Neue Ausstellung zum Saisonstart in Marienmünster: Ulrich Möckel kündigt Aha-Erlebnis an
Sternen-Pyramide als Lichtspielhaus

Marienmünster (WB). Die Kulturstiftung Marienmünster eröffnet die Saison 2019 mit einer Ausstellung, die »galaktische Ansichten« möglich macht. Kunst in der Ackerscheune und eine zehn Meter hohe Pyramide, ein Sternenhaus, sollen faszinieren.

Mittwoch, 03.04.2019, 07:04 Uhr aktualisiert: 03.04.2019, 07:10 Uhr
Künstler Ulrich Möckel zeigt in den Domänengebäuden Skulpturen und Installationen, auch mit Licht. Bäume tauchen oft auf. Foto: Michael Robrecht

»Vom Sternenhaus zur Konturenwolke« ist die Schau im »Schafstall« überschrieben, die am Sonntag, 7. April, um 11.30 Uhr mit einer Vernissage eröffnet wird. Der Künstler, Ulrich Möckel, stellt sich in der öffentlichen Eröffnungsveranstaltung dem Dialog mit Karin Oestreich, Günter Schulz und Hans Hermann Jansen zum Thema »Kunst im ländlichen Kontext«. Credo: Kunst schaffe Perspektiven, sie ermögliche einen neuen Blick auf Leben und Gesellschaft.

Möckels Skulpturen, Installationen und Zeichnungen beschäftigen sich mit allen Aspekten des Themas »Baum«, erläuterte Hans Hermann Jansen bei der Vorstellung der Ausstellung, die bis zum 1. Mai läuft. Diese Rauminszenierungen seien für den Klosterort mit seinen Naturbezügen wie geschaffen.

Eine besondere Erfahrung der Zeit- und Ortsbestimmung

Das begehbare Sternenhaus am Besucherzentrum verschaffe den Gästen eine besondere Erfahrung der Zeit- und Ortsbestimmung. Die Sternenpyramide, die innen mit Sonnenlicht den Sternenhimmel erleuchten lässt, soll bis Anfang 2020 zwischen am Besucherzentrum aufgestellt bleiben. Offizieller Saisonstart ist dann am Samstag, 12. April.

Dank der finanziellen Förderung durch die Vereinigte Volksbank, den Förderverein der Kulturstiftung, durch die Stadt Marienmünster, die Klosterlandschaft OWL und die Verbundvolksbank OWL sei es der Kulturstiftung gelungen, das interessante Sternenhaus in Marienmünster zu errichten, sagte Jansen.

Regionalleiter Norbert Meyer (Volksbank Höxter) und Hans-Günter Wakup (Regionalmarktleiter Vereinigte Volksbank) zollten dem Kulturort Marienmünster Respekt für das qualitativ hochwertige Jahresprogramm. Die Besucher wüssten, dass Marienmünster immer etwas Neues zu bieten habe.

Bäume als Ideengeber für die Werke

Künstler Ulrich Möckel berichtete von Bäumen als Ideengeber für seine Werke. Er hole in seinem »Lichtspielhaus«, in der Pyramide, den Himmel zur Erde. Im Sternenhaus solle der Gast ein kurzes, aber nachhaltiges Aha-Erlebnis bekommen. Zahlreiche Gestirne habe er durch Löcher unterschiedlicher Größe dargestellt.

Das Himmelszelt habe auch schon einmal nahe des Domes in Paderborn gestanden und sei seit 1983 an verschiedenen Orten unterwegs. Tag und Nacht könne man jetzt in Marienmünster die Sterne sehen. Man übersetze die Natur in künstlerische Zusammenhänge. »Mich freut, wenn der Besucher für einen Augenblick abhebt«, sagte Ulrich Möckel.

Ulrich Möckel: Zur Person

Mit der Erde verbunden, dem Himmel sich öffnend: Die Idee zum Sternenhaus hatte der Beckumer Künstler Ulrich Möckel während der Vorbereitung seiner Ausstellung »Der Himmel auf Erden – Bilder, Objekte und Plastiken«. Als schwarz lackierte Holzkonstruktion stand es erstmals 1983 bis 1985 auf der Motte der Kolvenburg in Billerbeck/Kreis Coesfeld.

Nach Stationen in Quakenbrück, Münster und Marl fand die Holzkonstruktion im Unwetter im Herbst 1998 ihr Ende. 2003 feierte das Sternenhaus im Auftrag des Diözesanmuseums in Paderborn seine Auferstehung als Eisenkonstruktion anlässlich der Ausstellung »Wunderwerk - Göttliche Ordnung und vermessene Welt« und stand bis 2005 vor dem Eingang des Museums. Zuletzt markierte das Sternenhaus in La-genberg die Mitte einer Lichtung auf Galerie Gut Geissel.

Tageslicht offenbart poetisches Erlebnis

Der Künstler berichtete: »Zehn Meter hoch ragt die glänzende, mit Tränenblech verkleidete Metallkonstruktion, der Spitze eines Kirchturms gleich, in den Himmel. Die pyramidenförmige Skulptur mit einer Grundfläche von zwei mal zwei Metern ist begehbar. Betritt man den Innenraum durch einen kleinen Eingang, ist es erst dunkel.

Doch dann offenbart sich ein poetisches Erlebnis durch das Tageslicht, welches durch viele kleine Bohrungen fällt, deren Anordnung vom nördlichen Sternenhimmel inspiriert ist. Es ist, als ob man am lichten Tag in die Nacht hineingenommen wird und mitten im geerdeten Sternenhimmel steht. Man kommt ins Staunen und beginnt sich aufzurichten - mit der Erde verbunden, dem Himmel sich öffnend. Diese Wirkung trifft jeden.«

Mit dieser Arbeit hat Ulrich Möckel die Wirkung der klassischen Form der Pyramide gänz-lich umgekehrt: »Das Äußere des Sternenhauses erscheint trotz der strengen Form alltäglich und menschlich und erst durch das Betreten wirkt plötzlich eine Atmosphäre auf den Betrachter ein, die ihn in eine andere Welt zu führen scheint: Hier bringt der Künstler nun wirklich den Himmel auf die Erde«, schreibt Dr. Uwe Rüth. Weitere Informationen: www.ulrichmoeckel.de und www.wege-zum-leben.com und www.kulturstiftung-marienmuenster.de

Programm der Stiftung

Die Kulturstiftung hat wieder ein attraktives Jahresprogramm für die Abtei zusammengestellt. An diesem Donnerstag treten der dänische Mädchenchor »Mariagerfjord Pigekor« und der Chor »Pop-Up« der Hochschule für Musik Detmold auf (wir berichteten).

An der Johann-Patroclus-Möller-Orgel spielt Kensuke Ohira am Ostermontag, 22. April, um 17 Uhr.

Das 2018 gegründete Orgelfestival in Südniedersachsen »Vox Organi« veranstaltet sein Konzert zur Eröffnung des Festivals 2019 in der Abteikirche Marienmünster. Prof. Friedhelm Flamme spielt Werke von Matthias Weckmann (1616-1674). Der Eintritt ist frei. Termin: 1. Mai, 16 Uhr, Kirche.

Auch ein Symposion ist geplant: »Vox humana – die menschliche Stimme Geheimnis, Herausforderung, Aufgabe« läuft vom 7. bis zum 10. Juni. Die Klosterlandschaft OWL bietet einen Austausch über Erfahrungen mit Orgeln und Restaurierungen an.

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