Evangelische Kirchengemeinden aus der gesamten Region richten Lutherfest aus Abtei wird Ziel der Generationen

Kreis Höxter/Marienmünster (WB). Unter dem Tenor »Einfach. Frei. Nach Martinus Luther« steht mit dem Höhepunkt des Reformationsjubiläums ein Festwochenende im Kreis Höxter. 500 Jahre nachdem Luther seine 95 Thesen veröffentlich hat, wird am 1. und 2. Juli auf dem Gelände der Abtei Marienmünster gefeiert. Das Organisationsteam hat am Dienstag das umfangreiche Programm im Detail vorgestellt.

Von Heinz Wilfert
Das Organisationsteam hat am Dienstag das Programm des Lutherfestes am 1. und 2. Juli in der Abtei Marienmünster vorgestellt (von links): Dr. Björn Corzilius (Höxter), Holger Nolte-Guenther (Lügde), Ulrich Beimdiek (Steinheim), Claus Dietrich (Bad Driburg), Kantor Torsten Seidemann (Bad Driburg), Tim Wendorff (Nieheim-Marienmünster) und Volker Walle (Brakel).
Das Organisationsteam hat am Dienstag das Programm des Lutherfestes am 1. und 2. Juli in der Abtei Marienmünster vorgestellt (von links): Dr. Björn Corzilius (Höxter), Holger Nolte-Guenther (Lügde), Ulrich Beimdiek (Steinheim), Claus Dietrich (Bad Driburg), Kantor Torsten Seidemann (Bad Driburg), Tim Wendorff (Nieheim-Marienmünster) und Volker Walle (Brakel). Foto: Heinz Wilfert

Das Fest bildet im Lutherjahr den Höhepunkt der evangelischen Kirchengemeinden Bad Driburg, Brakel, Weser-Nethe Höxter, Lügde, Marienmünster-Nieheim, Steinheim und des Altkreises Warburg. Das Fest beginnt am Samstag mit einem Konfirmanden-Vormittag. 140 Konfirmanden erleben die Geschichte der Reformation und was die Botschaft Luthers bewirkt hat. Die Jugendlichen können sich in einem Planspiel in die Zeit Luthers versetzen, einen Parcours mit Themenfeldern bewältigen und sich mit den Hintergründen vertraut machen, etwa der Bedeutung des Buchdrucks für die Reformation.

»Es soll erkennbar werden, dass die Reformation eine Zeit des Aufbruchs und der Erneuerung war«, beschreibt Dr. Björn Corzilius das Ziel des Lutherfests, das keine konfessionsgebundene Nabelschau, sondern eine Rückbesinnung auf die Bibel darstellt. Zum Abschluss des Konfi-Vormittags wird ein Open-Air-Gottesdienst mit der Band »Gegenwind« gefeiert und das Familienfest eingeläutet, das um 14 Uhr mit den evangelischen Familienzentren im Kreis Höxter beginnt. Auf dem Gelände der Abtei ist ein mittelalterlicher Markt aufgebaut, auf dem sich alles um den Reformator dreht. In kurzen Spielszenen lebt die Reformationsgeschichte auf, Glaubensthesen sollen zu Gesprächen anregen. Einfache Bürger aus Wittenberg treten in Erscheinung, der Dominikaner Tetzel und Martin Luther werden nicht fehlen. Somit bietet sich die Gelegenheit mit anderen Menschen nach Luther zu fragen, der noch heute viel zu sagen hat.

In das Familienfest eingebettet ist eine Schatzsuche, Kindertheater im Märchenkoffer und viel Spaß für Kinder und Erwachsene. »Es wird ein Fest für Familien und der Begegnung aller Generationen«, betont Steinheims Pfarrer Ulrich Beimdiek. Probieren können die Besucher internationale Speisen, die von Flüchtlingen des Vereins »Steinheim international« zubereitet werden. Björn Corzilius schreibt dem Ort des Lutherfestes und der Nähe zum katholischen Glauben eine besondere Bedeutung zu. Er ist sich sicher, dass das gemeinsame Feiern Ausdruck echten christlichen Glaubens ist. Die Organisatoren wünschen sich mit dem Fest einen Akt des Aufbruchs bei jungen Leuten und Erwachsenen, weil das der Kirche nach innen und nach außen gut tue.

Der Dank richtet sich an die Kulturstiftung Marienmünster, die für das Fest das Gelände zur Verfügung stellt.

Zentrales Fest zum Luther-Jubiläum

Am Sonntag fängt um 10.30 Uhr unter freiem Himmel der ökumenische Festgottesdienst an, den Chöre aus der Region mitgestalten. Die Festpredigt hält Superintendent Volker Neuhoff, ökumenische Gäste sind Pfarrer Ansgar Heckeroth, der Leiter des Pastoralen Raums Steinheim-Nieheim-Marienmünster, und der Koptenbischof Damian.

Die Gemeinden haben für Sonntag Fahrdienste eingerichtet. Am Samstag um 19 Uhr und noch einmal am Sonntag um 14.30 Uhr wird in der Konzertscheune das Luther-Pop-Oratorium aufgeführt. Die Inszenierung erzählt vom Leben und Wirken des Reformators Martin Luther. Im Mittelpunkt steht sein Auftritt 1521 auf dem Reichstag zu Worms, auf dem er seine kirchenkritischen Thesen widerrufen sollte.

Das Finale bildet die Flucht auf die Wartburg. Die Musik stammt von Dieter Falk, den Text hat der Musical-Autor Michael Kunze geschrieben. Das Konzert erlebte im März im Gerry-Weber-Stadion Halle mit 1600 Mitwirkenden und vor 8000 Besuchern bereits eine super Resonanz.

»Das wird ein knackig-poppiger Auftritt vom Feinsten«, kündigt der musikalische Leiter und Bad Driburger Kantor Torsten Seidemann an. Beteiligt sind 50 Sängerinnen und Sänger des Gospelchors »Spirit Voices«, Solisten aus dem Ensemble von Cornelia Sodt und fünf Bandmusiker.

»Musik und Bewegung passen hier zusammen. Der Text ist gut verständlich, weil er sich in der Sprache heute ausdrückt und Parallelen zur politischen und wirtschaftlichen Tagesaktualität zieht«, sagt Kantor Torsten Seidemann.

Die Nachfrage sei bereits riesig, Karten gibt es im Vorverkauf noch bei den Gemeindebüros der sieben Kirchengemeinden und falls die Konzerte nicht ausverkauft sind, an der Abendkasse.

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