»Tag der Chöre« in Marienmünster zeigt vielfältige Facetten der Musik auf Gesang ruft zum Frieden auf

Marienmünster (WB). Als dritter Programmpunkt der Jahres-Aktion »Harmonia Pacis – Klänge vom Frieden« hat der »Tag der Chöre« der Kulturstiftung Marienmünster am Sonntag seinen Besuchern ein vielseitiges Programm rund um den Chorgesang präsentiert. Neben verschiedenen Workshops und Gesangsproben begeisterte der Aktions-Tag auch mit seinem großen Finale – einem Konzert des Leipziger Volksensembles »Sjaella«.

Von Marian Berkemeier
Beim Singen im Abteigarten unterstützen die Besucher die Chorgemeinschaft »cantus novus & Voice Pearls Lage«.
Beim Singen im Abteigarten unterstützen die Besucher die Chorgemeinschaft »cantus novus & Voice Pearls Lage«. Foto: Marian Berkemeier

Egal ob ein gemeinsamer Kanon, Acapella-Arrangements, klassische Volkslieder, gemeinsames Beatboxen oder sogar eine Vermischung von all diesem: Wer die verschiedenen Möglichkeiten kennt, dem bietet das gemeinsame Singen eine große Vielfalt in seiner Vollführung. Um diese Vielfalt zu verdeutlichen und zu beweisen, dass Chorgesang viel mehr sein kann als eine bloße Freizeit-Beschäftigung für Senioren, konnten sich die Besucher am »Tag der Chöre« selber in den verschiedenen Arten des gemeinsamen Singens ausprobieren.

»Wer singt, kann niemandem schaden«

Gleichzeitig ist der Tag aber auch Teil der Aktion »Harmonia Pacis – Klänge vom Frieden«, die sich in 18 Stationen aus Konzerten, Workshops und verschiedenen musikalischen Programmen über das ganze Jahr verteilt. Somit gab es noch einen weiteren Gedanken hinter diesem Aktions-Tag: »Mit dem Programm möchten wir vor allem zum Frieden aufrufen«, erklärte Hans-Hermann Jansen, Organisator des Aktions-Tages. »In diesem Jahr gibt es viele Erinnerungen an vergangene Kriege. Der erste Weltkrieg endete vor 100 Jahren und der 30-jährige Krieg begann vor 400 Jahren«, beschreibt Jansen den Anlass zum Friedensaufruf. »Wer singt, kann in diesem Moment niemandem schaden. Der gemeinsame Gesang bringt die Menschen näher zusammen und fördert die Gemeinschaft. Deswegen ist es wichtig, den Menschen das Singen näher zu bringen.«

»Gemeinsamkeit ist Frieden par excellence«

Den Auftakt machte hierbei der Philharmonische Chor Lippe unter der Leitung von Volker Schrewe. »An hellen Tagen«, »Auf einem Baum ein Kuckuck«, »Das Mädchen aus der Fremde« oder »Vög’lein im hohen Baum« sind einige Beispiele aus dem Repertoire, mit dem der Chor die Besucher begrüßt und zum Mitsingen eingeladen hatte. Auch in den darauffolgenden Workshops war Eigeninitiative gefragt: Eckhard Thiel vom Landesmusikrat Niedersachsen präsentierte in »Sing&Swing« vom Rezitieren bis zur Vokalbildung alles, was dem Chorgesang dienlich ist. Das frisch Gelernte konnten seine Teilnehmer direkt in einem gemeinsam einstudierten Kanon anwenden. In »Sakrale Klänge« gaben die Sängerinnen von »Sjaella« Einblicke in ihre Gesangsübungen und -vorbereitungen. Einen Ausflug in die ziemlich konventionsfreie und für Chorgesang etwas exotische Jugendkultur machte Hans-Hermann Jansen in seinem Beatbox-Workshop. Für weitere musikalische Untermalung zeigten sich die Band »Blech und Ko«, der Kinderchor der Grundschule Vörden und das Ensemble »Paradise« des Ferientheaters Marienmünster unter der Leitung von Laura Ullrich verantwortlich. Bei dem Programm »Warum sing’ ich eigentlich im Chor?« der Chorgemeinschaft »cantus novus & Voice Pearls Lage« vereinte schließlich Hans-Hermann Jansen das neue Wissen und Rhythmusgefühl aus den Workshops zu einem großen Kanon aus Chorgemeinschaft und Besuchern. »Diese Gemeinsamkeit ist Frieden par excellence«, freute sich Jansen über die Beteiligung.

Volksensemble »Sjaella« begeistert

Als krönenden Abschluss des Tages-Programms präsentierte das sechsköpfige Leipziger Volksensemble »Sjaella« (Schwedisch: själ = Seele) vor 130 Besuchern sein Können. Das zweistündige Programm begeisterte neben eigener Varianten bekannter Songs wie »I just called to say I love you« oder »Just the two of us« mit abwechslungsreichen Wechseln zwischen Jazz und Volksliedern, Melancholie und Witz, Atmosphärik und Humor. Auch vor einem Wechsel zwischen den Sprachen wurde hierbei kein Halt gemacht. So sind neben Deutsch und Englisch auch Finnisch, Norwegisch, Schwedisch oder Irisch im Repertoire der Gruppe. »Ein ganz fantastisches Konzert«, schwärmte Besucherin Marion Hanewinkel: »Die Gruppe schafft einen Klangteppich der gleichzeitig harmonisch und natürlich klingt.« Dieser Meinung schloss sich Hans-Josef Breker an: »Keine Stimme sticht durch zu hohe Dominanz heraus. So eine einheitliche Tonlinie ist ein Zeichen von Professionalität.« Der selber ebenfalls im Musikbereich aktive Steinheimer ist sich sicher: »Die Abtei in Marienmünster ist ein Garant für gelungene Auftritte.«

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