Menschen 2021: Manfred Drüke erfüllt sich Traum und lebt vier Wochen auf 1751 Metern in Tiroler Bergen
Beim Almabtrieb wird es gefährlich

Brenkhausen (WB). -

126 Muttertiere mit ihren Kälbchen, 500 Schafe, 13 Pferde und 100 Ziegen hatte Manfred Drüke vier Wochen auf einer Höhe von 1751 Metern in den Bergen von Tirol fest im Blick. Ende August des vergangenen Jahres erfolgte ein unvergessener Almabtrieb. „Es war ein schmaler Grat für Mensch und Tier“, sagt der Brenkhäuser.

Samstag, 23.01.2021, 07:42 Uhr aktualisiert: 23.01.2021, 07:50 Uhr
Manfred Drüke bewegt sich als Hirte von fast 130 Tieren beim Almabtrieb im steinigen Gebirge. Einen Monat arbeitet der Pensionär in den Bergen von Tirol. Foto: Jürgen Drüke

Dabei rettete der ehemalige Stabsfeldwebel ein Kälbchen vor dem sicheren Tod. Die Tiere würden, wenn immer möglich, beschützt.

Zurück in die Natur und heraus aus dem täglichen Stress. Diesen Wunsch hegte Manfred Drüke bereits seit einigen Jahren. Im Wettersteingebirge in Österreich sei sein Traum in Erfüllung gegangen. Auf der Wangalm war der Stabsfeldwebel a.D. als Vollkraft ohne Bezahlung im Einsatz. „Wie ist das Leben auf einer Alm? Was verbirgt sich hinter der Arbeit in den Bergen? Die Familie Drüke war während ihrer Urlaube in Tirol neugierig geworden. Manfred Drüke wollte mehr und freute sich über die Zusage von Wangalm-Wirtin Martina Klotz. „Ich durfte mitmachen. Stark!“ Vier intensive und unvergessene Wochen sollten im August des vergangenen Jahres folgen.

Ehefrau Lydia Drüke fotografiert den Almabtrieb.

Ehefrau Lydia Drüke fotografiert den Almabtrieb. Foto: Jürgen Drüke

Das Leben in den Bergen und auf der Alm sei bescheiden, aber trotz aller täglichen Mühen unendlich lebenswert. Der Ostwestfale hackte in den Tiroler Bergen Holz, achtete mit dem Almhirten David täglich auf etwa 850 Tiere, die aus der im Tal gelegenen Gemeinde Leutasch bereits im April ins Gebirge gebracht worden waren. Der Gast aus Deutschland half zudem in der Küche aus und bediente die Almgäste. „Der Tag begann morgens um 6 Uhr. So etwa ab 20 Uhr haben wir zusammengesessen. Almwirtin Martina Klotz, ihr Ehemann Robert, der in der im Tal gelegenen Gemeinde Leutasch arbeitet, Almhirte David sowie die Köchin Burgi genossen mit ihrer neuen Kraft den Feierabend: „Wir haben jeden Abend Berg- und Heimatlieder angestimmt. Almhirte David spielte dazu auf dem Akkordeon. Und wir ärgerten uns bei Mensch ärgere Dich nicht. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt“, stellt Drüke heraus.

Ihr interessantes Bilderbuch „Meine Zeit auf der Wangalm“ präsentieren Lydia und Manfred Drüke.

Ihr interessantes Bilderbuch „Meine Zeit auf der Wangalm“ präsentieren Lydia und Manfred Drüke. Foto: Jürgen Drüke

„In den Bergen fühlst Du Dich trotz des harten Lebens unendlich frei. Der Himmel ist so nah“, beschreibt der Alm-Fan seine Gefühle. Heftige Gewitter habe er erlebt. Die Blitze hätten es so nah am Himmel in sich. „Anfang August schneite es. Wir mussten die Zugangswege vom Schnee für die Gäste befreien.“

Almabtrieb mit dem Alm-Fan aus Brenkhausen (links).

Almabtrieb mit dem Alm-Fan aus Brenkhausen (links). Foto: Jürgen Drüke

Morgens klingelte früh der Wecker. Nach dem Frühstück sind Hirt David und der „Gastarbeiter“ hinauf zu den Tieren gegangen. Sie erneuerten Zäune und hielten nach möglicherweise kranken Tieren Ausschau. Danach kümmerte sich Drüke um die Almgäste.

Impressionen vom Panorama und der herrlichen Bergwelt im Gebiet der Wangalm.

Impressionen vom Panorama und der herrlichen Bergwelt im Gebiet der Wangalm. Foto: Jürgen Drüke

In der letzten Woche des Almaufenthalts war auch Drükes Ehefrau Lydia, sie ist in Höxter Standesbeamtin, auf der Wangalm im Einsatz. Sie brachte sich ebenfalls aktiv ein. Das Spektakel Almabtrieb, welches aufgrund der trockenen Böden und des Futtermangels zwei Wochen früher vorgenommen werden musste, fotografierte die Neubewohnerin. „Kühe, Kälbchen, Pferde, Ziegen und Menschen bilden eine tolle Einheit. Der Almabtrieb ist ein Abenteuer, aber nicht ungefährlich“, stellt die Ehefrau ­heraus. Ein Kälbchen sei vom schmalen Weg abgekommen und habe sich in einem Baum an einem steilen Abhang verfangen. Manfred Drüke und Almhirte David retteten das junge Tier mit vereinten Kräften.

Manfred Drüke mit zwei kleinen Hirten in den Bergen.

Manfred Drüke mit zwei kleinen Hirten in den Bergen. Foto: Jürgen Drüke

Notstrom, selten Warmwasser, nur eine kleine Toilette für viele Personen und kein Handynetz – auch das war das Leben auf der Alm. Manfred Drüke hat den Komfort nicht vermisst und ein Fotobuch mit tollen Impressionen und Eindrücken erstellt. „In diesem Sommer werde ich wieder auf der Wangalm sein“, geht es erneut hoch hinaus in ein besonderes Leben.

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