Der Lockdown hinterlässt in heimischen Ortschaften tiefe Spuren
„Das Dorf steht still“

Höxter (WB). -

Kaum Menschen in den Straßen. Das Dorfleben steht seit Beginn des zweiten Lockdowns fast still. Das WESTFALEN-BLATT hat sich nach der Verlängerung des Lockdowns bis zum 31. Januar bei vier Bezirksverwaltungsstellenleitern der Großgemeinde Höxter umgehört.

Mittwoch, 06.01.2021, 20:30 Uhr
Die Kreisstraße in Brenkhausen: Wenige Pkw fahren durch die Straße. Das Leben fehlt. Foto: Jürgen Drüke

In Albaxen fehlt die Betriebsamkeit. Im an sich lebendigen Dorf Lüchtringen gehen die Menschen meistens nur noch zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Apotheke. In Ovenhausen vermissen sie das klassische Vereinsleben. In Brenkhausen sieht Bezirksverwaltungsstellenleiter Johannes Hüls nur noch wenige Menschen auf den Straßen.

Hubert Fischer (Albaxen): „In Albaxen fehlt die Betriebsamkeit. Salopp ausgedrückt: Es herrscht tote Hose. Einige Straßenausbesserungsarbeiten erzeugen Geräusche und zeugen von Leben. Keine Treffen, kaum noch Kontakte und keine Jahreshauptversammlungen, die gerade zu Beginn des Jahres auf der Agenda stehen. Die Menschen verlassen fast nur noch zum Einkaufen ihre Wohnungen und Häuser. Die Bürger wirken oft gereizt. Wir hatten in Albaxen gleich zu Beginn des Jahres zwei Beerdigungen. Neben der Trauer sehen sich die Angehörigen zusätzlich mit der Einhaltung der Regeln konfrontiert. Das geht an die Substanz. Angesichts des hohen Inzidenzwertes im Kreis Höxter gibt es zum Lockdown und den Kontaktbeschränkungen keine Alternative. Die Auflagen und Vorschriften müssen eingehalten werden.“

Josef Korte (Lüchtringen): „Lüchtringen ist an sich ein lebendiges Dorf. Aktuell gehen die Menschen noch zum Einkaufen, zum Arzt und zur Apotheke. Es ist sehr ruhig geworden. Die Jahreshauptversammlungen, welche zu Beginn eines Jahres anlocken, dürfen nicht stattfinden. Die Sternsinger verteilen aktuell Flyer für die Spendenaktion. Wir müssen jetzt alle durchhalten.“

Ralf Meyer (Ovenhausen): „In Ovenhausen ist es ruhig geworden. Die Bürger halten sich an die Vorschriften und Regeln. Es fehlt der Austausch. Das klassische Vereinsleben, der Besuch der Gaststätte – wir müssen alle darauf verzichten. Spaziergänger oder Hundebesitzer, die mit ihrem Vierbeiner Gassi gehen, prägen das Geschehen im Ort.“

Johannes Hüls (Brenkhausen):„Pkw auf der Kreisstraße und kaum Menschen. Die Weihnachtskrippe in der Ortsmitte wird demnächst abgebaut. Die Aktivitäten halten sich in Grenzen. Unser Dorf zeichnet das Vereinsleben und das Miteinander aus. Das Dorf steht still. Videoschalten sind kaum ein Trost.“

 

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