Fast 30 Jahre nach Mord auf Waldparkplatz im Solling: 58-jähriger Verbrecher hat erstmals Haftentlassung beantragt
Kommt Polizistenmörder Dietmar J. 2021 frei?

Höxter/Marienmünster/Hildesheim -

Polizisten-Mörder Dietmar J. aus Marienmünster-Bredenborn will endlich raus aus dem Gefängnis. Er hat erstmals einen Antrag auf vorzeitige Entlassung gestellt. Das bestätigte Christina Wotschke, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, dem WESTFALEN-BLATT.

Dienstag, 05.01.2021, 12:41 Uhr aktualisiert: 05.01.2021, 15:45 Uhr
Trauerfeier für die beiden ermordeten Polizisten 1991 in Holzminden. Foto: dpa

Noch 2020 hatte der 58-Jährige eine erneute Haftprüfung abgelehnt. Die lebenslange Freiheitsstrafe mit Sicherungsverwahrung für den verurteilten zweifachen Polizistenmörder muss laut Gesetz regelmäßig überprüft werden. Es wird entschieden, ob die Strafe für den Verbrecher auf Bewährung ausgesetzt und J. möglicherweise 2021 auf freien Fuß gesetzt werden kann. Die Stellungnahmen des Gefängnisses in Göttingen-Rosdorf und der Staatsanwaltschaft Hildesheim liegen inzwischen beim Landgericht Celle.

Polizistenmord vor 30 Jahren: Hier stürmt die Polizei das Haus der drei Brüder in Bredenborn.

Polizistenmord vor 30 Jahren: Hier stürmt die Polizei das Haus der drei Brüder in Bredenborn. Foto: dpa

Der bloße Gedanke, dass Dietmar J., der mit Hilfe seiner beiden jüngeren Brüder, so der Vorwurf damals, am 12. Oktober 1991 auf einem Solling-Waldparkplatz bei Boffzen die Polizeibeamten Andreas Wilkending aus Holzminden (damals 34 Jahre) und Jörg Lorkowski (damals 30) aus Lüchtringen erschossen und die Leichen auf dem Truppenübungsplatz Senne vergraben hatte, freikommt, lässt vielen Menschen erschauern. Der Mord vor 30 Jahren galt als einer spektakulärsten Anschläge auf Polizisten, hatte eine der größten Fahndungsaktionen der Bundesrepublik zur Folge.

Anfang Januar 2018 hatte die Strafvollstreckungskammer Göttingen zuletzt das Vorliegen der Voraussetzungen für eine vorzeitige Entlassung geprüft. Während die Brüder von Dietmar J. (Meldung vom Waldparkplatz: »Äh, gut’n Tach, Meier mein Name«) auf freiem Fuß sind, gelten für den älteren strenge Kriterien. Todesschütze Dietmar J. legte in einem langen Prozess (Urteil Februar 1995) ein Geständnis ab. Er erhielt eine lebenslange Haftstrafe (besondere Schwere der Schuld), sein Bruder M. wegen Beihilfe zehn Jahre. Der jüngste Bruder wurde vom Vorwurf der Beihilfe zum Doppelmord freigesprochen, aber wegen anderer Delikte zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

An der Straße von Boffzen nach Neuhaus/Solling erinnert ein Gedenkstein an das Verbrechen vor fast 30 Jahren.

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