An der Sekundarschule in Höxter werden die Pandemie-Pläne des NRW-Schulministeriums umgesetzt
Lehrer und Schüler sind auf Distanz

Höxter (WB) -

Die Stühle stehen auf den Tischen. Die Flure sind leer. Keine Schüler. Keine Pädagogen im Lehrerzimmer. Keine Pausen-Geräuschkulisse vom Schulhof. Das wird nicht nur an der Sekundarschule in Höxter auch nach dem Ende der Weihnachtsferien noch bis mindestens zum 31. Januar so sein. Schüler und Lehrer gehen auf Distanz.

Freitag, 08.01.2021, 07:47 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 10:00 Uhr
„Unsere Lehrerinnen und Lehrer leisten Großartiges“, stellt Schulleiter Uwe Scharrer von der Sekundarschule Höxter heraus. Der Distanzunterricht wird am Montag, 11. Januar, pünktlich um 7.35 Uhr mit einer Videoschalte für alle Klassen beginnen. Foto: Jürgen Drüke

An der Sekundarschule der Kreisstadt wird bereits seit Tagen fleißig gearbeitet. Der neue Schulleiter Uwe Scharrer, stellvertretende Schulleiterin Christiane Hoffmann und Didaktische Leiterin Daniela Schäfer sind an diesem Donnerstagmorgen im Gebäude und bereiten den Start des Distanzunterrichts für 520 Schülerinnen und Schüler aus sechs Jahrgangsstufen und 22 Klassen vor.

„Wir haben uns bereits vor dem verlängerten Lockdown auf Distanzunterricht eingestellt“, stellt Uwe Scharrer heraus. Seit Anfang November leitet der gebürtige Hannoveraner, der seit Jahren in Hannoversch Münden wohnt, die Sekundarschule Am Bielenberg. „Die digitale Ausstattung ist hier sehr gut. Die Stadt lässt den Grundschulen und weiterführenden Schulen jegliche Unterstützung zukommen. Das ist vorbildlich und kommt uns allen gerade in diesen außergewöhnlichen Zeiten zugute“, stellt der erfahrene Pädagoge ­heraus. „Das Schulzentrum in der Kreisstadt wird bis zu Beginn der Osterferien an das leistungsfähige Breitbandkabel ante portas angeschlossen sein. Damit wird die schnelle Internetverbindung da sein“, berichtet Brigitte Husemann vom Schulamt der Stadt. Das Millionenpaket für die digitale Ausstattung der Schulen trägt in Höxter Früchte.

Raum mit Endgeräten

„Für Schülerinnen und Schüler, die zuhause nicht über das technische Equipment verfügen, haben wir an unserer Schule eigens einen Raum mit Endgeräten eingerichtet. Hier können sie ihre Aufgaben erledigen. Eine Fachkraft wird immer an ihrer Seite sein“, betont Uwe Scharrer und weiß, „dass die sehr gut funktionierenden IServ-Schulplattform die richtige Wahl war. „Wir wollen jeden unserer Schützlinge und die Eltern erreichen. Dabei ist Vertrauen in diesen schweren Zeiten ungemein wichtig. Unsere Lehrer werden auch telefonisch und per E-Mail Antworten und Auskünfte geben.“ Niemand dürfe sich abgehangen fühlen.

Bürgermeister Daniel Hartmann (links) und Brigitte Husemann vom Schulamt der Stadt Höxter haben sich am Donnerstag ein Bild an der Sekundarschule gemacht. Schulleiter Uwe Scharrer lobt den Einsatz der Pädagogen.

Bürgermeister Daniel Hartmann (links) und Brigitte Husemann vom Schulamt der Stadt Höxter haben sich am Donnerstag ein Bild an der Sekundarschule gemacht. Schulleiter Uwe Scharrer lobt den Einsatz der Pädagogen. Foto: Jürgen Drüke

Details fehlen

Bis Donnerstagmittag lagen den Schulen die Details zur Umsetzung des Distanzunterrichts aus dem NRW-Schulministerium noch nicht vor. „Wir haben am Mittwochabend eine Videokonferenz mit unserer Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer verfolgt. Deshalb wissen wir, wohin die Reise gehen wird“, sind Scharrer und sein Kollegium auf Stand. „Ein Erfolgsmodell sind unsere kleinen Teams. Sie ermöglichen die schnelle Umsetzung.“ Natürlich sei die Präsenz durch nichts zu ersetzen. „Der Distanzunterricht hilft in schweren Zeiten und wird über die Pandemie ­hinaus eine Alternative sein“, ist Scharrer überzeugt.

Nach vorne schauen

Die Motivation seiner Kollegen sei sehr hoch. „Jetzt ist es wichtig, nach vorne zu schauen und Mut zu machen. Der ehemalige Gymnasial-Oberstufenlehrer hofft, dass der normale Schulalltag zumindest in Teilen im Februar wieder beginnen kann.

An der Sekundarschule in Höxter wird der Unterricht am Montag, 11. Januar, pünktlich um 7.35 Uhr starten. „Wie immer, doch wird so vieles anders sein“, blickt der Schulleiter voraus.

Ein Kommentar von Jürgen Drüke

Lehrer, Schüler und Eltern werden vor höchste Herausforderungen gestellt. Der Unterricht auf Distanz verlangt neben der Disziplin, dem Durchhaltevermögen, dem digitales Know-how und großem Lerneifer vor allem Vertrauen. Lehrer, Schüler und Eltern schaffen es nur gemeinsam.

Pflichtbewusste Pädagogen bereiten sich spätesten seit Beginn der Weihnachtsferien auf den Unterricht vom eigenen Büro in die Zimmer ihrer Schützlinge vor. Was im Frühjahr beim ersten Lockdown nicht funktioniert hat, das soll jetzt zumindest besser laufen.

Das Dreieck Lehrer, Schüler und Eltern ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn alle ihre Hausaufgaben erledigen, dann werden sie aus der Pandemie gestärkt hervorgehen und eine Menge gelernt haben.

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