Neues Teilgebäude der Grundschule Marienmünster feierlich eingeweiht
„Der Traum ist wahr geworden“

Marienmünster (WB). „Mit Blick auf die Zukunft unserer Kinder ist das der schönste Tag in meiner beruflichen Laufbahn.“ Das hat Bürgermeister Robert Klocke kurz vor Ende seiner Amtszeit bei der Einweihung des neuen Teilgebäudes der Grundschule Marienmünster sichtlich bewegt betont. Es waren Worte aus tiefstem Herzen.

Freitag, 04.09.2020, 18:43 Uhr aktualisiert: 04.09.2020, 18:46 Uhr
Schlüsselübergabe (von links): Bauberater Jens Ransiek, Schulleiter Nicolay Loges, Bürgermeister Robert Klocke, Matthias Rabbe (Bauleiter Büro Sauer), Architekt Christian Sauer, Nicolas Barnemann und Andrea Rappold (beide Bau Eins) sowie Matthias Peitsch (Bauamt). Foto: Dennis Pape

Im kleinen Rahmen ist die Eröffnung unter Berücksichtigung der Sicherheitsbestimmungen gefeiert worden. „Aus einem krisenhaften Anfangsszenario ist ein Diamant in der Kindergarten- und Schullandschaft des Kreises Höxter und darüber hinaus geworden.“ Das sei nicht immer leicht gewesen – Durchhaltevermögen sei gefragt gewesen. „Und jetzt ist ein Traum wahr geworden“, sagte Klocke, der ein Zitat des französischen Schriftstellers und Politikers Victor Hugo anführte: „Ein Traum ist unerlässlich, wenn man die Zukunft gestalten will.“

Neubau statt Sanierung

Geträumt habe man im Rathaus wirklich, so der Bürgermeister, „als ich im November 2016 mit Schulamtsleiter Josef Suermann, unseren Baufachleuten und Schulleiter Nicolay Loges überlegt habe, wie wir die Mittel aus dem Förderprogramm Gute Schule 2020 am sinnvollsten einsetzen“. Die Kernfrage: Lohnt sich noch eine Sanierung des alten Schulgebäudes aus den 1960er Jahren? Damals seien Lehrer und Schulleiter, Eltern und Kinder befragt, die pädagogischen Grundlagen ausgearbeitet und dann ein erstes Konzept den Eltern und der Politik vorgestellt worden. Das Ergebnis: Eltern und Politik favorisierten einen Neubau. „Uns allen war klar, dass wir die Anforderungen der Zukunft in Richtung eines offenen Ganztags, Mensa, multifunktionale Lernlandschaften und auch die Belange des benachbarten Kindergartens unter einen Hut bringen müssen“, so Klocke, der feststellte: „Das ist hier gelungen.“

Gemeinschaftsprojekt

Die Grundschule sei kein „08/15-Bau“ geworden. „Hell, freundlich, funktional, großzügig, einfach toll – das sind nur einige der Attribute, die dieses neue Schulgebäude auszeichnen. Wir haben vier Millionen Euro investiert, vier Millionen in die Zukunft unserer Kinder. Und wir haben es geschafft, unsere i-Dötze nach den Sommerferien zum ersten Schultag einziehen zu lassen.“

Klocke sprach ausdrücklich von einem Gemeinschaftsprojekt, dankte ausführlich allen Beteiligten – unter anderem der Arbeitsgruppe mit Vertretern aus der Politik, Schulamtsleiter Josef Suermann, Schulleiter Nicolay Loges („Er hat seine gesamten Schulferien geopfert“), Matthias Peitsch, Klaus Hasenbein, Stefan Niemann und Katharina Rheker vom Bauamt, dem Architekten-Büro Sauer sowie „Bau Eins“, der IBP Steinheim, den zum großen Teil heimischen Firmen, den Hausmeistern Dietmar Höppner und Thorsten Karger, dem Bauhof und dem Reinigungspersonal.

Maßstäbe gesetzt

Nach dem kirchlichen Segen von Pastor Dr. Marcus Falke-Böhne (katholische Kirche) sowie Pastor Volker Walle (evangelische Kirche) betonte Schulrat Hubert Gockeln in seiner Ansprache: „Ich gratuliere der Stadt Marienmünster zu diesem tollen Werk. Für die Kinder haben sie hier etwas ganz Tolles auf die Beine gestellt. Sie haben alle zusammen etwas sehr Gutes geschaffen und dabei Maßstäbe gesetzt. Mein Dank gilt speziell auch Schulamtsleiter Josef Suermann. Die Zusammenarbeit mit ihm ist toll und immer am Wohl der Kinder dieser Stadt orientiert gewesen.“ Schulleiter Nicolay Loges wiederum brachte seine Dankbarkeit darüber zum Ausdruck, dass sich in der Grundschule Marienmünster so viel getan hat. Er betonte: „Alle haben zur Realisierung beigetragen. Ich danke insbesondere meinem Kollegium, das die ganze Zeit alles mitgetragen hat.“ Die letzten Jahre seien nicht einfach gewesen, man habe auf einer Baustelle gelebt, erläuterte er weiter: „Die eigenen Ansprüche, qualitativ hochwertig zu unterrichten, waren aber immer da – und das habt Ihr ganz toll umgesetzt.“ Eine vorzügliche Zusammenarbeit bescheinigte er auch Matthias Peitsch und Josef Suermann: „Wir sind immer kreativ und konstruktiv gewesen.“

