Kulturstiftung Marienmünster nimmt Konzertbetrieb wieder auf – Live-Konzert auf Abstand
Musik kann die Seele retten

Marienmünster (WB/nn). Erleichtert waren die Kooperationspartner (Kulturstiftung Marienmünster und Landestheater Detmold), dass trotz der Corona-Einschränkungen der Konzertbetrieb am vergangenen Sonntag im Konzertsaal in Marienmünster wieder beginnen durfte. Das Publikum genoss in gebotenem Abstand erstmals den unverwechselbaren Zauber eines Live-Konzertes, bei dem alles vom ersten bis zum letzten Ton überaus stimmig war.

Dienstag, 09.06.2020, 08:00 Uhr aktualisiert: 09.06.2020, 08:36 Uhr
Begeisternde Bläser des Detmolder Landestheaters eröffnen die Musikdarbietungen (von links): Gabriele Bertolini (Flöte), Andrea Müller (Oboe), Sebastian Ott (Fagott), Soojin Oh (Klavier), Jan Klaus (Horn) und Michale Mayr (Klarinette). Foto: Kulturstiftung

So erklang zu Beginn in würdevoll zeitloser Schönheit Mozarts Quintett in Es-Dur, KV 452, für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, eine Weihe des Hauses, ein überirdisch schönes Werk, das den überragenden Wert klassischer Musik verdeutlicht. Kein Wunder, dass Mozart dieses Opus 1784 folgendermaßen charakterisierte: „Ich selbst halte es für das beste, was ich noch in meinem Leben geschrieben habe.“

Besonders im abschließenden Rondo-Allegretto begeisterten die Musiker Andrea Müller (Oboe), Michael Mayr (Klarinette), Jan Klaus (Horn) und Sebastian Ott (Fagott) zusammen mit der südkoreanischen Meisterpianistin Soojin Oh mit einem Schwung, der die Klippen und Kanten dieses Finales mühelos überwinden konnte.

Das Motto des Konzertes „Witz – Lebenslust – Virtuosität“ ist prädestiniert für Bläser und deren Ausdruckswelten. Das war im viersätzigen „Quatuor“ für Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott des französischen Komponisten Jean Françaix deutlich zu hören. Da tanzte im Allegro ein junges frühlingshaftes Wesen durch den hohen Saal, da begegneten sich außerordentlich menschlich anmutende Charaktere, eine klingende Pantomime von besonderem Reiz in wechselnden Welten, die auch beim Publikum bestens ankam.

Ein Höhepunkt der Matinee, eine echte Entdeckung, war das abschließende Quintett von Paul Taffanel, einem legendären Berufsmusiker und Komponisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, der mit seinem Quintett für fünf Bläser Maßstäbe in der Harmoniemusik setzte. Inspiriert durch den melodischen Schwung eines Felix Mendelssohn oder die intrumentationstechnische Finesse eines Hector Berlioz verzauberten die drei Sätze das Publikum. Der Flötist Gabriele Bertolini kam zum Ensembleklang und machte deutlich, mit welchen qualitätsvollen Solisten das Theater Detmold aufwarten kann.

Eine Zugabe rundete diese Stunde der Musik ab. Béla Bartók bemerkte zu Recht: „Musik kann nicht die Welt retten, aber die Seele.“

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