Unterstützung von Universitäten und der Regionale-Geschäftsstelle sollen neue Instrumente zur Stärkung der Ortsmitten kleiner Städte entwickelt werden. Das wird zeitintensiv – ich verspreche mir für die Entwicklung unserer Stadt aber viel davon.

Das Dauerthema „Windkraft“ wird uns in den nächsten Monaten ebenfalls weiter beschäftigen.

Bei diesen und noch sehr vielen weiteren Aufgaben kann ich auf die Unterstützung meiner motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen. Ich weiß sehr gut, was auf mich zukommt und freue mich auf die neuen Herausforderungen.“

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