Bei der symbolischen Schlüsselübergabe betonte Architekt Christian Sauer: „Ich danke der Stadt, dem Rat und allen Bürgern in Marienmünster – sie haben eine Menge zum Erfolg beigetragen. Die nötigen Entscheidungen sind schnell, richtig und zum Teil kurzfristig getroffen worden. Schön, dass sie viele heimische Handwerker beschäftigt haben.“ Nicolas Barnemann vom Büro „Bau Eins“, das damals den Architektenwettbewerb gewonnen und das Büro Sauer mit der Umsetzung beauftragt hatte, bezeichnete das Gebäude als „fortschrittlich und weit über den Standard hinaus“.

Modern ausgestattet

Nach der offiziellen Eröffnung in der Aula durften die geladenen Gäste anschließend in Kleingruppen die neuen Räumlichkeiten besichtigen. Was sie sahen, hat viele beeindruckt: Flure und Räume sind angesichts großer Fensterfronten hell und einladend, die Einrichtung ist hochmodern. In der ersten Etage gibt es zwei geräumige Klassenräume, die mit der neusten Technik ausgestattet worden sind. Die Klassenräume verfügen – wie große Teile der Etage – über einen strapazierfähigen Teppich aus Kugelgarn und sind mit Laser-LED-Beamern ausgestattet, die wenig Energie verbrauchen. Die großzügigen Fenster verschaffen nicht nur einen Blick nach draußen, sondern auch auf eine in den Flur integrierte offene Lernlandschaft – damit Lehrer von überall alles im Blick haben können. Die Lernlandschaft soll sowohl für den Unterricht als auch als Spielbereich genutzt werden.

Ebenfalls in der ersten Etage befinden sich die Fachräume: Forscherlabor, Musikraum, Kunst- und Werkraum. Im Erdgeschoss, das jetzt auch baulich mit dem älteren Gebäudeteil verbunden ist, befindet sich neben drei Büros, einem Lehrmittelraum sowie neuen Schülertoiletten auch der Bereich des Offenen Ganztages – mit zwei durch eine mobile Wand getrennten Gruppenräumen, einem Ruheraum und der Mensa.

Kommentar von Dennis Pape

Die Städte im Kreis Höxter müssen attraktiv für junge Familien sein, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken – das hört man immer wieder und jetzt, im Endspurt des Wahlkampfes, erst recht. Die kleinste Kommune im Kulturland geht da mit gutem Beispiel voran, indem sie ihre Grundschule zu einem echten Aushängeschild entwickelt hat.

Nun darf man durchaus erwähnen, dass es für eine Stadt, die nur noch über eine Schule verfügt, einfacher ist, (Förder)-Mittel zur Verfügung zu stellen – doch das ist nur ein Teil der Wahrheit: In Marienmünster haben Politik, Verwaltung, Schule und Eltern nach einer zum Teil heftigen Debatte über die Schließung des Teilstandortes in Bredenborn einen gemeinsamen Weg eingeschlagen, der letztendlich zum Erfolg geführt hat. Es zeigt einmal mehr: Wenn alle an einem Strang ziehen, können Träume wahr werden.

Oft gelobt wurde während des Prozesses die Zusammenarbeit zwischen Schulleiter Nicolay Loges, Hochbauingenieur Matthias Peitsch und Schulamtsleiter Josef Suermann, die Loges mit einem Augenzwinkern als „Dreiecksbeziehung“ bezeichnete. Dass es aber noch deutlich mehr Mütter und Väter des Erfolges gibt, wurde einmal mehr bei der Einweihung deutlich – unter anderem hat die Arbeitsgemeinschaft einen erheblichen Anteil am Gelingen des Projektes. Ebenso haben die Fraktionen im Rat unter Beweis gestellt, dass Sachpolitik zum Ziel führt – in diesem Fall für die Kinder, die Zukunft der Stadt.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7567812?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198395%2F2851045%2F
Neue Werbeverbote fürs Rauchen kommen
Werbung für das Rauchen soll zukünftig verboten werden.
Nachrichten-Ticker