Deutlich höhere Nachfrage nach Kunststoff-Verpackungen aus Höxter – von Corona-Pandemie profitiert
Wentus will vier Millionen Euro investieren

Höxter -

Der Höxteraner Folienhersteller Wentus hat von der Corona-Krise profitiert. Das hat Geschäftsführer Christof Renz in seinem Rückblick auf 2020 deutlich gemacht. Demnach konnte das geplante Ergebnis um zehn Prozent übertroffen werden. Vor allem zwischen März und Juni habe die Nachfrage deutlich höher gelegen, als in den gleichen Monaten des Vorjahres. Die Auftragseingänger hätten sich Teilweise verdoppelt.

Samstag, 02.01.2021, 00:31 Uhr aktualisiert: 03.01.2021, 16:52 Uhr
Blick in die Produktion (Standort Höxter): Das Unternehmen Wentus stellt Folien her. Foto: Harald Iding

 

Wentus gehört zur irischen Clondalkin-Gruppe und produziert seit 50 Jahren spezielle Kunststoffverpackungen. Mit 275 Mitarbeitern am Standort Höxter wurde nach Angaben des Branchenmagazins Kunststoffweb im vergangenen Jahr ein Umsatz von 55 Millionen Euro erwirtschaftet.

Gerade im Lebensmittelbereich liegt ein Schwerpunkt. Auch daher die starke Nachfrage in Corona-Zeiten. „Die Menschen blieben im Homeoffice, kochten selbst, die Grillsaison startete und vielfach fand der Urlaub zu Hause statt – das haben wir kontinuierlich über die Monate gespürt“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Viele der Wentus-Produkte würden dafür eingesetzt, Lebensmittel länger haltbar zu machen und attraktiv zu präsentieren. „Eine Verpackung hat in erster Linie die Aufgabe, ein Produkt zu schützen. Nicht überall lässt sich Kunststoff durch Papier ersetzen“, teilt Wentus mit. Gerade im Hinblick auf die Produktsicherheit zeige sich, wie die Pandemie-Situation das Denken verändert habe: Zu Corona-Hochzeiten seien bei Obst und Gemüse wieder verstärkt verpackte Produkte nachgefragt worden. „Aus unserer Sicht haben Produktschutz und -haltbarkeit die höchste Priorität. Die Lösung kann daher nur heißen, den Trend zu immer dünneren und recycelbaren Materialien voranzutreiben. Dies ist erste Priorität unserer Entwicklung“, sagt Geschäftsführer Renz.

Der Maschinenbau-Ingenieur ist seit November 2019 an Bord. Im Unternehmen hat sich seitdem viel verändert. In den vergangenen Monaten hat das neue Managementteam, in dem „neue Köpfe“ und langjährige Wentus-Mitarbeiter eng zusammenarbeiten, die Strategie der Wentus komplett überarbeitet und mit dem Gesellschafter abgestimmt.

Die Voraussetzungen für das Unternehmen seien gut: „Wentus, als traditionsreiches Unternehmen, hat mit einer seit jeher sehr geringen Fluktuation mit seinen Mitarbeitern, einer großen Fertigungstiefe und Technologievielfalt ein großes kollektives Wissen aufgebaut“, sagt der Geschäftsführer. Obwohl Teil einer größeren Unternehmensgruppe, werde Wentus nicht wie ein Konzernunternehmen, sondern deutlich mittelständisch geführt. Kurze Entscheidungswege, hervorragende Produkte, stabile Prozesse und eine kundenorientierte Entwicklungsabteilung sorgten für wachsende Geschäftsbereiche, beispielsweise im Bereich so genannter Skinfolien, die sich „wie eine zweite Haut“ um die Produkte legen.

Im kommenden Jahr sollen in Höxter vier Millionen Euro investiert werden. Für die folgenden Jahre sind weitere umfangreiche Investitionen vorgesehen. Das Geld soll vor allem in Produktionsanlagen fließen, um die anstehenden Bedarfe bedienen zu können.

Neu ist bei Wentus ein Team, das sich um die gesundheitlichen Belange der Mitarbeiter kümmert. Angeboten werden Bike-Leasing, individuelle Fußvermessung, Führungstrainings sowie Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung in der Produktion und im Büro.

Wentus-Folien gehen vielfach in den Export, beispielsweise nach USA, Chile, Neuseeland und Australien. „Unser Geschäft wird immer internationaler“, sagt auch Firmenchef Renz. Darum habe sich die Unternehmensspitze darauf verständigt, den Namen des Unternehmens zu ändern. Statt Wentus Kunststoff GmbH heißt es ab ersten Januar nur noch schlicht Wentus GmbH. Der Begriff Kunststoff sei bei vielen Kunden „verwirrend und erklärungsbedürftig“ gewesen, heißt in der Unternehmensmitteilung.

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