Höxteranerin Anne Maas tauscht das KWG für ein Schuljahr mit dem Carrignafoy Community College in Irland
In ein völlig neues Leben eingetaucht

Höxter -

Wenn Anne Maas ihre Aufgaben im Homeschooling erledigt und einen Blick aus dem Fenster wirft, sieht sie das Meer. Meistens jedenfalls. „Die vergangenen drei Tage hatten wir dichten Nebel“, erzählt die 16-Jährige. Seit Anfang September besucht sie nicht wie gewohnt das König-Wilhelm-Gymnasium in Höxter, sondern das Carrignafoy Community College in Cork.

Mittwoch, 03.03.2021, 23:27 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 23:30 Uhr
„Mal kein Nebel oder Regen, sondern blauer Himmel“, lacht Anne Maas. Die Gealicschool ist die Grundschule, die das jüngste Kind ihrer Gastfamilie besucht. „Es ist aber auch dem gleichen Gelände wie mein College“, informiert die 16-Jährige, die normalerweise in Höxter zum König-Wilhelm-Gymnasium geht. Foto: privat

Ihr Auslandsschuljahr an der irischen Südküste läuft wegen der Corona-Pandemie völlig anders ab als geplant. „Ich bin trotzdem sehr froh, dass es überhaupt geklappt hat. Ich bekomme hier einen sehr tiefen Einblick in das irische Familienleben“, erzählt Anne Maas.

Sie hat eine Großfamilie als Gastgeber erwischt. „Ich habe ja selbst drei Schwestern, aber hier habe ich fünf Gastgeschwister, davon leben drei noch bei den Eltern. Die beiden anderen sind aber auch sehr häufig zu Besuch, so zum Beispiel immer zum Sunday Dinner“, berichtet die Höxteranerin, die sich in ihrer Gastfamilie sehr gut aufgehoben fühlt.

Seit mehr als zwei Monaten sind die Schulen geschlossen, so dass sich die Kontakte der Gymnasiastin fast ausschließlich auf das Familienleben beschränken. „Wir leben mit sechs Personen und einem Hund in einer vier Zimmer großen Doppelhaushälfte. Da muss jeder auf den anderen Rücksicht nehmen. Das hat mich und meine Gastfamilie so eng zusammen wachsen lassen, dass in diesen beiden Monaten meine schönsten Erinnerungen entstanden sind“, hat der Lockdown für die Höxteranerin in Irland nicht nur Nachteile.

Disziplinierter wegen Uniform

Das Schulleben am College bezeichnet sie als „sehr viel disziplinierter“ als in Deutschland. Das beginne schon mit der Schuluniform. Außerdem seien die Anforderungen im Unterricht extrem hoch. „Ich hatte zudem das Problem, dass ich zu Beginn einige Lehrer nicht richtig verstanden habe, obwohl ich schon in der ersten Reihe saß. Das lag am Akzent und an der Maske. Inzwischen habe ich mich aber daran gewöhnt“, erzählt die 16-Jährige. Die Schule sei mit Masken, Abstands- und Desinfektionsregelungen ganz schön anstrengend. „Aber man gewöhnt sich dran und findet seinen Weg damit umzugehen.“

Ihr gefällt das Schuljahr in Irland so gut, dass sie aktuell versucht, ihren Aufenthalt dort zu verlängern. „Wir haben Trimester. Ich würde auch das dritte Trimester und damit das gesamte Schuljahr gerne hier beenden“, berichtet Anne Maas, deren Aufenthalt eigentlich nur bis zum Ende der Osterferien geplant war.

Schulen öffnen Stufenweise

Stufenweise werden aktuell in Irland die Schulen wieder geöffnet. „Mein Jahrgang darf ab dem 15. März wieder zur Schule gehen. Meine Gastschwester ist zum Beispiel erst am 14. April an der Reihe“, erzählt die Höxteranerin, die am Mittwoch in Irland ihren Geburtstag gefeiert hat.

Die Planungen des Auslandsschuljahrs hatte sie bereits lange vor Corona begonnen. „Als dann im Frühjahr vergangenen Jahres der erste Lockdown in Deutschland kam, hatte ich schon Angst, dass es nichts werden würde. Es hat lange gedauert, die Gastfamilie zu finden. Außerdem wurde mein Flug gleich mehrfach verschoben“, erinnert sie sich an die Zeit vor ihrer Abreise.

Verlängerung geplant

„Ich kann so ein Jahr jedem empfehlen, der offen und neugierig ist, Neues zu entdecken“, fasst Anne Maas zusammen. „Man taucht in ein völlig neues Leben ein, sammelt neue Erfahrungen und lernt auch viel über sich selbst“, schwärmt sie. Und das, obwohl ihr Auslandsschuljahr ohne die üblichen Reisen zu irischen Highlights wie an die Westküste, nach Galway, Limerick oder Dublin auskommen musste und sie sich zuletzt nur im Fünf-Kilometer-Radius bewegen und dort nur eine Person aus einem andern Haushalt treffen durfte. „Die Corona-Pandemie hat den Alltag auf den Kopf gestellt. Dafür hatte ich ein anderes, ein außergewöhnliches Jahr in einer fantastischen Gastfamilie“, betont die 16-Jährige.

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