Einzigartige Aktion in heimischer Firma: Stiebel nimmt Proben bei der Belegschaft – neun Covid-19-Infizierte
1000 Schnelltests an einem Tag

Höxter/Holzminden -

Dass ein Unternehmen alle Mitarbeiter in einer Großaktion auf Covid 19 testet, das ist eine Premiere in der Region. Die Produktion beim Heiztechnikanbieter Stiebel Eltron in Holzminden startete deshalb ziemlich coronafrei ins neue Jahr. Bei mehr als 1000 Mitarbeitern – viele davon kommen aus dem Kreis Höxter – sind am ersten Januar-Sonntag im Unternehmenshauptsitz in Holzminden Abstriche genommen worden. An zwölf Teststationen wurden 1038 Schnelltests erledigt. Neun Teilnehmer seien positiv getestet worden, berichtete die Firmenleitung.

Mittwoch, 06.01.2021, 06:00 Uhr
Insgesamt hat Stiebel zwölf Teststationen eingerichtet, an denen durch qualifiziertes Personal der örtlichen Johanniter mehr als 1.000 Mitarbeiter getestet worden sind.

 

„Der logistische Aufwand war schon groß“, sagt Personalleiterin Christiane Schäfers. Anfang Dezember sei die Entscheidung gefallen, den Mitarbeitern einen kostenlosen Schnelltest nach der zehntägigen Betriebsruhe rund um Weihnachten und den Jahreswechsel anzubieten: „Kurzfristig haben wir ein entsprechendes Konzept entwickelt, die Bereitschaft zur Testteilnahme – die natürlich freiwillig war – abgefragt und entsprechende Termine vergeben.“

Am 3. Januar wurden nun vorrangig Mitarbeiter getestet, die in der Produktion oder den produktionsnahen Bereichen arbeiten – denn ab Montag sollte die Produktion wieder anlaufen. Im Fünf-Minuten-Takt wurden jeweils zehn Mitarbeiter zu den Parkzonen der einzelnen Teststationen geleitet, die mit entsprechend qualifiziertem Personal der lokalen Johanniter besetzt waren. Direkte Kontakte mit Kollegen waren so nahezu ausgeschlossen. „Alle Beschäftigten, die den Test am Sonntag in ihrer Freizeit durchgeführt haben, bekommen für ihren Aufwand vier Stunden auf dem Zeitarbeitskonto gutgeschrieben“, erläutert Schäfers. Weitere 500 Mitarbeiter werden im Laufe der ersten Arbeitswoche nach und nach getestet. „Wenn möglich, sollen die Kollegen mit Büroarbeitsplätzen natürlich von zuhause arbeiten, wie das in vielen Bereichen seit Wochen und Monaten auch schon praktiziert wird. Unser Ziel ist es, dass in den ersten 14 Tagen des neuen Jahres niemand ins Unternehmen kommt, der keinen negativen Test vorweisen kann – da wir davon ausgehen, dass das Infektionsrisiko über die Feiertage deutlich höher war“, so Schäfers.

Unter den befürchteten Erwartungen

Mit neun positiven Schnelltests liegt das Ergebnis unter den befürchteten Erwartungen: „In den vorbereitenden Gesprächen mit dem Gesundheitsamt wie auch mit Betriebsarzt Dr. Friedrich Methfessel, der die Aktion federführend betreute, war von voraussichtlich 50 bis 100 positiven Tests die Rede“, schildert Christiane Schäfers weiter. „Das hat sich zum Glück nicht bewahrheitet.“ Bei den neun mutmaßlich infizierten Beschäftigten sind noch am gleichen Tag ein PCR-Test vorgenommen worden, hier stehen die Ergebnisse noch aus. Personalchefin Schäfers: „Wir können nur hoffen, dass die Krankheitsverläufe milde bleiben.“

Insgesamt zieht das Unternehmen laut Geschäftsführer Dr. Kai Schiefelbein eine positive Bilanz der Aktion: „An erster Stelle steht die Gesundheit unserer Mitarbeiter und deren Familien. Da die neun positiv getesteten Personen, denen ich gute Besserung wünsche, zum Testzeitpunkt noch weitgehend symptomfrei waren, können wir davon ausgehen, dass sie ihre Tätigkeit normal aufgenommen hätten – und damit natürlich das Infektionsrisiko für die Kollegen deutlich gestiegen wäre. Schließlich ist auch die Gefahr für das Unternehmen verringert worden. Die wirtschaftlichen Folgen könnten schnell problematische Ausmaße annehmen. Wir tragen schließlich auch die Verantwortung für 1900 Menschen am Standort Holzminden und weltweit für fast 4000 Beschäftigte.“

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