In einer Stellungnahme drängt der Verein auf eine Entscheidung
SV Bredenborn will Kunstrasenplatz

Bredenborn  (WB/üke). Wann kommt der Kunstrasen in Marienmünster endlich? Diese Frage stellt Christof Müller, Vorstandsmitglied des SV Bredenborn. Der SVB-Mann sieht den Rasenplatz im Bredenborner Eichenwald für einen Kunstrasenplatz prädestiniert und beruft sich auf ein Gutachten des Instituts für kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) aus dem Jahr 2018.

Mittwoch, 08.04.2020, 04:10 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 05:01 Uhr
Der Rasenplatz soll im Bredenborner Eichenwaldstadion in einen Kunstrasen umgewandelt werden. Das fordert der SV Bredenborn und beruft sich auf das Gutachten des unabhängigen Instituts ikps. In der Ratssitzung wird das Thema Kunstrasen an diesem Mittwoch allerdings nicht auf der Tagesordnung stehen. Foto: Jürgen Drüke

In seiner Stellungnahme fordert Müller den Rat und die Stadt dazu auf, nun die Weichen zu stellen. Dieses geschieht auch vor dem Hintergrund der Sonder-Ratssitzung an diesem Mittwoch um 18.30 Uhr in der Aula der Grundschule Marienmünster. Bürgermeister Robert Klocke stellte dazu auf WB-Anfrage unmissverständlich fest: „Zu dem Reizthema wird es in der Sonder-Ratssitzung keine Entscheidung geben. Wir müssen den Haushalt durchbringen, damit die Stadt handlungsfähig bleibt.“ Dabei appelliert der erste Bürger der Stadt Marienmünster an die Bürgerinnen und Bürger, der Ratssitzung in Zeiten von Corona fern zu bleiben. „Auch wenn es eine öffentliche Sitzung ist. „Die Gesundheit muss an erster Stelle stehen.“

Umsetzung des Gutachtens

In der Stellungnahme schreibt Christof Müller einleitend: „Der SV Germania Bredenborn erwartet stellvertretend für alle Fußballer aus Marienmünster schleunigst die Umsetzung der Empfehlung des Gutachtens zum Sportstätten-Zukunftskonzept.“ Dabei beruft er sich auf das ikps, das 2018 für die stolze Summe von 15.000 Euro unter dem Namen Sportstätten-Zukunftskonzept ein Gutachten für die Stadt Marienmünster erstellt habe. In dem Gutachten seien die ikps-Fachmänner zu der Erkenntnis gekommen, dass es in der schlechten Jahreszeit an Trainings- und Spielflächen fehlen würde. Ein Kunstrasenplatz sei zur Abhilfe empfohlen worden. Mit dessen Bau sollten dann auch die Fußballer ab der D-Jugend ganzjährig draußen trainieren können. Dadurch sollten für alle Bürgerinnen und Bürger mehr Möglichkeiten entstehen, die Turnhallen zu nutzen.

Zunächst drei Standorte

Zunächst seien drei mögliche Standorte (Bredenborn, Kollerbeck, Vörden) im Rennen gewesen. In einer gemeinsamen Sitzung von Rat und Sportvereinen unter der Leitung von Dr. Eckl (ikps) habe jedoch Einigkeit darüber geherrscht, dass Vörden aufgrund der Lage mitten im Wohngebiet und der zu erwartenden Lärmbelastung durch den Spiel- und Trainingsbetrieb nicht geeignet sei. Nach dem Willen der Politik sollten sich die Vereine einigen, ob der Platz in Bredenborn oder der in Kollerbeck gebaut werden sollte. Die Vereine wären sich einig darüber gewesen, dass eine Spielgemeinschaft (FC Marienmünster) als Zusammenschluss der Vereine nicht gewünscht sei und alle Vereine den Kunstrasenplatz gleichermaßen nutzen sollten. Nachdem keine Einigung über den Standort erzielt worden sei, sei der Ball an die Politik zurückgespielt worden. Diese habe eine Arbeitsgemeinschaft (AG), bestehend aus Vertretern der Vereine und der Parteien, einberufen.

