Antonius Tillmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter, blickt auf 2020 zurück
„Brauchen eine breite Akzeptanz“

Kreis Höxter -

„Wir werden dieses Corona-Jahr noch lange in Erinnerung behalten“, resümiert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Antonius Tillmann mit Blick auf 2020.

Sonntag, 03.01.2021, 18:00 Uhr
Weizenernte: Foto: dpa

Das vergangene Jahr habe allen, der gesamten Gesellschaft, viel abverlangt. Auch für die Landwirte sei es ein anstrengendes Jahr gewesen.

Im Frühjahr und Sommer habe das Coronavirus bezüglich der Vermarktung ihrer Tiere, und hier besonders der Schweine, zu erheblichen Problemen geführt. Seit September seien dann erhebliche Handelsbeschränkungen aufgrund der Afrikanischen Schweinepest hinzugekommen.

Die Erzeugerpreise seien für die Bauern nicht ausreichend. „Auf der anderen Seite stehen wir Tierhalter vor der Herausforderung, durch gesetzliche Vorgaben und durch gesellschaftliche Ansprüche unsere Ställe tierwohlgerechter umzubauen“, unterstreicht der Vorsitzende. „Dazu brauchen wir neue Ansätze in der Preisfindung für unsere Produkte.“ Hohe Standards und Preise auf Weltmarktniveau passten nicht zusammen. Aber es gäbe Hoffnung mit der Kommission um den ehemaligen Landwirtschaftsminister Jochen Borchert. „Er hat Vorschläge zusammen mit Landwirten, Tierschützern, Naturschützern, Vermarktern und Politikern erarbeitet, die uns Bauern Planungssicherheit geben und den Ansprüchen der Gesellschaft insgesamt entgegenkommen“, erklärt Tillmann. So eine Allianz habe es bisher noch nicht gegeben. „Wir brauchen eine breite Akzeptanz unserer Landwirtschaft in unserem Land“, führt der Vorsitzende aus.

Dritte Jahr in Folge eine mäßige Ernte

Auch das Jahr 2020 habe einmal mehr gezeigt: Der Klimawandel ist da. „Auf den guten Böden – so nennt der Ackerbauer Böden, die tiefgründig sind, also eine dicke Lösbodenschicht haben – gab es eine gute Ernte, sofern die Gewitterschauer passend gezogen sind“, so Tillmann. Auf den flachgründigen Standorten sei das dritte Jahr in Folge eine mäßige Ernte eingebracht worden.

„Mir blutet das Herz, wenn immer wieder allerbester Ackerboden zuasphaltiert wird“, gibt der Vorsitzende zu verstehen. „Wir brauchen unsere Ackerflächen und besonders die guten.“ Tagtäglich wachse die Weltbevölkerung um mehr als eine Viertelmillion Menschen – bei gleichzeitigem Verlust von Ackerfläche weltweit.

„Dass Regale nicht wie selbstverständlich voll sind, das haben wir im Frühjahr schon gesehen“, schildert Tillmann. „Wir müssen die Herausforderungen unserer Zeit annehmen denn: Ein ‚Weiter so‘ wird es nicht geben. Wir sind es unseren Nachkommen schuldig, jetzt die Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Bauern wollen auch in Zukunft nachhaltig Lebensmittel erzeugen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten. Wir stehen bereit.“

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