Kurze Umsteigezeit am Bahnhof Ottbergen führt früh morgens zu ärgerlichen Situationen
Zug fährt Pendlern vor der Nase weg

Höxter-Ottbergen -

Umsteigen in drei Minuten – vor dieser sportlichen Herausforderung stehen Bahnpendler früh morgens am Bahnhof in Ottbergen, wenn sie um 7.23 Uhr den aus Göttingen und Lauenförde kommenden Zug verlassen und dann um 7.26 Uhr den Anschlusszug nach Paderborn erwischt haben müssen.

Montag, 08.02.2021, 22:00 Uhr
Immer wieder kommt es in Ottbergen vor, dass der Zug nach Paderborn in Ottbergen losfährt, obwohl Umsteiger aus Richtung Göttingen noch nicht angekommen sind. Foto: Sabine Robrecht

Auch wenn sie sich noch so beeilen, kommt es vor, dass ihnen der Zug buchstäblich vor der Nase wegfährt – und sie eine geschlagene Stunde in Ottbergen festsitzen, um auf den nächsten Zug Richtung Paderstadt zu warten. Edith Wagemeyer, die früh morgens von Höxter aus mit der Bahn nach Brakel fährt, kennt das Dilemma der Pendler aus eigener Anschauung. „Es ist mehrfach vorgekommen, dass der Zug nach Paderborn in Ottbergen losfährt, obwohl der Zug aus Göttingen bereits eingefahren ist und die Umsteiger schon ausgestiegen und kurz vor dem Erreichen des Zuges nach Paderborn sind“, berichtet sie. Die Höxteranerin sitzt in dem Zug, den die Pendler aus Göttingen erwischen müssen, und hat neulich erst wieder gesehen, wie sie auf dem Bahnsteig stehen blieben. „Das ist einfach nicht mehr nachzuvollziehen.“

Dass der Zug nach Paderborn nicht wartet, wenn der aus Göttingen noch nicht eingetroffen ist, sei die eine Sache, sagt Edith Wagemeyer. „Dass er den Umsteigern aber vor der Nase wegfährt, ist eine andere. Da gibt es offensichtlich ein nicht gelöstes Kommunikationsproblem.“

Die Nordwestbahn kennt den von Edith Wagemeyer kritisierten Missstand aus mehreren Beschwerden und kann keine durchschlagende Lösungsmöglichkeit in Aussicht stellen. Unternehmenssprecherin Karin C. Punghorst erläutert auf Nachfrage dieser Zeitung die Hintergründe: Wer mit der Regionalbahn-Linie 85 (Oberweser-Bahn) aus Göttingen kommt und nach Paderborn will, muss eigentlich überhaupt nicht umsteigen. Denn der Triebwagen der RB 85 wird immer in Ottbergen an den der RB 84 (Egge-Bahn) angekoppelt. Man steigt also in die RB 85 ein und fährt ohne Umsteigen mit der RB 84 weiter. Einzige Ausnahme ist die Verbindung um kurz vor halb acht am Morgen: Weil eine der beiden Linien wegen der vielen Schüler bereits als Doppeltraktion unterwegs ist, kann nicht noch ein weiterer Triebwagen angekoppelt werden. „Wir hätten dann drei Wagen mit insgesamt 150 Metern Länge. Dafür sind nicht alle Bahnsteige lang genug“, sagt Unternehmenssprecherin Karin C. Punghorst.

Die RB 84, die um 7.26 Uhr in Ottbergen losfährt, sei keine garantierte Anschlussverbindung an die 85. Und: Der Triebfahrzeugführer der Egge-Bahn müsse, wenn er vom Fahrdienstleiter der Deutschen Bahn das entsprechende Signal bekomme, auch sofort losfahren. Er habe keine Spielräume, weil zu langes Warten Auswirkungen auf andere Verbindungen habe. „Bei minimalen Abweichungen versuchen alle Beteiligten das, was geht, möglich zu machen“, signalisierte die Sprecherin der Nordwestbahn. Für diese Verbindung mehr Umsteigezeit als die drei Minuten einzuplanen, sei nicht einfach so möglich. „Man kann nicht an einer einzelnen Stellschraube drehen“, verweist Karin C. Punghorst auf Auswirkungen auf andere Verbindungen und das weit über OWL hinausreichende gesamte Infrastrukturnetz. Der Fahrplan der DB sei ein minutiös getaktetes Werk.

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