In der zweiten Sitzung hätte der Vorstand des SV Kollerbeck seinen Verzicht erklärt. Der SVK habe die Prioritäten in der Zwischenzeit verschoben – auf der Anlage im Rehbergstadion solle demnach ein Umkleidegebäude neu gebaut werden.

Gepunktet

Auf der anderen Seite hätte das Konzept des SV Bredenborn in den Punkten allgemeine Vereinsentwicklung (Auszeichnung beim FLVW-Zukunftspreis), Infrastruktur (zentrale Lage innerhalb der JSG Marienmünster-Nieheim, gut ausgebaute Anfahrtswege für Fußgänger, Radfahrer und Autos, Duschen und Umkleidemöglichkeiten sowie Parkplätze) überzeugt. Der SV Bredenborn habe zudem in den Bereichen Spielbetrieb, Vorstandsarbeit und Platzpflege gepunktet.

Halbwahrheiten

Allerdings werde die Entscheidungsfindung den Politikern immer wieder auch dadurch erschwert, dass Halb- und Unwahrheiten gestreut würden. So würden die Kosten für den Umbau fälschlich mit 900.000 Euro angegeben. „Dass die Kosten seit dem Haushaltsansatz im Februar von damals 700.000 Euro auf nunmehr 900.000 Euro angestiegen sein sollen, ist nicht nur rätselhaft sondern absurd zugleich“, führt Müller in seiner Stellungnahme aus. Die Finanzierung des Kunstrasens soll über ein Strukturförderprogramm des Landes NRW erfolgen.

Bestätigung

 

Dem Verein würde eine schriftliche Bestätigung des NRW-Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz vorliegen, dass eine Umwandlung eines Naturrasenplatzes in einen Kunstrasenplatz absolut förderfähig sei. Nach dem ikps-Gutachten sei es zudem Aufgabe der Stadt gewesen, Kostenvoranschläge einzuholen. Das sei bis heute nicht geschehen. Der SV Bredenborn habe inzwischen ein Angebot eingeholt, das sich auf etwa 350.000 bis 380.000 Euro belaufen würde. Die Kosten für einen von der Stadt Nieheim in Eversen geplanten Kunstrasenplatz würden sich auf 600.000 Euro belaufen. Darin seien über den Kunstrasenplatz hinaus bereits Kosten für zusätzliche Funktionalitäten wie eine Laufbahn, eine Weitsprunganlage, eine Kugelstoßanlage und einen Fitness-Parcours enthalten. Diese Dinge würden die Fußballer der Stadt Marienmünster nicht beanspruchen, so dass die Kosten deutlich niedriger ausfallen würden.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Eine Entscheidung in Zeiten von Corona in Sachen Kunstrasenplatz im Stadtgebiet von Marienmünster. Der SV Bredenborn ist mit seiner Stellungnahme zur Unzeit in die Offensive gegangen – 0:1. Das ist ein klassisches Eigentor. Die Gesundheit steht in diesen Zeiten absolut an erster Stelle. Abstand ist das oberste Gebot.

Das Thema Kunstrasenplatz schwelt in Marienmünster seit zwei Jahren. Die Vereine SV Bredenborn und SV Kollerbeck sind sich nicht nur bei der Standortfrage „Wo soll der Kunstrasenplatz gebaut werden?” uneins. Wer bekommt am Ende was? Es stellt sich vor diesem Hintergrund die zweite Frage, wie sich der SV Bredenborn als Stellvertreter für alle Fußballer von Marienmünster aufschwingen kann? Wie sehen das neben dem SV Kollerbeck, der SV Altenbergen und der SV Vörden? In Sitzungen, an denen alle Vereine teilgenommen haben, sind Misstrauen und Zwietracht offensichtlich geworden. Deshalb ist die dritte Frage die entscheidende: Wird es in Marienmünster so überhaupt einen Kunstrasenplatz geben können? Es geht schon lange nicht mehr um das Wo.

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