Abteigarten: Die Benediktinerin steht im Mittelpunkt zweier Kräuterführungen
»Mit Hildegard von Bingen durch das Jahr«

Marienmünster (WB). Ihre Heilkräuter sprießen im Abteigarten Marienmünster. Dort, wo sie gedeihen, können Menschen sich jetzt auch mit ihren zeitlos aktuellen Lehren vertraut machen: Die Benediktinerin Hildegard von Bingen, charismatische Mystikerin und visionäre Universalgelehrte des Hochmittelalters, steht im Mittelpunkt zweier Kräuterführungen im Klostergarten.

Freitag, 05.04.2019, 07:10 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 14:58 Uhr

Die zweiteilige Reihe, für die die Kulturstiftung Marienmünster den malerischen Garten zur Verfügung stellt, steht unter dem Leitwort »Mit Hildegard von Bingen durch das Jahr«. Auftakt ist am Freitag, 12. April, mit einem Thema, das in die Zeit passt: »Vom Fasten und vom Essen« überschreibt Elisabeth Heien-Berens, Natur- und Landschaftsführerin aus Bödexen, die Kräuterführung.

Die Teilnehmer erfahren, was Hildegard von Bingen (1098 - 1179) zum Fasten sagt. Weder die völlige Askese, noch das Übermaß sind aus ihrer Sicht gesund. Aus dieser Grundüberzeugung heraus rät die Äbtissin zu einem sanften Fasten, bei dem man nicht auf Essen verzichten, sondern gute Lebensmittel zu sich nehmen soll.

»Dinkel soll kombiniert werden mit gutem Gemüse und guten Kräutern. Honigwein stabilisiert den Kreislauf«, erläutert Elisabeth Heien-Berens. Die Wild- und Heilkräuter-Expertin kennt sich mit der Heilkunde Hildegard von Bingens profund aus und betrachtet das Fasten als körperliche und seelische Reinigung. »Wer fastet, geht in sich und räumt sein Leben auf.«

Hektik und Reizüberflutung rücken in Ferne

Ganz im Sinne der Ganzheitlichkeit, die Hildegard von Bingen so leidenschaftlich propagiert, rundet Elisabeth Heien-Berens das Programm ihrer Führung mit meditativen Elementen ab. Rita Altmiks, die sich im Team Klosterlandschaft engagiert, unterstützt sie dabei. »Die Seele fragt immer wieder mal nach unserem Ursprung«, sagt Elisabeth Heien-Berens.

Die wohltuende Atmosphäre des Klostergartens beflügelt dazu. Und sie lässt auch das von Hildegard propagierte Maßhalten in einem ganzheitlichen Licht erscheinen. Denn das ungesunde Übermaß umfasst nicht nur zu üppige Mahlzeiten, sondern auch Hektik und Reizüberflutung – die Überforderungen unserer Zeit, die beim Besuch im Klostergarten in wohltuend weite Ferne rücken.

Ungleichgewicht macht den Menschen krank

Hildegard von Bingen sagt, dass ein Ungleichgewicht den Menschen krank macht. Diese These bleibt aktuell. Heilung kann durch die Verbundenheit mit der Natur, durch das harmonische Zusammenwirken von Körper und Seele und durch die spirituelle Rückbesinnung auf den Glauben geschehen. Dieser Ansatz der großen Mystikerin und Kirchenlehrerin ist genau das, wonach Menschen heute suchen.

Deshalb übt die Benediktinerin Hildegard von Bingen, die übrigens ein biblisches Alter von 81 Jahren erreicht hat, auch heute noch eine große Faszination aus. Von 16 bis 18 Uhr stehen sie und ihre Heilkräuter am 12. April im Fokus. Anmeldungen sind bei Rita Altmiks, E-Mail rita.altmiks@t-online.de, möglich.

Bei der zweiten Führung am Freitag, 28. Juni, ebenfalls 16 bis 18 Uhr, stellt Elisabeth Heien-Berens »Die schöpferische Grünkraft« vor: »Hildegard spricht von der ›Grünkraft‹ der Pflanzen, die uns Menschen Lebenskraft gibt, wenn wir sie richtig einsetzen«, erläutert die Kräuterexpertin.

Teilnehmer erhalten Eindruck in Klostermedizin

Während sich das satte Grün im Garten entfaltet und die meisten Kräuter in voller Kraft stehen, gewinnen die Teilnehmer beim Zuhören, Meditieren und Genießen einen ersten Eindruck von Hildegards Klostermedizin.

Unterdessen wächst der Abteigarten unter der Regie von Projektleiterin Heike Mathejczyk um einen Bereich mit 14 Kräutern, die heute in der modernen Medizin in der Onkologie, Psychiatrie und Geriatrie eingesetzt werden.

»Die Menschen sind eingeladen, ehrenamtlich mitzuarbeiten«, sagt Heike Mathejczyk. Die Arbeitseinsätze laufen jeweils samstags von 9 bis 14 Uhr mit einem Mittagsimbiss in Gemeinschaft.

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